VORANGEDACHT

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00:00:03: Corona, der russische Angriffskrieg – die amerikanischen Zölle.

00:00:07: In den vergangenen Jahren ist klar geworden wie verletzbar die deutsche Wirtschaft ist Denn hinter vielen Produkten steht eine weltweite Kette aus Zulieferern, Rohstoffen und Menschen Vom Café am Morgen bis zum Auto in der Garage.

00:00:23: Wer diese Kette genau kennt kann Krisen früher erkennen und Risiken vorbeugen.

00:00:29: In der global vernetzten Welt von heute ist das eine entscheidende Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg, Sicherheit und Wohlstand.

00:00:37: Wie also können deutsche Unternehmen Daten aus ihrer Lieferkette schneller erkennen und besser nutzen um Krisen festzuwerden?

00:00:46: Ich bin Florian Harms und treffe hier im Podcast vorangedacht Menschen die anpacken und helfen unser Land aus der Krise zu ziehen!

00:00:53: Mein heutiger Gast hat eine Lösung für das Problem der heiklen Lieferketten entwickelt.

00:00:59: Er hat eines der erfolgreichsten deutschen Software-Startups der vergangenen zehn Jahre mitgegründet.

00:01:04: Integrity Next aus München ist heute das weltweit größte Nachhaltigkeitsnetzwerk, mit mehr als drei Millionen teilnehmenden Firmen.

00:01:14: Er selbst lebt mittlerweile in New York und arbeitet von dort als Chief Strategy & Innovation Officer der Firma.

00:01:21: Heute begrüße ich Ihnen aber bei mir hier in der Berliner Redaktion.

00:01:24: Herzlich willkommen, Simon Yenik!

00:01:28: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:30: Freu mich sehr dass das klappt.

00:01:31: wir haben einen ähnlichen biografischen Hintergrund zumindest was die Region anbelangt.

00:01:37: Ich bin Herr Stuttgarter.

00:01:39: Ja tatsächlich ich komme auch aus dem Schwabenland.

00:01:41: Bisschen hört man es.

00:01:42: ein

00:01:42: bisschen kann man so hören.

00:01:43: genau ich hatte einen ganz guten Deutschlehrer Aber ein bisschen hört man immer noch durch.

00:01:45: ja

00:01:46: Dann sind wir schon zwei.

00:01:47: Sie leiten die amerikanische Niederlassung der Firma Integrity Next seit diesem Jahr von New York aus.

00:01:54: Was finden sie in New York, was sie hier in Deutschland nicht finden?

00:01:57: Erst mal ist es ein näherer Marktzugang zu dem amerikanischen Markt, der natürlich für uns auch sehr, sehr attraktiv ist.

00:02:03: Da gibt's viele herstellende Unternehmen.

00:02:05: Es ist ein sehr großer Markt und ich sag mir gerade, dass KI angeht einen sehr fortschrittlichen Markt.

00:02:11: deswegen die Perspektive aus den USA heraus hilft halt auch manchmal vielleicht für ein europäisches Unternehmen, ein bisschen seinen Horizont zu erweitern.

00:02:19: Horizont-Erweiterung ist gut darüber reden wir gleich.

00:02:21: aber vorher noch mal gefragt jetzt verbringen Sie wahrscheinlich auch viel Zeit im Flugzeug zwischen New York auf der einen Seite und Europa Deutschland auf der anderen Seite.

00:02:28: wie nutzen sie die Zeit beim Flug?

00:02:29: Meistens mit Lesen

00:02:30: Was lesen Sie?

00:02:31: Tatsächlich ganz viel Zeitung.

00:02:34: Zeitung?

00:02:34: Papier!

00:02:35: Tatsächlich lese ich gerne Papierzitungen oder Digitale.

00:02:38: Nein, Sie lesen Papierzeitungen

00:02:39: stark.

00:02:40: Klingt gut.

00:02:41: Ich mag das ja, es entspannt.

00:02:43: Vertiefen wir jetzt nicht, sondern wollen gleich über ihr Business sprechen.

00:02:46: Aber bevor wir das tun würde ich gerne einmal einen Schlaglicht auf ihre Biografie werfen denn Ihr beruflicher Werdegang hat sie ja geprägt!

00:02:54: Sie wurden in der Nähe von Stuttgart zur Schule gegangen und sie haben im Vorgespräch erzählt dass ihr Großvater eine Textilfabrik in Alpstadt auf der Schwäbischen Alb besaß Und das in den neunziger Jahren ist.

00:03:08: dann aber mit dem Geschäft der Näherinnen da auf der schwäbischen Alb bergab ging und von ein paar hundert Nähren blieben am Ende ja vielleicht nur noch ein paar Dutzen.

00:03:18: Wie hat diese Geschichte ihre spätere Karriere geprägt?

00:03:22: Das war sehr, sehr einprägsam weil auf der einen Seite ich bin da aufgewachsen Die Textilfirma, als ich klein war, war da gerade eigentlich am Wachsen.

00:03:30: Und es war eigentlich ein Schritt den man gegangen ist und gesagt hat okay das alte Fabrikgebäude ist zu klein.

00:03:35: Man ist umgezogen in größeres Fabrik-Gebäude.

00:03:37: dann ging's allerdings relativ schnell dass dann tatsächlich einfach die Anzahl der Menschen die dort gearbeitet haben einfach plötzlich nach unten gingen.

00:03:44: Das war für mich als Kind schon einen Einschneidungserlebnis weil dann natürlich was passiertes ist, dass permanent Kartons kamen Neue Kartons aus Asien Aus Indonesien aus China.

00:03:56: Das hat mich schon dahingehend geprägt, dass ich mich schon gefragt habe was passiert in der anderen Ende der Welt.

00:04:01: Und es hat dazu geführt, dass sich schlussendlich auch direkt nach dem Abitur einen Flugticket gekauft hat mit einem Freund nach China geflogen bin und darum gereist bin um mir einfach mal diese Textilfirma anzuschauen.

00:04:12: Ich bin da zurückgekommen und war einfach der festen Überzeugung man kann ohne China zu verstehen eigentlich die Welt langfristig nicht mehr verstehen.

00:04:20: Ja?

00:04:20: Und das hat dazugeführt, als ich dann auch Synologie studiert hab mich mit dem politischen System dort auseinandergesetzt habe.

00:04:27: Und ja, das war schon glaube ich auch ein maßgeblicher Punkt in Bezug auf das was ich heute tue zu verstehen, was eigentlich dort im China von ja early two thousands passiert ist.

00:04:39: ja.

00:04:40: Sie haben gesagt sie haben in China studiert an einer britischen Universität in der Hafenstadt Ningbo.

00:04:45: Was für eine china war es damals wenn sich's mit dem heutigen China vergleichen?

00:04:49: Also ich hatte erst den Peking hab ich angefangen zu studieren und dann bin ich tatsächlich auf ne britische Uni gewechselt nach Ningbo.

00:04:54: Und was China damals verkörpert hat, war einfach ein ganz massiver Aufbruch.

00:04:59: Also es war wirklich so... Ab morgens um fünf Uhr war da einfach Baulärm rum, egal wo man war.

00:05:04: Es war einfach laut und wild.

00:05:06: Es wurde einfach überall gebaut.

00:05:09: Man hat gesehen dass dann eine gewisse Form von Aufbruchsstimmung ist.

00:05:12: Ich glaube als junger Mensch das bringt einem sehr viel Energie zu sehen und auch bis zum gewissen Grad die Faszination innerhalb des Landes und auch der Glaube daran, dass man im Prinzip zu einer Stärke zurückkommen kann.

00:05:26: Und das man es schaffen kann etwas aufzubauen.

00:05:28: Das war schon sehr, sehr faszinierend.

00:05:30: Auf der anderen Seite natürlich eben aus europäischer Perspektive sehr erschreckend bis zum gewissen Grad.

00:05:36: Weil wir hier nicht mehr in derselben Dynamik unterwegs sind?

00:05:39: Ich glaube wenn ich in Deutschland war, war's immer sehr langweilig.

00:05:43: Es hat sich einfach sehr langweilig und langsam angefühlt.

00:05:46: Man ist am Nabel der Welt, dort passiert die Zukunft.

00:05:51: Dass

00:05:51: es in China schneller vorangeht als auf der Schwäbischen Alb

00:05:54: ist schon klar?

00:05:55: An anderer

00:05:55: Stelle in Deutschland auch

00:05:56: langweilen.

00:05:58: Weil auch die Strukturen kleiner sind, weil das Land viel kleiner ist.

00:06:01: Aber vom Grundgefühl her, was das Land vermittelt hat ... Das war Aufschwung!

00:06:08: Ich glaube schon, dass es viel damit zusammenhängt.

00:06:11: die Chinesen und das haben wir auch im Studium sehr stark behandelt.

00:06:13: Im Endeffekt, die haben einfach einen sehr klaren Langzeitplan entwickelt wie sie ihr Land und einfach auch den Wohlstand ihrer Menschen nach vorne bringen wollen ja?

00:06:22: Und das finde ich schon immer faszinierend dass.

00:06:26: natürlich möchte ich nicht in einem politischen System mit dem chinesisches System leben.

00:06:29: aber ich glaube so dieser Grundgedanke von einer Vision Ja wo wollen wir hin was wollen wir subventionieren Wo wollen wir einfach auch stehen in den nächsten zehn zwanzig tretzig Jahren?

00:06:39: Ich glaube, dieser Grundgedanke ist schon etwas der sehr gut ist und der uns hier manchmal ein bisschen fehlt.

00:06:45: Deutschland braucht eine Vision sagen Sie?

00:06:48: Ich glaube nicht nur Deutschland braucht die Vision, ich glaube vor allem dass Europa an sich eine Vision braucht weil ich glaube das Deutschland als Einzelland es sehr schwer haben wird einfach langfristig zu bestehen.

00:06:59: und ich glaube Europas sind großartige Idee vor allem in einer Welt die immer stärker jetzt wiederum auch fragmentiert dass man sich überlegt, wo wollen wir als Europa hin und wo wollen wie als Technologiestandort Europa eigentlich in der Welt eben auch bestehen.

00:07:13: In China wird ja die Vision von der Staatsspitze vorgegeben de facto von einer Diktatur.

00:07:19: wer müsste in Europa eine Vision entwickeln und implementieren?

00:07:23: Naja ich glaube in China ist es ein bisschen komplizierter als nur das die Partei das vorgibt.

00:07:27: naja ich glaube es gibt sehr starke Wissenschaftsbeiräte, die mitdefinieren was Division ist.

00:07:34: Und ich glaube in Deutschland oder Europa insgesamt wäre es auch sinnvoll wenn wir im Prinzip als solche Themen wie zum Beispiel diesen Draghi-Bericht ernst nehmen würden und so überlegen würden.

00:07:44: Mario

00:07:44: Draghi?

00:07:45: Ja der einen Bericht geschrieben hat über die Funktionsfähigkeit der Europäischen Union und wirklich nachhaltige Verbesserungs- und Reformvorschläge vorgelegt hat

00:07:52: Exakt.

00:07:52: Und ich glaube, genau diese Reformvorschläge gehen in eine ähnliche Richtung wie das, was China schlussendlich auch macht.

00:07:57: Tragi sagt, achthundert Milliarden muss eigentlich die Europäische Union jedes Jahr investieren um einfach auch ne Technologievorherrschaft in gewissen Bereichen überhaupt sicherzustellen.

00:08:05: und ich glaube es sind schon Grundideen, die ja glaub ich uns als Europa gut tun würden.

00:08:12: Schauen wir noch mal zurück.

00:08:14: Sie waren in China, dann sind sie zurückgekehrt und haben unter anderem bei IBM gearbeitet.

00:08:19: Da haben sie zwei Menschen getroffen mit denen sie gemeinsam ein eigenes Unternehmen gegründet haben.

00:08:25: Wie kamen Sie dabei auf das Thema Lieferketten?

00:08:28: Ausgerechnet Liefer ketten ist eher ein komplexes Thema.

00:08:31: Ja ich glaube also auch von uns drei ausgehend, von uns Gründern ausgehend ... Martin hat ihn Ende der neunziger Jahren bei der Siemens vor allem viel aufgebaut im Einkauf rund ums System.

00:08:41: Martin

00:08:42: Berthold Ocking ist einer ihrer

00:08:43: beiden Mitgründer.

00:08:45: Und hat dann in den, in den zweitausenden Jahren quasi das eigentlich eines der ersten Unternehmen gegründet es in diesem ganzen Bereich Supply Chain Management oder Suppliermanagement eine Rolle gespielt hat und... Das war so sein Weg an der Stelle der Nikainem.

00:08:58: ein anderer mitgründe hat bei ihnen auch angefangen, zwei tausend fünf und wir sind uns am Schluss bei IBM über den Weg gelaufen.

00:09:03: genau und ich bin zu IBM gekommen mit dem Weg, dass ich in China natürlich mich sehr stark mit Lieferketten in der Textilindustrie auseinandergesetzt habe.

00:09:11: Ich hab in China viel so Fabriken besichtigt wo man irgendwie so faszinierende dreißigtausend Menschen beschäftigt gewesen sind die irgendwie am Tag achtzig Tonnen Stoff vom Anfangsprodukt zur Entfaser produziert haben oder an der einen Straße Die Unterwäsche für Victoria's Secret drüberläuft an einer anderen Stelle, die für Aldi und noch an anderer Stelle die für Calvin Klein.

00:09:31: Und das hat mich schon fasziniert weil es natürlich auch einen direkten Impact auf uns hatte.

00:09:36: Und so bin ich zu diesem ganzen Thema Lieferketten gekommen und habe dann, wenn man beruflich lautbar sehr stark auf dieses Themengebiet eben auch eingeschwenkt und hab mich da noch viel mit Themen wie Blockchain und so weiter beschäftigt.

00:09:46: Also als wir bei IBM waren hat man schon gesehen dass in verschiedenen Regionen der Welt dieser ganze Komplex rund um Nachhaltigkeit oder Performance von Produkten oder die Innovationskraft von Unternehmen eine größere Rolle spielen wird ja in der Zukunft.

00:10:03: Unser Grundgedanke war damals, dass wir gesagt haben eigentlich müssen wir einen Ort schaffen wo Unternehmen diese Informationen teilen können.

00:10:11: Aber sie auch den Benefit haben das diese Informationen eben wieder verwerten können damit sie nicht einfach hundertmal die gleichen und immer gleiche Dinge zur Verfügung stellen müssen.

00:10:19: Und es war so der Grund Gedanke von Intellectual Next als wir es gegründet haben.

00:10:24: Aber damit ja auch Laien die uns jetzt zuhören das noch besser verstehen.

00:10:27: also nochmal ganz plastisch ich bin vielleicht eine Firma.

00:10:30: Nehmen wir mal das Beispiel Autoindustrie, weil sich glaube ich viele darunter was vorstellen können.

00:10:35: Ich stelle vielleicht Getriebe für BMW her und bin in Deutschland bislang recht erfolgreich unterwegs und merke jetzt aber durch die gestörten Lieferketten, Straße von Hormuz oder Corona oder sonstwas habe ich das Problem dass einzelne Komponenten dieser Getrieben die ich baue für BMW nicht mehr so schnell kommen wie ich das eigentlich brauche.

00:10:54: also Wie hilft Ihr Netzwerk dann, was machen diese Firmen konkret?

00:10:58: Ja also man muss vielleicht vorne anfangen.

00:11:00: ich glaube ganz wichtig zu verstehen ist in den ganzen Industrien in denen Deutschland oder auch eben wir in Europa sehr stark sind.

00:11:07: Das sind Industrie die sind eigentlich das sind hochkomplexe Güter die wir herstellen und Die Wertschöpfung eines solchen Gutes findet typischerweise nicht innerhalb des Unternehmens statt.

00:11:18: Also wenn wir jetzt das Auto nehmen ein Großteil der ganzen Komponenten die kommen von überallher aus der ganzen Welt Diese Abhängigkeiten oder auch zu verstehen, dass diese Abhängigkeit natürlich für mich als Unternehmen extrem wichtig sind und für mich natürlich eben auch ein entsprechendes Risiko darstellen.

00:11:34: Die hatten Unternehmen schon relativ lange.

00:11:37: die Art und Weise wie man dieses Risiko oder eben auch diese Beziehungen managet hat sich über die Zeit entsprechend entwickelt und es hat vor allem mal sehr stark damit angefangen das Unternehmen eben ihre Zulieferer befragt haben.

00:11:50: also was habt ihr für Standards?

00:11:51: Wie seid ihr aufgestellt?

00:11:53: Wie setzt der Qualitätsmanagement Standards um?

00:11:56: Wie produziert ihr an welchen Standorten produziert.

00:11:58: Und diese Informationen, die haben wir schlussendlich über unser Netzwerk dann zu Beginn eben eingesammelt für diese Unternehmen und haben diese in einem Netzwerk zur Verfügung gestellt das natürlich einen Lieferant dieser gleichen Information nicht permanent nochmal wieder eingeben muss.

00:12:14: Also Netzmark heißt eine digitale Plattform da wird es abgespeichert.

00:12:17: Genau also man kann sich das so vorstellen wie so ein LinkedIn oder früher gab es Singen, Facebook im Endeffekt wo Unternehmen einen Profil haben und über dieses Profil und ihre Verbindung in Anfangszeichen zu ihren Freunden dann diese Informationen an ihre Kunden eben übergeben.

00:12:32: Und mit diesen Teilen.

00:12:34: Es schafft den Mehrwert das natürlich A die Informationen sehr schnell verfügbar sind weil sie einfach schon auf dem Netzwerk drauf sind und B dass der Lifferant auch eine höhere Motivation hat an seinen Themen zu arbeiten.

00:12:47: Je mehr Fokus auch seine Kunden auf diese Themenkomplexe wie Menschenrechte, wie Produktionsstandards oder Qualitätsstandards legen, desto mehr wird er sich natürlich anstrengend, die zu verbessern.

00:12:57: Das heißt der Mehrwert eines solchen Netzwerks in bestimmten Lieferkennissen ist einfach, dass sich natürlich auch die Liferanten über die Zeit entwickeln und die Lifferantenstrukturen besser werden.

00:13:06: Das war der Beginn.

00:13:07: Wohin sich das Ganze entwickelt hat, ist natürlich noch in wesentlich komplexere Themengebiete hinein.

00:13:14: Also wenn wir zum Beispiel darüber sprechen viele dieser hochkomplexen Güter natürlich auch Komponenten haben, die Konfliktmineralien relevant sind.

00:13:26: Gold, Tin, Tantulum und Tungsten.

00:13:29: Wo häufig

00:13:30: die Art und Weise wie sie abgebaut werden dann nicht mehr den Standards wie Europa einsteigen?

00:13:33: Genau!

00:13:34: Die meisten von diesen kritischen Mineralien kommen eben aus Gegenden wie der demokratische Republik Kongo

00:13:39: etc.,

00:13:40: da müssen die Unternehmen, in USA, in Europa gibt es Regularien, auch nachweisen woher beziehen diese entsprechenden Komponenten.

00:13:50: Und sobald man in diesem Themenkomplex drin ist, da geht es um das ganze Bereich der Produkt-Compliance, Produktmaterial-Complainz-Thematik.

00:13:56: Da muss man dann tatsächlich eben auch fast schon sogenannte Jane of Castellies als sogenannte Lieferketten-Mappings herstellen damit man sicherstellt dass man weiß eigentlich bei einem sehr komplexen Gutausweis ist zusammengebaut welche Komponenten sind da drinnen und welche Abhängigkeiten habe ich denn zum Beispiel in solche Gegenden?

00:14:12: Das heißt Produktbereiche oder Themen die wir dann reingegangen sind noch weiter reingewachsen sind genau diese Lieferketten Mapping-Thematiken, also zu verstehen in einem komplexen Gut wie setzt sich zusammen und welche Abhängigkeiten habe ich in welchen Ländern.

00:14:25: Und diese Thematik ist natürlich jetzt in den letzten Jahren sehr viel stärker, ich sag mal fragmentierten Welt wichtiger geworden weil Unternehmen genau diese Informationen brauchen um sicherzustellen, um zu verstehen auch welche Abhängigkeiten hab' ich?

00:14:40: Mit welchen Abhängigten kann ich leben und mit welchem kann ich losendlich vielleicht nicht leben?

00:14:44: Das eine ist ja die Abhängigkeit, das andere ist dass man auch bestimmten Gesetzen genügen will.

00:14:49: und die Diskussion über die Lieferketten ist hier in den vergangenen zwei drei Jahren überall durch die Medien gegangen.

00:14:56: Ich hatte so ein bisschen den Eindruck da wollte man insbesondere in Deutschland erst sehr mustergültig sein wollte wirklich sicherstellen dass alle Unternehmen die ihre Produkte von auswärts bekommen das dann wirklich zu höchsten Standards einhalten können Menschenrechtsstandards.

00:15:10: es gab ein deutsches Lieferkettengesetz Dann hat die EU da noch ein Gesetz draufgesetzt und dann haben alle geschrieben, Brokratie um Gottes Willen.

00:15:16: Jetzt sind wir alle total blockiert und die Unternehmen beschäftigen sich nur noch damit irgendwie aufzuschreiben wo irgendwas her kommt.

00:15:23: Dann ist politischer Druck ausgeübt worden auch durch die gegenwärtige Bundesregierung Kanzler Merz und die EU hat ihr Gesetz abgeschwächt.

00:15:30: etwa neunzig Prozent der deutschen Unternehmen wurden mittlerweile herausgenommen aus der Berichtspflicht.

00:15:36: Wie schauen Sie da drauf?

00:15:37: Sie profitieren ja eigentlich davon, dass es solche Vorschriften wie die Lieferketten-Gesetze gibt.

00:15:42: Ja klar natürlich.

00:15:43: also.

00:15:43: wir sind sehr stark gewachsen auch mit diesen Liefer ketten Gesetzen, die es gibt weil Unternehmen sich damit natürlich dann noch mal intensiver beschäftigt haben Auch Unternehmen, die ich sage mal jetzt nicht so kritisch in Industrien tätig sind.

00:15:55: Das heißt einerseits sind wir damit natürlich auch gewachsen.

00:15:58: Andererseits muss man aber auch dazu sagen Wir waren immer oder wir sind immer ein Verfechter auf diese Thematik unideologisch zu schauen.

00:16:07: Und ich glaube schon, dass in der Diskussion – wie das auch in Deutschland geführt worden ist – es viel zu sehr abgetrifft ist in eine ideologische Diskussion und man muss sich vor Augen führen, dass eigentlich alle großen Wirtschaftsräume der Welt auch Regularien nutzen als politisches Protektionsinstrument.

00:16:29: Trump ist wahrscheinlich nie öffentlich sagen wird, aber Amerika hat sehr viele solche Regularien.

00:16:34: Um eigentlich Protektionismus Instrumente zu haben um den eigenen Binnenmarkt zu schützen.

00:16:39: und was man ja nicht vergessen darf ist dass diese Regularien also wie auch zum Beispiel dieses Lieferkettengesetz natürlich auch dazu geführt haben das alle ausländischen Unternehmen die hier natürlich Geschäft betreiben wollten in den definierten Rahmenparameter natürlich eben auch berichten mussten.

00:16:54: Aber trotzdem jetzt noch mal kritisch nachgefragt, haben wir es zu weit getrieben mit der Lieferkettenkontrolle gesetzlich?

00:17:00: Ich glaube nicht dass wir es so weitgetrieben haben.

00:17:02: ich glaube wir haben auf die falschen Themen gesetzt.

00:17:04: ja weil ich glaube die Wahrnehmung auch hierzulande und auch auf Basis dessen was die europäische Union herausgegeben hat das waren einfach immer zu stark auf Berichten und es geht ja am Schluss nicht darum dass man irgendwelche Berichte erstellt oder dass man irgendeine Berichte irgendwo einreicht sondern Die Grundthematik zu verstehen, mit wem bin ich in einer geschäftlichen Beziehung.

00:17:24: Wer ist innovationsstark?

00:17:25: Wer bringt für mich vielleicht auch ein Risiko und mich hinein?

00:17:29: Das sind ja Grundthemen die ich aus reiner wirtschaftlicher Notwendigkeit mir anschauen muss.

00:17:35: Und da sind wir ein bisschen so weit gegangen was einfach die reinen Reporting-Anforderungen angeht oder wir müssten es stärker zurück dahin führen wo wir sagen Eigentlich wäre es sinnvoll für uns als Wirtschaftsraum zu verstehen, wo haben welche Industrien welche Abhängigkeiten damit wir eben dann da drauf schlussendlich auch unsere Long-Term Plans ausrichten und wiederum unsere politische Strategien entsprechend darauf ausrichten.

00:17:57: Und ich glaube das kann man einfach so sagen Da sind sie ein bisschen übers Ziel hinaus geschossen.

00:18:02: Das

00:18:02: leuchtet mir ein.

00:18:02: also ist nicht sinnvoll Kilometerweise Papier vollzuschreiben und auszudrucken.

00:18:07: Es gibt ja wirklich Unternehmen in Deutschland die ganze Lagerhallen anmieten mussten um diese Dokumentation vorzuhalten.

00:18:15: Doch ist ein ganz tollen Bericht, den habe ich sogar selber gesehen im Fernsehen kann ich gerne mal verlinken weil man das ja auch in gewissen Zeitraum aufheben muss aber dass es gar nicht darum gehen sollte sondern darum diese Abhängigkeiten kennen zu lernen und besser zu verstehen.

00:18:29: wenn ich's richtig weiß dann beobachten Sie mit Ihrem Netzwerk der Lieferketten in rund hundert neunzig Ländern so etwa.

00:18:35: was würden sie sagen?

00:18:36: Was sind die größte Herausforderungen wenn es um faire nachhaltige Lieferketten geht?

00:18:40: wo sind so die kritischsten Abhängigkeit für deutsche Unternehmen?

00:18:44: Na ich glaube also wir bewegen uns ja hauptsächlich in mit den Industrien, mit denen wir arbeiten.

00:18:48: Das sind typischerweise einfach Hightech-Industrie, da ist eine Maschinenbau, elektronische Industrie die ganze Halbleiterindustrie.

00:18:56: das sind Industrien mit dem wir vornehmlich zusammenarbeiten.

00:19:00: je komplexer desto besser und diese Industrien haben natürlich eine unglaubliche Abhängigkeit erst mal auch von China.

00:19:10: Also man kann davon ausgehen, dass jedes dieser Unternehmen in diesen Industrien – man geht davon aus als Achtzig Prozent der deutschen Unternehmen gerade was solche gerade auch seltenen Erden angeht – in der extremsten Abhängigkeit von China sind und sie ja beim Endeffekt gar nicht im Zweifel direkt von dieser Abhängigkeiten wissen weil Sie oft über die eigentlich Sicht zu Ihren direkten Dienst leisten oder Zulieferern hinaus gar keine Visibilität haben.

00:19:35: Und es geht nicht nur um Menschenrechtsthemen.

00:19:39: an dieser Stelle, glaube ich und das ist vielleicht auch so ein bisschen die Diskussion, die auch wiederum fehlgeleitet ist.

00:19:45: Menschenrechte sind ein Punkt und das sind ganz entscheidender Punkte da.

00:19:50: der ist wichtig.

00:19:51: aber ich glaube man muss das Thema auch ein bisschen breiter noch entsprechend auffachen weil ich glaube heißt

00:19:57: was

00:19:57: heißt dass man konkret auch in nicht nur auf das Unternehmen schauen muss, mit dem man Geschäfte macht sondern vor allem eben auch wie setzen sich die Produkte zusammen.

00:20:06: Welche Komponenten sind da drin?

00:20:07: Also ich mache ein Beispiel wir machen für viele Unternehmen, machen wir auch so einen CO-Fußabdruck wo wir einfach analysieren welchen CO-fussabdrucks haben denn diese Produkte.

00:20:17: und aus diesen Informationen lässt es sich zum Beispiel auch sehr stark herausfiltern beispielsweise was sind jetzt Recyclingquoten von bestimmten Materialien?

00:20:24: und in all diesen Informationen wenn man das weiter denkt steckt ja ein enormer Schatz.

00:20:29: Weil die Unternehmen, die da weit sind, verstehen das wenn ich den höheren Recyclinganteil von einem Aluminium in meinen Produkten drin habe dann hab' ich auch potenziell langfristig A weniger Abhängigkeit und B auch die Möglichkeit vielleicht mal eine Marge zu optimieren und damit auch eine bessere finanzielle Performance zu erreichen weil es einfach wesentlich energieeffizienter ist und weniger Ressourceneinsatzbedarf.

00:20:51: Das heißt richtig verstanden, dass hier eigentlich mit ihrem Netzwerk auch helfen, dass wir ein Stück weit wegkommen von dieser Wegwerfgesellschaft also das wir immer nur neu bauen neue Produkte aus neuen Komponenten zusammenbauen sondern dass wir eben die Einzelheiten dieser Produkte recyceln können?

00:21:07: Ja ich meine ich habe den Podcast von Alexander Gerst angehört der voran gedacht war.

00:21:12: Und ich meine er hat jetzt glaube ich ganz plastisch beschrieben A ist es eine winzige kleine Kugel auf dem wir leben, wenn man's von außen anschaut.

00:21:20: B kratzen wir mit den Ressourcen so ein bisschen an der Oberfläche rum und es ist für jeden ersichtlich dass diese Ressorten einfach aufgebraucht sind irgendwann.

00:21:32: Wir befinden uns jetzt ja schon in einer Phase wo gewisse Regionen sehr stark versuchen die Ressoursen die sie haben natürlich eben auch zu schützen und sich zu behalten irgendwie auch in einem ureigenen Interesse von uns selber zu verstehen, wo können wir stärker recyceln?

00:21:50: Wo können wir starker in diese kreislaufenden Wirtschaftsdiskussionen hineingehen und

00:21:56: eigentlich

00:21:57: nicht der Nachhaltigkeit wegen sondern einfach aufgrund unserer eigenen wirtschaftlichen Performance und der Reduzierung von Abhängigkeit hin diesen ganzen Ansatz stärker Verfolgung

00:22:06: haben.

00:22:07: Eine weitere wichtige Komponente, die jetzt auch für ihre Plattform immer bedeutender wird ist künstliche Intelligenz.

00:22:13: Alle reden darüber in meiner Branche und Journalismus.

00:22:16: Es vergeht keinen Tag ohne dass man darüber spricht.

00:22:19: Und wenn man so hört wie sie ihr Netzwerk beschreiben dann könnte man ja schnell auf den Gedanken kommen das da künstlich Intelligenzen eine große Rolle spielen kann.

00:22:27: Bei dem Thema KI sind die Chinesen natürlich schon sehr weit und wir müssen hier zu lange in Europa schauen wie wir mitkommen.

00:22:33: Womit beschäftigen Sie sich dagegen?

00:22:37: zwei Hauptbereiche.

00:22:38: Ich glaube der eine Bereich ist, dass natürlich findet das Großteil des Trainings der Modelle in Amerika statt und in China statt.

00:22:50: Der Pip Klöckner der Finanzanalyse hat man sehr stark gesagt.

00:22:53: Das was gerade in den USA von den sechs größten Frontiermodellen im Jahr zum Beispiel investiert wird, entspricht dem Manhattan-Projekt, dem Marshall Plan, der in allen Apollo Missionen und der ISS alles zusammen inflationsbereinigt.

00:23:05: Da sieht man einfach die größte Allokation an Ressourcen ist, die wir glaube ich jemals gesehen hat.

00:23:10: Wenn man das global mit anschaut dann kommen da die Chinesen dazu und andere Regionen, da ist man beim Faktor vier von diesem Investment.

00:23:19: Und es sind schon enorme Summen und die bewegen natürlich an vielen Stellen ganz viel und viele unserer Kunden – das darf man einfach nicht vergessen.

00:23:30: Wir sind eigentlich nicht außen vor bei dieser KI-Revolution, jetzt allein auch in dem Diskurs mit unseren Kunden.

00:23:35: Also ich meine ohne Optik aus Oberkochen von der Zeiss SMT oder ohne Laser von Trump würde niemand irgendwo die neuesten Waver bedrucken können.

00:23:46: und ich glaube da haben wir einen sehr starken Technologiestandort oder auch eine Technologieregion mit der Komplexität, die ich vorhin in den Lieferketten eben beschrieben habe.

00:23:58: so Und wenn wir jetzt anschauen, was wir als Softwareunternehmen machen.

00:24:01: Uns gibt es natürlich die Möglichkeit diese Komplexität, die dort für unsere Kunden einerseits in diesen Bereichen besteht stärker erschließbar zu machen im Sinne dass wir in der Lage sind Informationen aus diesen verschiedenen Themen komplexen eben zusammenzuführen.

00:24:18: das ist eben halt sinnvoll ist mit KI einerseits natürlich auch Lieferketten zu mapen Wahrscheinlichkeiten zum Mappen Die Modelle zu verbessern dahingehend wo wir sagen können, wir können mit der und der Wahrscheinlichkeit sagen dass dieses Material für dieses Komplex gut eben aus dieser oder jener Region kommt.

00:24:35: Das ist Nummer eins.

00:24:36: aber da glaube ich viel entscheidender und noch größerer Werttreiber auch für die Unternehmen, wo wir mit den Unternehmen dran arbeiten ist ja Fakt das sie plötzlich einfach die Informationen aus verschiedenen Blöcken oder aus verschiedenen Abteilungsbereichen zusammenführen können und damit in der Lage sind bessere Entscheidungen zu treffen oder auch stärkere quasi auch Szenarium-Models betreiben zu können, die ihnen helfen eben langfristig besser zu planen.

00:25:00: Können Sie

00:25:00: das nochmal einem plastischen Beispiel festmachen?

00:25:02: Was heißt es, bessere Entscheidungen treffen?

00:25:04: Ja also ganz einfache... Also simple Entscheidung ist bzw.

00:25:09: simples Szenarien, die wir machen sind zum Beispiel.

00:25:11: Wir arbeiten mit vielen Unternehmen zusammen, z.B.

00:25:13: in der chemischen Industrie oder auch in der Kosmetikindustrie und diese sind schlussendlich abhängig von Palmöl.

00:25:22: Mit KI oder mit diesem Scenario Modeling ist man in der Lage wesentlich stärker.

00:25:28: Einerseits natürlich deterministisch, aber andererseits eben auch mit diesen KI-Modellen über Wahrscheinlichkeitsrechnungen sich anschauen welche Einflussfaktoren bringt zum Beispiel so ein Wetterphänomen wie El Nino auf eine Lieferkette?

00:25:39: also Panama Kanal hat weniger Wasser und was bedeutet dann das für mich in meiner Strategie?

00:25:47: sehr stark natürlich auch quantifizieren, was welche Ereignisse für mich selber als Unternehmen dann eben auch bedeuten.

00:25:53: Und weitere Beispiele sind halt eben natürlich in der Verzahnung von einerseits Finanzvorteilen innerhalb meiner Lieferkette und andererseits eben der Kombination aus Abhängigkeiten.

00:26:05: Also viele Unternehmen in der ganzen Supply Chain- und Einkaufsfunktionen sind eigentlich ein Zielos aufgestellt.

00:26:12: Das heißt die eine Abteilung Schaut sich an, welche Regularien müssen erfüllen?

00:26:16: Die andere Abteilung schaut sich an.

00:26:17: Wo gibt es die besten Kostenvorteile?

00:26:20: Die anderen Abteilungen schaut sich irgendwelche zusätzlichen Risikopotenziale an und dann gibt's noch irgendwo eine Strategieabteilung.

00:26:25: Und ich glaube das ist schon wichtig ist und da hilft eben KI sehr stark dass man dieses Silo-Denken auflösen muss.

00:26:34: ja und wir helfen den Unternehmen diese Silo Denken dahingehend aufzulösen, dass wir diese verschiedenen Töpfe miteinander kombinieren Und man muss verstehen, wie KI funktioniert.

00:26:47: Also das sind ja schlussendlich sehr mächtige Wahrscheinlichkeitsmodelle.

00:26:52: Wahrscheinlichkeitmodelle die auf einen gewissen Datenfondens zugreifen und daraus dann entsprechend mit Wahrscheinlichheitsrechnung einfach Schlüsse ziehen.

00:27:00: so was diese Modelle nicht können ist dass man quasi an einer solchen Wahrscheinlichkeitenmodelle nimmt Und man gibt dem Zugriff auf alle Unternehmensdaten, und dann sagt man jetzt fang mal an da im Prinzip tolle Schlüsse daraus zu ziehen.

00:27:11: Wo leben meine Risiken oder meine Chancen?

00:27:13: Das funktioniert halt nicht.

00:27:14: Einfach kann jeder daheim testen mit den verschiedenen Modellen.

00:27:19: Das ist wie wenn man im Prinzip einen Heuhaufen hinpackt um da versucht eine Stecknadel zu suchen.

00:27:24: was Unternehmen brauchen sind diesen verschiedenen Domains.

00:27:28: wir nennen es eigentlich in so genannten tiefen vertikalen Kontext.

00:27:32: Also ein vertikaler Kontext ist zum Beispiel das Verständnis über Lieferketten.

00:27:36: Ein zweiter vertikaller Kontext, den wir liefern isst... ...zum Beispiel der Kontext über wie sich Produkte zusammengesetzt sind.

00:27:43: Was ist in einem Produkt drin?

00:27:45: Welche einzelnen

00:27:47: Bestandteile?

00:27:48: Wie setzt sie zusammen?

00:27:49: und diesen vertikalen Kontext muss man quasi dazwischen schalten zwischen das was ich als Unternehmensdaten habe also weiß ich Einkauf wo ich es einkauft da zwischen bräuchts im vertikalen Kontext.

00:27:59: Und dann kann man oben drüber diese Modelle setzen, die einem dann helfen auf Basis dieses vertikalen Kontext entweder deterministisch oder eben diesen Modellen im Wahrscheinlichkeitsrechnungs-Sinne einfach Sinn daraus zu eliminieren und ein entsprechendes Skills draufzusetzen um zu verstehen.

00:28:19: wie ich meine Strategie dementsprechend anpacken kann.

00:28:21: Ich hoffe,

00:28:21: dass die meisten Hörerinnen und Hörern noch mitkommen.

00:28:25: Jetzt möchte ich aber nochmal konkret werden, weil sie vorhin das schöne Beispiel gebracht haben von El Nino dem Wetterphänomen.

00:28:30: Welche Auswirkungen hat das?

00:28:31: Deshalb mal anders gefragt!

00:28:33: Wenn wir nochmal an die Corona-Pandemie denken dann sind ja fast alle deutschen Unternehmen davon überrascht worden und viele sind dann in Probleme geschlittert.

00:28:41: manche sind auch in die Insolvenz geschlittert wenn ein Unternehmen heute ... Ihrer Technologie arbeiten würde und es käme wieder eine Pandemie.

00:28:51: Hätte dieses Unternehmen einen entscheidenden Vorteil, um schneller Klüger langfristiger zu handeln?

00:28:55: Um nicht in so ne Krise reinzugrätchen!

00:28:57: Ja ich glaub... So was wie Corona.

00:29:00: man nennt das in diesem Risikomanagement Kontext nennt man das ein Black Swan Event.

00:29:05: Ein schwarzen Schwan.

00:29:06: Genau.

00:29:07: Und der Punkt ist die Lieferketten, die wir vor allem in komplexen Industrien aufgebaut haben, die haben wir aufgebaut über Jahre.

00:29:16: Über Jahrzehnte im Endeffekt so.

00:29:18: Und was schon wichtig ist, was ein Vorteil wäre in einem solchen Event ist dass man einfach versteht wo habe ich welche Abhängigkeiten?

00:29:26: ja aber ich glaube das es immer auch Situationen gibt wo man natürlich trotz Technologie schlussendlich immer noch infosomisch Black Swan event steht.

00:29:38: und trotzdem glaube ich was die Unternehmen tun müssen in der jetzigen situation und das ist jetzt nicht Corona als plötzliches spontan event Sondern was die Unternehmen tun und auch tun sollten, ist sich damit auseinandersetzen dass die Welt einfach sehr viel stärker fragmentiert ist.

00:29:53: Und auch noch stärker fragmentiert werden wird.

00:29:56: Damit muss man sich auseinander setzen.

00:29:58: Das kann man nur wenn man so eine Software wie unsere nutzt, damit man in der Lage ist überhaupt erstmal für sich selber bewerten zu können welche kritischen Abhängigkeiten habe ich denn?

00:30:08: Welche kritische Abhängigkeit bin ich denn als Unternehmen bereit auch zu haben?

00:30:13: Welchen muss ich vielleicht doch haben Und welche Risiken sind denn für mich materiell?

00:30:18: Ja, und dann hilft natürlich unsere Software genau darauf dieses Szenarien aufzubauen.

00:30:23: Und zusätzlich auch wir nennen sie diese sogenannten kritischen Knotenpunkte zu identifizieren.

00:30:28: Viele Unternehmen vor Corona wussten überhaupt gar nicht dass Sie vielleicht bei jemandem einkaufen der ein sehr gutes Unternehmen ist aber sie nicht wussten während zweiter dritter oder vierter Stelle eigentlich in der Lieferkettenbeziehung steht.

00:30:40: Da gibt es dann dieses Konzept dieser sogenannten Critical Notes, diese kritischen wo dann interessanterweise in manchen Industrien eigentlich alles wiederum bei diesen kritischen Knotenpunkten zusammenläuft.

00:30:50: Und diese kritischen Notenpunkte muss man identifizieren und sich zumindest mal bewusst sein, dass man diese kritische Knotepunkte hat weil nur dann kann man darauf handeln.

00:30:58: Wo es

00:30:58: dann doch eben so ist das man am Ende von einer bestimmten Schnittstelle abhängig ist.

00:31:02: selbst wenn man dachte dass es viele wären Wenn jetzt deutsche Unternehmen, sagen wir mal, zehn Jahre in die Zukunft rausgedacht bis zu zwei tausend sechsunddreißig systematisch so arbeiten würden wie sie es jetzt beschrieben haben und eben ihre Daten Einkaufsdaten Produktionsdaten Herkunftsdatten etc.

00:31:18: wirklich systematsch durchleuchten erheben würden Wie sähe dann die deutsche Wirtschaft aus?

00:31:23: Ich glaube erstmal dass ist natürlich den Unternehmen hilft weil Sie daraus finanzielle Vorteile für sich selber generieren können.

00:31:29: das heißt sie haben die Möglichkeit natürlich daraus entsprechende ich sag Mal natürlich auch Margins rauszuholen und savings zu generieren, diese wiederum als Kapital zur Verfügung haben um neu zu investieren.

00:31:41: Also ich glaube schon die Lieferkette ist schon ein ganz entscheidender Punkt wo der Fokus einfach der Unternehmen aus sehr stark drauf gerichtet ist.

00:31:52: Zusätzlich glaube ich was eben auch noch wichtig ist dass sie Unternehmen in Deutschland auch noch stärker mit ihren Zulieferern einfach in eine Kollaboration in die Zusammenarbeit gehen und auch stärker noch diese Zulieferstrukturen eigentlich als Innovationstreiber nutzen, um sich selber eben auch ja noch innovativer am Markt entsprechend bewegen zu können und neue Ideen zu bekommen.

00:32:11: Und ich glaube dieser Ansatz, dieser Kollaboration über die Netzwerke hinweg wo es nicht nur darüber geht Ich möchte etwas von meinem Zuliefere als Information haben und ich kaufe Waren bei ihm ein sondern dass man sich stärker dorthin entwickelt wo man sagt ich muss mich selbst als Unternehmen meine Lieferketten als Innovations oder einen Innovationscluster sehen, mit dem ich zusammenarbeiten kann um Innovation voranzubringen.

00:32:34: Ich glaube damit würde die deutsche Wirtschaft noch sehr viel stärker vorankommen und ich glaub das sieht man auch am allerbesten jetzt auch an diesem Beispiel ISML.

00:32:40: wenn man sich überlegt ISML baut...

00:32:42: Das sind diese niederländischen Maschinen?

00:32:44: Das sind die kompliziertesten Maschine glaube ich wie man sich vorstellen kann.

00:32:47: ja da sind also Maschiden die so groß sind wie eine Basketballhalle oder wie eine Handballhale Und

00:32:52: die braucht man um den modernsten Chips der Welt prägen zu

00:32:55: können?

00:32:56: Ja das sind Maschienen Da kostet eine, glaube ich.

00:32:58: Was ich so gelesen habe zwischen vierhundert und fünfhundert Millionen.

00:33:01: Und die

00:33:01: stehen dann in Taiwan?

00:33:02: Die stehen in Taiwan viele davon ja und mit denen wird quasi dieses Moore's Law also dass man immer quasi doppelte Menge an Transistoren auf einen Waver drucken kann noch immer weiter nach hinten rausgeschoben.

00:33:14: Diese Maschinen sind für mich eigentlich mit eines der faszinierendsten Dinge weil sie wären in ihrer Komplexität wahrscheinlich nicht möglich zu bauen wenn die es nicht geschafft hätten mit Firmen wie Trumpf aus Ditzingen, mit Firmen wie Zeiss aus Oberkochen eigentlich zusammenzuarbeiten und daraus einen Technologiefortschritt zu schaffen der für viele global sich immer noch nicht erklären lässt.

00:33:40: Und wie genau das möglich ist dass man im Prinzip in einer Druckkammer quasi Zinn in die Luft schießt irgendwie fünfzigtausend Tropfen und dann mit einem Laser da zweimal draufschießt?

00:33:48: Und daraus ein Licht entsteht mit dem man dann wiederum diese extreme Menge an quasi Transistorien auf so'n Waver drucken kann anschaut, dann braucht es einerseits den Mut, glaube ich in die Richtung zu gehen.

00:34:01: Die ASML damals gegangen ist, die in Oberkochen gegangen worden ist und andererseits braucht es aber auch das Know-how aus verschiedenen Industrieklustern und der Zusammenarbeit an engen Industrien um einen bestimmten Thema voranzuarbeiten.

00:34:14: Die

00:34:14: Welt geht ja aber in eine andere Richtung.

00:34:16: Sie haben das jetzt ganz toll beschrieben finde ich wie diese Maschinen entstehen.

00:34:20: Aber wenn ich mir die globale Wirtschaftsentwicklung anschaue, dann gibt es ja eher Richtung Protektionismus.

00:34:25: Die Amerikaner setzen auf Protektionsismus – die Chinesen de facto auch!

00:34:29: Und wir sind da irgendwie als Europäer mitten drin.

00:34:31: also sozusagen wie passt das dann zusammen?

00:34:33: Dass man eigentlich erfolgreicher ist, wenn man kollaboriert aber das Gegenteil passiert?

00:34:38: Ich glaube dass das auch wiederum zurückgeht zu dieser ganzen Grundsatzdiskussion im Sinne wo hin wollen wir als Europa gehen?

00:34:46: Also wohin wollen wir oder wo wollen wir, ich sag mal eine entsprechende Industrieführerschaft haben und dann da auch entsprechend investieren.

00:34:56: Es gibt jetzt zum Beispiel den sogenannten Scale-Up Fund Europe, den hat unser Investor eben auch von der Europäischen Union zugeteilt bekommen diesen fünf Milliarden wo sie auch wiederum genau darum geht wie kann man Technologien innerhalb von Europa stärken?

00:35:06: Und ich glaube der Ansatz dass man natürlich schon eine gewisse politische Richtung braucht wo wollen wir hingehen und dann natürlich auch in Motivationen schafft innerhalb unseres Wirtschaftsraums das die Unternehmen zusammenarbeiten.

00:35:20: Ich glaube, wir haben ganz großartige Ingenieure hier in Deutschland und Europa.

00:35:26: Und ich glaube diese zu motivieren eine bestimmte Richtung zu gehen, das ist schon sinnvoll weil wir sonst keine andere Möglichkeit haben uns von großen Räumen wie jetzt China entsprechend abzugrenzen.

00:35:42: Wir brauchen mehr Optimismus und wir brauchen vielleicht auch ein bisschen mehr den Mut in eine bestimmte Richtung zu gehen.

00:35:48: Vielleicht nicht ganz so, dass wir immer wieder Amerikaner dann unter dem Weltall ausbeuten und irgendwie den Mars besiedeln.

00:35:54: geht es da nicht.

00:35:56: aber ich sage mal einen gesunden Mittelweg aus Schwäbischem Ingenieursgeist und amerikanischen.

00:36:06: Ich glaube, das würde uns wahrscheinlich schon gut tun.

00:36:08: Das klingt

00:36:09: super und passt perfekt zu diesem Podcast.

00:36:11: Mut machen und auch die beiden Welten vereinen so wie sie es ja in ihrer Person machen.

00:36:15: Sie stammen aus Schwaben, sie leben und arbeiten in New York Klingt total interessant und wieder einmal geht es mir in diesem Podcast so, dass ich noch lange Fragen und Zuhören könnte.

00:36:24: Aber wir sind jetzt schon wieder am Ende angelangt.

00:36:26: Mir bleiben nur noch zwei drei kurze Fragen mit der Bitte um kurze Antworten weil sie gerade angesprochen haben junge Unternehmer.

00:36:34: sowas wäre ihr wichtigster Tipp für junge Unternehmen in Deutschland.

00:36:37: einfach nur mutig sein und durchhalten

00:36:39: Passt wieder perfekt zum Podcast.

00:36:41: Sie sind mit zwei Mitgründern angetreten, haben wir vorhin erzählt und leiten das Unternehmen weiterhin zusammen.

00:36:46: Was ist Ihr Rezept um sich nach fast zehn Jahren nicht zerstritten zu haben?

00:36:51: Das Wissen... ...und die ehrliche Auseinandersetzung über die Stärken und die Schwächen des anderen.

00:36:58: Und auch Glaubens...

00:36:58: Ehrlichkeit!

00:36:59: Ja, die Ehrlichkei... Die Ehrlich-keit und auch die ganz klare Offenheit und auch das Wissen über die eigenen Stärkungen Die Ergänzung, die man in einem Team hat.

00:37:12: Das ist auch für Gründer sehr wichtig.

00:37:14: Ich glaube es nicht gut, wenn man gleich ist!

00:37:16: Wir sind drei komplett unterschiedliche Charaktere und ich glaube das hat uns immer geholfen.

00:37:20: Letzte Frage Sie sind viel unterwegs.

00:37:22: wir haben's vorhin gehört.

00:37:22: was tun sie an einem Tag, an dem sie noch nicht mal mehr Zeitung lesen wollen sondern merken jetzt bin ich richtig erschöpft?

00:37:29: In der Regel gehe ich mit meinem Hund spazieren oder mit unserem Hund spazzieren oder gehen meinen Jungs im Central Park Fußball spielen.

00:37:34: Das klingt auch

00:37:35: Klasse.

00:37:35: da wäre ich gern dabei.

00:37:37: Simon Yenik, herzlichen Dank für Ihre Zeit in diesem Podcast.

00:37:40: Vielen Dank für die Einladung!

00:37:44: Es ist im Gespräch klar geworden dass die deutsche Industrie trotz aller Krisen viel Kraft besitzt und das auch hierzulande viele neue Ideen und Produkte entstehen sie die Weltwirtschaft beeinflussen können wie etwa durch Integrity Next aus München.

00:37:57: wenn Sie liebe Hörerinnen und Hörern das ebenso richtig finden wie ich dann teilen Sie mir das gerne mit in einem Kommentar bei Spotify oder mit einem Like Schreiben können Sie uns auch, etwa an podcasts.t-online.de.

00:38:14: Redaktion und Produktion dieser Folge lagen bei Viola Kirks, Michaela Fischer, Arno Wölk und Nadine Schmidt.

00:38:20: Bis zur nächsten Folge sage ich Tschüss und bleiben sie uns gewogen.

Über diesen Podcast

Der Podcast, der Mut macht. Florian Harms, Chefredakteur von t-online, spricht mit Mutmachern über Lösungen für die allgegenwärtigen Probleme. Mit Menschen, die Krisen bewältigen wollen, statt diese zu beklagen: Vordenker aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Sport. Was treibt sie an? Wie sehen ihre Lösungen aus? Was lässt sich daraus lernen? Inspirierende Gespräche mit neuen Perspektiven. Klar, klug – vorangedacht.

Zum Auftakt am 21. Mai 2026: Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier spricht über den bundesweiten Ehrentag, notwendige Reformen und die Pläne nach seiner Amtszeit.

Fragen, Anregungen und Kritik gerne an: podcasts@t-online.de

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Moderation: Florian Harms
Redaktion & Produktion: Viola Koegst, Christin Brauer, Michaela Fischer, Nadine Schmidt, Nicolas Lindken, Axel Krüger, Arno Wölk

von und mit Florian Harms trifft Mutmacher

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