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00:00:07: Was passiert, wenn wir krank oder pflegebedürftig werden? Oder wenn wir ein Kind mit Behinderung bekommen.
00:00:11: Für die meisten Menschen ist das eine Frage, die sie gerne wegschieben.
00:00:14: Aber bei vielen Leuten kommt sie trotzdem irgendwann auf den Tisch.
00:00:19: Knapp sechs Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig.
00:00:22: Fast jeder Zehnte lebt mit einer Schwerbehinderung.
00:00:25: Um den Sozialstaat der in solchen Lagen helfen soll wird gegenwärtig so heftig gestritten wie seit langem
00:00:31: nicht.
00:00:32: Die Bundesregierung arbeitet an Reformen, weil dem System das Geld ausgeht.
00:00:36: Viele Bürger fragen sich – bekomme ich in Zukunft noch die Unterstützung, die ich brauche?
00:00:42: Ich bin Florian Harms und treffe hier im Vorangedacht-Podcast von t-online engagierte Menschen, die an Lösungen für die Probleme in Deutschland arbeiten!
00:00:51: Mein heutiger Gast steht für die Verbindung von Behindertenrechten, sozialer Gerechtigkeit und einem starken Sozialstaat.
00:00:58: Außerdem hat sie eine spektakuläre Sportkarriere hinter sich.
00:01:02: Sie war zwölffache Paralympicsiegerin im Biathlon und Skilanglauf, war Behindertenbeauftragte der Bundesregierung. Und führt heute den Sozialverband VdK. Mit 2,3 Millionen Mitgliedern der größte deutsche Sizialverband. Herzlich Willkommen: Verena Bentele.
00:01:26: Frau Bentele, Sie sind von Geburt an blind und können nur hell und dunkel unterscheiden. Viele Sehende können sich schwer vorstellen, wie das ist.
00:01:31: Daher erst mal die erste Frage.
00:01:33: Wenn sie an einen neuen Ort kommen – wie zum Beispiel dieses Podcaststudio hier!
00:01:37: Wie orientieren Sie sich?
00:01:38: Was hilft Ihnen, diese Situation
00:01:39: einzuschätzen?!
00:01:40: Wenn ich an einen neuen Ort komme, höre ich die Wände.
00:01:43: Ich höre wie groß der Raum ist und wie die Akustik ist.
00:01:46: Ich kann an manchen Orten auch riechen.
00:01:48: Wie es so riecht an einem Ort, wenn's was Besonderes gibt?
00:01:52: Hier ist alles auf faktorischen Ordnungen
00:01:54: ... Das freut mich schon mal sehr!
00:01:56: Aber natürlich ist es
00:01:57: z.B.,
00:01:58: wenn ich an nem U-Bahn-Eingang vorbeigeh, rieche ich das hier runter.
00:02:01: Die U-bahn hat einfach ein besonderer Geruch.
00:02:03: Auch sowas hilft mit zur Orientierung.
00:02:04: aber ansonsten ist es viel über die Ohren.
00:02:10: oder wenn ich in der Location bin, wo ich selber einen Vortrag halte.
00:02:13: Dann lasse ich mir schon von jemand anderem die Location beschreiben und leih mir sozusagen die Augen damit ich weiß, wo ist die Bühne?
00:02:20: Wie ist es hier dekoriert, damit ich so ein bisschen eine auch optische Erfahrung habe mit dem
00:02:24: Raum?".
00:02:25: Und dann haben Sie quasi ein inneres Bild vom umgebenden Raum.
00:02:28: was können denn Ihre Gegenüber tun, um Ihnen zu helfen sich auf die Gesprächssituation einzustellen?
00:02:33: oder was kann ganz konkret Ich jetzt zum Beispiel tun?
00:02:36: In Filmen ist es ja so, dass blinde Menschen von jedem das Gesicht anfassen wollen.
00:02:39: Das macht niemand in der Realität.
00:02:41: Da kann ich sie schon mal beruhigen und alle anderen auch.
00:02:43: Passiert nicht!
00:02:44: Auch das
00:02:44: dürften Sie?
00:02:46: Danke, nee aber möchte jetzt grad gar nicht... Und insgesamt ist einfach nur wirklich die Dinge transparent machen.
00:02:52: Einfach vielleicht ein bisschen erklären wie wir gerade hier sitzen.
00:02:56: sind wir hier zu zweit?
00:02:57: da ist es überhaupt kein Problem.
00:02:58: Ich höre genau wo sie sitzen.
00:02:59: Aber was mir zum Beispiel hilft wenn ich in größeren Runden bin Wenn's einmal eine Vorstellungsrunde gibt rund um den und sich alle selbst vorstellen.
00:03:07: Und nicht die Gastgeberin der Gastgebe sagt, ich stelle euch mal gerade alle vor.
00:03:10: Weil dann weiß ich nachher natürlich nicht genau in welche Richtung.
00:03:13: Ich schau, wenn ich eine bestimmte Person ansprechen möchte.
00:03:16: Deswegen hilft mir zum Beispiel, wenn einfach alle kurz selber sagen wer sie sind wo sie sitzen damit ich auch eine Orientierung im Raum habe zu den
00:03:23: Personen.".
00:03:24: Das klingt logisch!
00:03:25: Wie reagieren denn Menschen darauf dass sie blind sind?
00:03:27: Welche Reaktionen nehmen Sie
00:03:28: wahr?!
00:03:28: Ich nehme ganz unterschiedliche Reaktionen wahr.
00:03:30: Viele sind interessiert und neugierig, andere haben auch gar keine Vorstellung wie das so ist, blind zu sein.
00:03:38: zum Beispiel heute Morgen war ich bei einem Fototermin und dann bin ich eine Stufe hochgestiegen.
00:03:42: Da wollten mich irgendwie fünf Menschen da die Stufe hochziehen, dann habe ich auch gesagt Leute, ich hab's mit den Augen meine Beine sind in Ordnung.
00:03:48: das war sogar ne Sportlerveranstaltung wo ich dann gedacht hab interessant weil ich mein im Sport ... Ich war Langläuferin, da braucht man schon ein bisschen Kraft im Beinen und nicht gehört noch viel laufen.
00:03:56: aber es ist natürlich bei vielen einfach Unsicherheit Das ist mir klar Und es gibt Situationen da kann ich damit ganz entspannt sein Kann dann sagen nee passt schon geht alles.
00:04:04: Aber ich sag mal wenn wir dann beim Untersuchungszimmer beerzt und die dann fragen, können sie sich alleine wieder anziehen?
00:04:10: Dann bin ich auch manchmal ungeduldig.
00:04:11: Weil ich denke ja wie stellt ihr euch das denn vor mein Leben für den größten Sozialverband?
00:04:16: Ich wohn allein also ich hab ein selbstständiges Leben, ich reiß viel alleine.
00:04:20: Also es gehen so viele Dinge Und mir wäre immer lieber wenn die Menschen mich fragen Wie geht's und nicht Fragen Gehts überhaupt?
00:04:26: oder mir gleich mal sagen Es geht doch alles nicht.
00:04:29: weil so bin ich aufgewachsen in der Kindheit dass mir eigentlich die meisten Menschen oder meinen Eltern gesagt haben was bei uns alles Nichtgehen kann.
00:04:34: anscheinend Fragenkriege und nicht Vorurteile.
00:04:39: Sie sind am Bodensee aufgewachsen?
00:04:41: Gibt es einen bestimmten Geruch oder ein Klang, der Ihnen als Erster in den Sinn kommt, wenn sie an ihre Heimat denken?
00:04:47: Im Moment gibt's einen typischen Geruch am Bodenssee, nämlich die Hopfenernte.
00:04:51: Mein ältester Bruder hat den Bio-Betrieb meiner Eltern übernommen und baut Äpfel und Hopfen an.
00:04:57: Im Moment werden die Hopfengeerntete.
00:04:58: Das ist so ein bitterer Geruch, der ganz toll ist.
00:05:02: Man kann hier jemandem, der nicht Hopfen kennt, nicht gut beschreiben Wie Bier nur ein bisschen anders, würde ich mal so sagen.
00:05:08: Da kommen noch andere Zutaten hinzu aber es lohnt sich mal in irgendeine Hopfenbau gegenzufahren und die Hopfenärte sich anzuschauen ist das ganz toll.
00:05:15: Das ist zum Beispiel ein typischer Geruch.
00:05:17: ansonsten war ich natürlich als Kind und Jugendliche mit Freunden der Familie ganz viel am See Der von uns nicht soweit weg ist Und dass für mich natürlich schon immer noch was Besonderes am Bodensee zu sitzen und das Blättern zu hören und den typischen Wasser- und Seegeruch zu riechen
00:05:33: Klingt nach einer sehr schönen Kindheit, sicherlich dann auch eine andere Kindheit als wenn sie in der Stadt aufgewachsen wären.
00:05:39: Im Alter von drei Jahren standen Sie ja das erste Mal auf Skibrettern, später haben Sie Judo gemacht und reiten Tandem fahren Bergsteigen und manches mehr.
00:05:48: Was bedeutet Sport für Sie?
00:05:50: Also wie hat sportlicher Wettkampf Ihren Charakter geprägt, Ziele anzupeilen sich durchzubeißen gegen Kontrahenten anzutreten.
00:05:58: Also ich bin im Sechs-Häuserdorf aufgewachsen und natürlich, wenn man Jugendliche wird dann ist es ganz dramatisch nicht selbstständig irgendwo zu den Freunden oder abends zum Weg gehen fahren zu können mit dem Bus oder der U-Bahn.
00:06:09: Aber ich muss im Nachhinein wo jetzt in der Großstadt schon lange lebt seit dem Studium auch klar sagen dass das ländliche Leben und Aufwachsen für mich schon super viele Vorteile hatte.
00:06:18: Ich konnte mich alleine bewegen, konnte alleine Fahrradfahren bei meinen Eltern zu Hause.
00:06:23: Ich konnte mit meinen Eltern in die Berge fahren und Skifahren lernen, ich konnte ausreiten – ich hatte Ponys, was ja schon so ein bisschen Bullerbühnen hanninaniemäßig klingt.
00:06:32: Und das war für mich eine ganz gute Gelegenheit um Grenzen kennenzulernen aber vor allem auch zu erleben, was sich alles kann und was alleine für mich möglich ist oder mit einer guten Unterstützung anderer.
00:06:43: Das ist auch im Sport für mich das Wichtigste.
00:06:45: mit meinen Begleitläuferinnen und Begleiteläufern, die vor mir gelaufen sind beim Langlauf Oder jetzt beim Joggen neben mir laufen, kann ich eben Wettkämpfe bestreiten.
00:06:53: Kann mich messen und kann meine Truppe Leistung zeigen.
00:06:55: Und das habe ich alles durch den Sport gelernt und hab es dem Sport zu verdanken.
00:07:00: Ich hab dem Sport auch zu verdankt, dass ich weiß was alles möglich ist wenn man Zutrauen hat.
00:07:06: Wenn man Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, in die Partnerinnen und Partner mit denen man den Sport macht Wenn man auch gute Unterstützung hat, wie durch Familie, Trainerinnen, Lehrer an der Schule.
00:07:18: Ich hatte immer gute Unterstützung für meinen Sport und habe deswegen heute, wenn wir es in die Politik übertragen wollen, das Bild, dass Menschen zu sehr vielem in der Lage sind, wenn sie gute Rahmenbedingungen haben.
00:07:31: Das prägt für mich die sozialpolitische Haltung.
00:07:34: Bevor wir gleich über die Politik sprechen möchte ich noch einmal dazu zurück, was Sie gerade beschrieben haben.
00:07:41: Als blinde Langläuferin fahren sie ja mit einem Begleitläufe der Ihnen quasi Kommandos zuruft bei bis zu setzig Stundenkilometern in der Läupe.
00:07:51: Wie fühlt sich das an?
00:07:52: Einem Menschen vollständig zu vertrauen, der urstäblich ihr Leben ja in der Hand hat?
00:07:57: Für mich war es immer eine Selbstverständlichkeit Und mir hat das immer Spaß gemacht.
00:08:02: Ich habe mir beispielsweise nach meiner ersten Europameisterschaftsmedaille im Ski-Langlauf und im Biatlon, also in dem Fall war es die Biatlone, Danach hab ich mir von einem Sponsor gewünscht, dass sich mein Bungie-Sprung machen will.
00:08:15: Weil ich damals gar nicht genug kriegen konnte vom großen Vertrauen auch in so ein Seil, das am Hamburger Fernsehturm befestigt ist und habe mich darunter gestürzt.
00:08:23: Und natürlich haben danach alle gesagt ja für dich ist kein Problem du siehst ja nicht wie tief es runtergeht was natürlich Quatsches!
00:08:29: Ich hab die Stadtautobahn unter mir gehört und wusste auch das geht jetzt schon mit hundert Metern ganz schön weit hier runter.
00:08:35: aber es hat mir einfach noch mal gezeigt was man durch Vertrauen Alles erleben kann, was man für Grenzen austesten kann.
00:08:44: Und natürlich ist Bungie-Spring ein Extrem beim Skilanglauf.
00:08:47: Es ist die Fallhöhe niedriger und die Geschwindigkeit nicht ganz so hoch wie bei einem Sprung mit freiem Fall aber es ist schon das für mich... dieses Randtasten durch immer höhere Geschwindigkeiten, durch das Zusammenspiel mit dem Begleitläufer.
00:09:01: Dass es immer besser wurde und auch durch meine eigene Ski-Technik, die immer besser war, dass für mich so ein Prozess war wo ich das gar nicht hinterfragt habe.
00:09:09: also ich hatte eigentlich selten den Moment wo ich mal gedacht hab boah das ist mir jetzt aber zu schnell oder zu gefährlich.
00:09:14: Der Moment kam, wenn dann nur mal im Sommer, wenn man mit so Skirollern die Räder haben hinten und vorne den Berg runterfährt.
00:09:21: Wenn ich mich jetzt auf den Ther lege, tut's richtig weh!
00:09:24: Das ist im Tiefschneher alles ein bisschen angenehmer, wenn sich mal hinlegt.
00:09:28: Das waren die ersten Momente, wo ich vielleicht das eine oder andere Mal auf der Biertel-Strecke in Oberhof gedacht hab.
00:09:33: Na ja also ... Mit vierzig, fünfzig KmH mit Rollen runterfahren ist nicht ganz so schön wie mit siebzig KMH im Winter.
00:09:40: Aber insgesamt war das für mich immer ne große ... Freiheit und Selbstverständlichkeit so Geschwindigkeit erleben zu dürfen, bis ich mal einen Unfall hatte.
00:09:48: Und dann wurde es für mich ein Stück weit mehr zur Trainingsarbeit dieses Vertrauen aufrechtzuerhalten.
00:09:53: Über diesen Unfall möchte ich noch einmal kurz sprechen.
00:09:55: Das war ein Jahr vor den Paralympics in Vancouver wirklich ein schwerer Unfall bei dem sie sich das Kreuzband gerissen haben, sich an Leber und Niere verletzt haben.
00:10:07: Was ist da passiert?
00:10:09: Wie gelang es Ihnen danach, Ihr Vertrauen quasi wieder aufzubauen?
00:10:13: Also bei dem Unfall hat mir der Begleitläufer damals ein falsches Kommando gegeben was dazu geführt hat dass ich eine Linkskurve gemacht habe obwohl ich nach rechts hätte fahren müssen.
00:10:22: Und dann ging es neben der Strecke in dem Moment ein paar Meter bergab.
00:10:26: Ganz steil, wirklich so senkrecht drei Meter runter.
00:10:29: und wenn man darauf nicht vorbereitet ist und eine hohe Geschwindigkeit hat können auch drei Meter schon weh tun.
00:10:34: und deshalb ich erfahren durch einen hinteren Kreuzbandriss am Knie angebrochene Finger an beiden Händen und innere Verletzungen an der Niere vor allem Und das war für mich schon ein Erlebnis, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe.
00:10:46: Also das hat mich buchstäblich kalt erwischt!
00:10:48: Ich war einfach nur bei einem Wettkampf bei der deutschen Meisterschaft, dachte ich mache jetzt hier meinen Rennen zehn Kilometer klassisch und danach gehe ich ins Hotel erst was und dann schlafe ich erstmal um mich fürs nächste Rennen wieder fit zu kriegen.
00:11:02: Anstelle dieses Programms bin ich einfach ein paar Meter abgestürzt, war im Krankenhaus und hatte eine riesige OP drei Tage nach dem Unfall.
00:11:11: Also das war schon für mich ein ziemlicher Schreck und hatte danach auch die Auswirkung von außen gesagt zu bekommen von einigen du kannst auf keinen Fall mehr diesen Sport machen.
00:11:20: Du wirst doch jetzt nicht mehr dir das noch mal antun.
00:11:23: Und die anderen, die von meiner Mannschaft gesagt haben klar macht so weiter.
00:11:26: Das ist doch wenn du wieder fit und gesund bist überhaupt kein Problem!
00:11:30: Da muss man sich auch selber ein Stück weit orientieren und wissen was will ich eigentlich?
00:11:33: Was ist mir wichtig und wie möchte ich meine Zukunft, vielleicht die Nähe im Sport.
00:11:38: Aber auch die weitere Zukunft gestalten?
00:11:41: und für mich war irgendwann ab einem bestimmten Punkt wo es mir physisch wieder besser ging und auch mental besser ging klar ich will mein Leben so gestalten dass sich das in die Hand nehmen und anpacken wenn eben Vertrauen weg ist Das nicht so stehen zu lassen sondern dieses vertrauen wieder zu gewinnen.
00:11:55: Und dann habe Ich mir einen neuen Begleitläufer gesucht hab mit dem wirklich angefangen Mit etwas niedrigeren Geschwindigkeiten berge runterzufahren.
00:12:02: einmal nachgefragt das war ein anderer
00:12:04: begleitläufler
00:12:06: Hatten Sie keinen Vertrauen mehr?
00:12:07: Ja, wir wollten uns eh nach der Saison trennen und hatten auch vor dem Unfall nicht so viel zusammen trainiert.
00:12:13: Weil er bei ihm das zu viel war, dieses viele Training und Reisen ... Er hat sich das nicht genau überlegt wie ich vorher, was es bedeutet, Leistungssport zu machen.
00:12:22: Wir wollten uns ohnehin trennen aber klar, es wäre sicher schwieriger geworden mit ihm das noch mal hinzukriegen.
00:12:27: Und so war dann für mich und auch für ihn klar, dass das nicht weitergeht.
00:12:32: Dann hab ich jemanden gesucht den ich schon kannte der schon lange bei uns in der Nationalmannschaft mit meinem Bruder und anderen gelaufen ist.
00:12:39: Und er hat dann gesagt, okay, er macht das noch mal.
00:12:41: Er packt es nochmal mit mir an und versucht wirklich auch, mir die Ängste zu nehmen.
00:12:46: Das hat super geklappt!
00:12:48: Wie hat er das gemacht?
00:12:49: Wie kann man solche Ängsten überwinden?
00:12:51: Also das Wichtigste war dass ich offen war, dass ich am Anfang gleich gesagt habe wenn's steil bergab geht brauche ich erstmal eine Orientierung Langlaufstock angefasst hinten, er hatte ihn vorne im Griff und ich hinten an der Spitze.
00:13:02: Dass wir eine Verbindung hatten und ich einfach wusste wenn ich ein bisschen wackelig bin auf diesen Ski-Rollern kann ich mich etwas festhalten und orientieren Und hab nicht gleich Angst.
00:13:11: das war ne gute Übung um wieder mich einzugewöhnen.
00:13:14: Dann haben wir ganz viele harte Trainingseinheiten bergauf gemacht.
00:13:17: Das ist auch gut weil es viel Kraft und Ausdauer gibt und weil das hinfallen weniger wehtut.
00:13:21: also auch das war eine gute Entscheidung Im Sommer einfach andere Trainings Einheiten zu intensivieren.
00:13:27: Und für mich war das Wichtigste wirklich, dass ich wieder Lust hatte auf Langlaufen.
00:13:32: Dass ich Lust hatte, wieder zu vertrauen, mich dafür entschieden hab und eben auch ein Ziel hatte noch einmal zur Paralympics zu fahren in Vancouver um dort zu zeigen was ich kann und dass sich an meine Ziele glaube und diese Ziele auch erreichen kann.
00:13:48: Sehr interessant!
00:13:48: Jetzt möchte ich aber gerne mit Ihnen darüber sprechen, was Sie gegenwärtig tun als Präsidentin des VdK, des größten Sozialverbandes.
00:13:57: Schauen wir mal fünf Jahre zurück, da haben Sie ein Buch geschrieben mit dem Titel Wir denken neu damit sich Deutschland nicht weiter spaltet.
00:14:04: Wenn Sie aus der heutigen Perspektive erst einmal von oben auf das Land drauf schauen würden sie sagen dass es gelungen.
00:14:11: Deutschland hat sich nicht weiter gespalten.
00:14:13: oder ist das Gegenteil eingetreten?
00:14:15: und es ist eigentlich weiter auseinander gegangen in der Gesellschaft?
00:14:17: Ich muss Ihnen leider sagen, es ist das Gegenteil eingetreten.
00:14:21: Das was wir in dem Buch vorgeschlagen haben an Reformen und Ideen für gesellschaftlichen Zusammenhalt wurde großen teils politisch nicht umgesetzt Und wir sehen gerade die Folgen davon dass rechtsextremistische und rechtspopulistische Parteien und Strömungen Zulauf haben Nicht nur in Deutschland ja leider weltweit aber eben auch hier zu lande.
00:14:40: Wir sehen das wie immer mehr Arme Menschen haben, allein wenn man durch große Städte läuft sieht man immer mehr Personen die Flaschen sammeln.
00:14:48: Ich bin neulich morgens um sieben durch die Berliner U-Bahn gegangen und dann lag jemand vor mir auf dem Boden was eine wirklich extrem unangenehme Situation war weil man hier in Berlin ja einfach in so einer Stadt Nicht direkt damit rechnet, vor der U-Bahn Treppe jemand zu finden oder jemand liegen zu haben, der dort schläft.
00:15:08: Und das war für uns beide eine sehr unangenehme Situation, auch die Person morgens aufzuwecken durch meinen blinden Stock mit dem ich die Person leicht berührt habe und es zeigt aber wie offensichtlich die Armut bei uns inmitten der Gesellschaft ist.
00:15:23: Auf der anderen Seite haben wir ein paar Menschen, die immer reicher werden, die von den Krisen gerade profitieren Und die wir eben mit ihren Gewinnen, die sie erzielen nicht anständig besteuern und so nicht anständig an den gesellschaftlichen Aufgaben beteiligen.
00:15:36: Also die Spaltung geht leider immer weiter und wird immer ... Die Disruption wird immer größer.
00:15:43: auch Anforderungen an die Gesellschaft und die Erwartungen werden immer unterschiedlicher.
00:15:48: Die einen wollen maximal in Ruhe gelassen werden, finden zu viel Einmischung schlecht, die anderen wollen ein Sicherheitsnetz haben aber dann doch bitte nur für uns und nur für die Menschen die schon immer hier waren.
00:15:58: also die Erwartungen und Hoffnungen sind so unterschiedlich dass wir in meinen Augen da wirklich intensiv dran arbeiten müssen uns als Gesellschaft wieder deutlich mehr besser für alle und nicht immer ein Mehr für mich, sondern ein Besser für alle zu entscheiden.
00:16:14: Jetzt ist es ja aber so dass die Bundesregierung der vergangenen Jahre und auch die gegenwärtige Bundesregierung trotzdem immense Summen aufwendet für Sozialleistungen also ein großer Teil auch das Bundeshaushalts fließt in Sozialleistungen.
00:16:28: würden Sie sagen, dass es schlecht investiert?
00:16:30: Dass es schlecht gemanagt ist trifft die falschen oder was liegt am Argen?
00:16:35: Es sind ganz unterschiedliche Dinge neben dem Argenlegen.
00:16:36: Auf der einen Seite, sie hatten es in der Einladung schon gesagt haben wir in Deutschland immer mehr Menschen die Pflegebedarf haben.
00:16:42: Wir haben immer bessere medizinische Versorgungen und werden älter bedeutet aber im Umkehrschluss auch dass wir immer mehr menschen haben Die Unterstützung brauchen in der pflege zuhause oder in einer einrichtung.
00:16:54: Das Beispiel Pflege eignet sich ganz gut, um das ein bisschen aufzuzeigen.
00:16:58: Dass es teurer wird ist klar, wenn wir immer mehr Menschen haben die länger leben aber auch Unterstützungsbedarf haben kann man jetzt nicht direkt mit einer einfachen Antwort um die Ecke kommen und sagen ich möchte sparen in der Pflege.
00:17:09: Das wird nicht funktionieren, wenn uns die unverhandelbare Würde jedes Menschen wichtig ist.
00:17:14: Und mir ist es wichtig.
00:17:15: deswegen kämpfe ich dafür dass pflegebedürftige in Deutschland eine gute Lebensmöglichkeit eine gute Rahmenbedingungen haben würde inmitten unserer Gesellschaft zu leben.
00:17:26: Das ist für mich ein ganz wichtiges Thema, deswegen ist es ganz klar ... Geld investieren in den Sozialstaat, müssen wir auch diesen Bedingungen Rechnung tragen.
00:17:36: Aber wir könnten eben auch andere Dinge machen und das zum Thema Geld falsch investiert.
00:17:41: Wir haben in unserem Gesundheitssystem deutlich zu wenig unseres Budgets im Bereich der Prävention, im Bereich Bewegung des Sports.
00:17:48: weil wenn wir Sport machen, uns bewegen fit bleiben dann ist die Chance doch relativ groß später pflegebedürftig zu werden Und es ist die chance relativ groß eben auch weniger Erkrankungen zu haben Wenn wir so ein Stück weit eben auch beispielsweise in der Schule ermöglichen, dass Kinder und Jugendliche sich schon viel bewegen.
00:18:06: In der Schule dann hoffentlich auch einen Sportverein gehen natürlich auch andere Dinge machen wie Kunst und Kultur die will ich gar nicht in Abrede stellen aber für mich als Sportlerin ist natürlich dieses Bewegungsthema ein ganz wichtiges und deswegen richtige Investition bedeutet eben auch zu sagen Wir müssen nicht nur in die Behandlung von bestehenden Erkrankungen investieren und die natürlich auch gut behandeln, sondern wir müssen auch investieren.
00:18:30: Dass Erkranke gar nicht so früh und so schnell eintreten, müssen mehr präventiv arbeiten, müssen den Menschen eine gute Reha zukommen lassen, dass sie nach einer Erkankung, nach einem Unfall wieder ins Arbeitsleben einsteigen können und sollten vielleicht mehr darüber diskutieren und nicht nur darüber ob alle länger arbeiten können wenn schon heute das für viele gar nicht möglich ist.
00:18:48: also spricht des Geld auch ein bisschen umzuleiten.
00:18:51: Das ist ein wichtiger Punkt.
00:18:52: Es ist nicht so, dass wir von allem mehr brauchen.
00:18:55: Wir brauchen nicht nur mehr an Geld im Gesundheitssystem, sondern auch das Geld an anderen Stellen.
00:19:02: Prävention verstehe ich.
00:19:03: Dazu gehört immer, dass man als Einzelner bereit ist dazu, mehr Sport zu machen oder eine Präventionsmaßnahme wahrzunehmen.
00:19:13: Wenn man schon schaut auf die rund fünf Millionen Menschen in Deutschland, die pflegebedürftig sind ... Dann ist in diesem Zusammenhang ja schon häufig von einem Pflegenotstand die Rede.
00:19:24: Und dafür braucht es eben gegenwärtig immer mehr Geld.
00:19:28: Haben Sie da auch Gedanken dazu, wie könnte man das besser organisieren und wie könnte Man diese Situation verbessern?
00:19:34: Also erst mal bin ich auch der Überzeugung, dass wir dieses Geld investieren müssen.
00:19:37: Weil die Menschen lange Zeit in unserer Gesellschaft einen wichtigen Beitrag geleistet haben durch die Erziehung von Kindern und ihre Arbeitsleistungen.
00:19:46: Durch eben wichtige Tätigkeiten für die Gesellschaft.
00:19:49: Deswegen ist es jetzt nicht die Diskussion und darf es nie werden politisch zu sagen Wir wollen an und in der Pflege sparen Sondern jetzt ist genau der Zeitpunkt wo wir investieren können zum Beispiel da rein das menschen Zuhause ihr Bart umbauen können so einem altersgerechten Bart in dem sie dann eben auch noch länger sich aufhalten können, indem Sie Ihre Unterstützung bekommen können.
00:20:10: Das ist für mich eine... Möglichkeit, die wir schaffen und erhalten müssen oder in der wir nicht sparen dürfen.
00:20:16: Um das zu finanzieren ist natürlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ein wichtiges Thema, dass wir wirklich gucken wie wir Menschen ins Arbeitsleben integrieren können, wie wir Arbeitsplätze schaffen, wie man dann auch wirtschaftliche Bedingungen in Deutschland schaffen, die wieder für einen Mehr an Arbeitsplätzen sorgt.
00:20:33: Auch da sind wir als Sozialverband absolut dafür.
00:20:36: aber was auch nicht ausbleiben wird wird auch Veränderungen in der Steuerpolitik sein weil Gerade zum Beispiel hohe Erbschaften, sehr große Vermögen.
00:20:44: Große Gewinne die Firmen generieren eben auch die Globalarbeiten und vielleicht ihren Firmensitz nicht gerade zufällig in Deutschland haben sondern in einem anderen EU-Land oder außerhalb der EU.
00:20:54: das ist schon ein Problem wenn solche Firmen hier kaum besteuert werden können.
00:20:58: durch unsere Finanzordnung also hier anzupacken und anzusetzen wird in den nächsten Jahren wirklich wichtig sein.
00:21:05: Und da muss in meinen Augen die Politik jetzt auch schnell aktiv werden, weil ja auch durch KI sich die Arbeitswelt noch mal mehr verändern wird.
00:21:13: Da darf unser politisches System nicht in meinen Augen wieder... der Entwicklung nachlaufen.
00:21:18: Sondern sollte da jetzt schon Rahmenbedingungen schaffen, dass eben auch unsere soziale Sicherheit gut finanziert ist?
00:21:24: Ich verstehe diese Forderung aus Ihrer Warte sehr gut!
00:21:27: Wenn ich jetzt auf die gegenwärtige Bundesregierung schaue, dann ist ja zu hören das es aus der Reihe der SPD durchaus Stimmen gibt und Forderungen gibt also beispielsweise... sehr vermögende Menschen stärker zu besteuern.
00:21:40: Aber von Unionzeit, CDU CSU wird das mehr oder weniger komplett abgeblockt und es gibt jetzt kaum Bestrebungen auch nicht in der gegenwärtig geplanten sehr kleinen Steuerreform da irgendwas dran zu ändern.
00:21:52: Sie haben gerade Firmen angesprochen die in Deutschland zwar Gewinne erwirtschaften aber hier keine Steuern zahlen.
00:21:57: Google ist zum Beispiel einer dieser großen Konzerne und die anderen Digitalkonzerne die dann eher in Irland ihren Sitz haben Das ist ja schön, wenn man sich das wünscht.
00:22:05: Aber es passiert so wenig!
00:22:06: Wie arbeiten Sie da als Lobbyistin für Ihren Verband konkret daran, dass sich was ändert?
00:22:12: Da bin ich jetzt wieder sehr dankbar und froh ein gutes Team zu haben – das ist wie im Sport – und ich bin auch froh eigene Ausdauer zu haben, weil das ist ein sehr langer Prozess.
00:22:21: Und da kann man auch von ausgehen, das wird sich weder in dieser Wahlperiode noch an der nächsten ganz schnell ändern.
00:22:28: Ich baue ja doch drauf, dass gerade auch die aktuellen politischen Diskussionen, die politischen Zerwürfenisse, die wir überall sehen dazu führen das schon auch der eine oder andere mal anfängt da so ein bisschen umzudenken und auch von den üblichen Narrativen wegzukommen.
00:22:42: Es ist ja super spannend, dass grade in diesem Thema Besteuerung von sehr großen Vermögen und Erbschaften mir als Sozialverbandspräsidentin und vielen anderen ganz schnell vorgeworfen, wir hätten ein Neidproblem.
00:22:55: Das finde ich total spannend.
00:22:56: also im sozialpolitischen Bereich wenn jetzt Leute sagen Ich will eine gute Pflege da würde keiner sagen Du hast irgendwie neidproblem weil du jetzt hier gute soziale Sicherung willst sondern würde jeder sagen das ist ein ganz normaler unverständlicher Wunsch.
00:23:10: Und der ganz normale und verständliche wunsch beispielsweise hohe Erbschaften und Vermögen zu besteuern auch den Nachzuvollziehen finde ich gar nicht so schwer, weil niemand kein einzelner Mensch, keine Einzelperson kann sich allein ein sehr großes Vermögen aneignen.
00:23:24: Da haben immer viele andere und auch eine Gesellschaftensysteme dran mitgearbeitet oder mitgewirkt oder haben Produkte von der Firma gekauft, haben in irgendeiner Weise dazu verholfen dass sich Reichtum an einer Stelle bündelt.
00:23:37: Deswegen ist es für mich auch ein ganz klarer Punkt das von diesem Reichtums wieder was zurückfließt an die Gemeinschaft Und ist es auch ganz klar dass es nicht darum geht um irgend Diskussion, dass jemand nichts davon behalten soll.
00:23:49: Es geht um einen kleinen Anteil und diesen Anteil zu leisten das machen wir alle ja auch.
00:23:53: also wenn Arbeitseinkommen bei uns höher besteuert wird als beispielsweise ein Aktiengewinn oder eben ein großes Vermögen ich finde dann muss man sich schon mal fragen ob wie hier in der wirklich Veritable Leistungsgesellschaft leben.
00:24:07: Da hab ich einfach meinen Zweifel und bin der Leistung jetzt wirklich nicht abgeneigt, also ich find auch das Leistungen belohnt werden soll, das finde ich total richtig.
00:24:15: aber wie gesagt meine Arbeitsleistung wird hier anders besteuert als wenn ich jetzt als Millionärs-Tochter geboren wäre.
00:24:21: Bin ich nicht?
00:24:21: Aber dann hätte ich niedrigere Steuersätze und das finde schon interessant.
00:24:25: wir werden daran weiterarbeiten dass mit vielen Leuten zu diskutieren und sie für unsere Idee zu gewinnen.
00:24:31: Wenn jetzt perspektivisch möglicherweise irgendwann eben doch höhere Steuern auf Aktiengewinn erhoben werden oder auf Erbschaften, dann steigt ja die Staatsquote.
00:24:41: Also der Anteil den der Staat sich von dem was die Bürger erwirtschaften nehmen.
00:24:46: um es um zu verteilen und diese Quote sind Deutschland im internationalen Vergleich jetzt schon relativ hoch über fünfzig Prozent etwa.
00:24:53: gibt es irgendwo Bereiche wo sie sagen naja da können wir dann entlasten und da können Wir quasi den Start ein Stück rausnehmen?
00:25:00: Also ich würde schon immer noch gucken, was bedeutet eigentlich die sogenannte Mittelschicht?
00:25:04: Was für Herausforderungen haben Menschen, die jetzt normal verdienen und nicht groß erben.
00:25:09: Und für die beispielsweise eine Wohnung suchen in einer großen Stadt wie Berlin-, Hamburg-, München-, Düsseldorf-Frankfurt schwierig ist – Wie kann ich diese Menschen entlasten?
00:25:17: Das ist für mich der große Entlastungspunkt, wo wir als Staat schon darüber nachdenken sollten, wie wir es hinkriegen, diese Personengruppe ein Stück weit mehr zu entlastet, indem Beispielsweise die Einkommensbesteuerung reformiert wird.
00:25:31: Auch da gibt es ja jetzt gerade natürlich schon Ansätze in der Bundesregierung, aber daran weiterdenken ist schon ein wichtiges Thema weil wir sehen ja auch Mieten sind immer weitergestiegen was für viele Menschen schon dazu führt dass sie eigentlich kaum mehr Geld sparen können weil Sie zu viel Ihres Einkommen für die Miete schon ausgeben müssen.
00:25:45: und hier wirklich zu verteilen oder umzuverteilen und so entlasten das finde ich extrem wichtig.
00:25:50: und andere Themen wo wir einfach gut gucken müssen können wir Menschen mehr belasten, wo können sie entlasten?
00:25:57: Also wenn zum Beispiel Personen die mehr verdienen eben auch mehr Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.
00:26:03: Eine Möglichkeit wäre
00:26:04: z.B.,
00:26:04: dass die Beitragsbemessungskränze angehoben wird.
00:26:07: also heißt das Menschen die Krankenversicherung Beiträge zahlen und sehr gut verdienen, die über hunderttausend Euro verdienen sag ich mal dann eben auch Mehr-Kranken-Versicherungsbeitrag bezahlen.
00:26:18: Auch das wäre eine gerechte Umverteilung.
00:26:20: reden wir noch mal einmal über die Angehörigen von Pflegebedürftigen.
00:26:24: Ich habe vorhin gesagt, etwa fünf Komma sieben Millionen Menschen sind pflegebedüftig in Deutschland und fast seventy Prozent von ihnen werden zu Hause gepflegt von Angehöhrigen.
00:26:34: das kann ja häufig eine sehr schwierige Situation sein wenn man möglicherweise nebenher noch arbeitet oder sich auch noch um Kinder zu kümmern hat.
00:26:42: welche Gedanken haben Sie?
00:26:43: Welche Ideen haben Sie?
00:26:44: wie könnte man pflegende stärker entlasten und solidarisch unterstützen?
00:26:49: Also erstmal finde ich die riesen Leistungen absolut anerkennenswert, die viele in unserer Gesellschaft bringen.
00:26:54: Es werden so viele Menschen zu Hause versorgt gepflegt von ihren Kindern, Partnerinnen, Partnern, Schwiegerkindern anderen verwandten Freunden-Nachbarn – das ist einfach auch eine riesige gesellschaftliche Leistung!
00:27:06: Auch die finde ich absolut ermutigend und schön wenn wir sehen wie viele Menschen sagen meine angehörige Person soll nicht in Pflegeheim sondern soll zuhause bei uns bleiben und soll ihre eigenen Verwände genießen können.
00:27:19: Das ist wirklich auch was Positives, aber jetzt geht es wirklich auch darum wie die Menschen unterstützt und gestärkt werden und da ist für mich entscheidend wie die Bundesregierung auch in den nächsten Jahren hier reformwillig ist.
00:27:31: das zum Beispiel ein Plan der Regierung war die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige zu senken finde ich überhaupt nicht richtig weil die Menschen ja sehr viel investieren oft in der Arbeit kürzer treten vielleicht sogar Arbeitsstunden reduzieren oder die Arbeit ganz aufgeben.
00:27:46: dann ist zumindest gut.
00:27:47: Gut, wenn man weiß ich habe eine Altersabsicherung und hab Rentenversicherungsbeiträge.
00:27:52: Das war ja der Plan der vormaligen Gesundheitsministerin Nina Warken.
00:27:55: Ihren Nachfolger Karsten Linnemann hat sich jetzt anders geäußert.
00:27:59: Er gesagt er sieht das eigentlich nicht will es eigentlich nicht.
00:28:01: vertrauen sie darauf dass das bleibt wie's jetzt ist.
00:28:04: Wir werden in seinem Vorhaben auf jeden Fall bestärken und werden das sehr befürworten.
00:28:10: Und ich hoffe schon, dass er auch an dem Vorhabend dran bleibt weil die Gegenwehr und der Sturm der Menschen war schon sehr groß.
00:28:16: also ich hoffe, dass da die Bundesregierung einsichtswillig und einsichtsfähig ist und hier wirklich nochmal die Regelungen verändert oder die Vorschläge verändert, die aufm Tisch liegen.
00:28:26: Es braucht auch in anderen Themen eine Angleichung der Vorschläge an die Realität, weil zum Beispiel die Unterstützung von Pflegebedürftigen erst später ihnen zuzugestehen.
00:28:37: Also die Pflege gerade erst später zuzugestehen ist auch ein großes Problem.
00:28:41: wenn es wirklich darum geht ab wann krieg ich einen Zuschuss um mein Bad umzubauen?
00:28:46: Um einen Treppenlifter einzubauen?
00:28:49: Vielleicht auch schon mal eine Haushaltshilfe zu kriegen.
00:28:52: Wenn diese Stellschrauben dazu führen, dass Menschen länger zu Hause bleiben können, länger selbstständig in ihren vier Wänden bleiben können – dann ist das eben für uns gesellschaftlich und volkswirtschaftlichen einen riesigen Gewinn!
00:29:03: Und der Gewinn geht mir oft in die Diskussion verloren.
00:29:05: Wenn es darum geht, dass die Leistungen für Pflege zuhause, für pflegebedürftige und ihre Angehörigen eingeschränkt werden, dann ist die Konsequenz ja davon, dass immer früher und mehr Menschen in den Pflegeheimen müssen, wo wir alle wissen, dass die Pflegeheime überfüllt sind.
00:29:20: Die Pflege dort extrem teuer ist, deswegen ist für mich wirklich die Stärkung der Rahmenbedingungen zu Hause eigentlich eines der vordringlichsten Vorhaben, die eine Bundesregierung verfolgen
00:29:29: sollte.".
00:29:31: Jetzt haben Sie gerade die Pflegeheimer angesprochen und das ist ja wirklich so, dass dort auch krasser Personalmangel herrscht!
00:29:38: Man kann denke ich zurecht sagen, dass die Bezahlung jetzt nicht exorbitant gut ist, dass aber die Arbeitslast groß.
00:29:45: Was denken Sie, was könnte man tun um solche Berufe wieder attraktiver zu machen?
00:29:49: Also für viele Pflegekräfte sagen viele Studien ist die Bezahlung... gar nicht das ganz große Thema, sondern die Bezahlung auch mit Schichtzulagen und so weiter ist gar nicht so schlecht inzwischen für Pflegekräfte.
00:30:01: Was für viele das höhere und größere Problem und die höhere Bedeutung hat, ist die Frage der Verantwortung.
00:30:07: Wenn ich alleine nachts im Nachtdienst mit sehr vielen pflegebedürftigen Menschen auf einer Station bin dann sagen eben viele Pflegekräfte ist mir das zu viel.
00:30:14: also Ich bin der Überzeugung dass wir wirklich auch die Attraktivität von diesem Berufsfeld stärken können und müssen, indem sich die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt.
00:30:24: Und damit auch die Verantwortung.
00:30:26: Dass wirklich geguckt wird, wofür braucht es eine qualifizierte Pflegefachkraft?
00:30:30: Wo können Pflegehilfskräfte Tätigkeiten abnehmen?
00:30:34: Wie kann man die Arbeit gut verteilen auf unterschiedliche Schulter?
00:30:38: Ich glaube, dass das zu einer höheren Attraktivität beitragen könnte.
00:30:43: Reden wir noch einmal über die Rente.
00:30:45: Auch ein wichtiges Thema für Sie und den Verband.
00:30:48: Auch hier ist ja klar, dass sich eine ganze Menge verändern könnte.
00:30:51: Es gab eine Kommission die von der Bundesregierung eingesetzt worden mit Politikern aus CDU CSU und SPD und mit Expertinnen und Experten.
00:31:01: Die haben ein rundes Paket einen Plan vorgelegt und dann hat die Bundesregierung vor der Sommerpause zunächst signalisiert das sie diesen Plan mehr oder weniger eins zu eins umsetzen möchte.
00:31:10: jetzt nach der Sommer Pause Und auch unter dem Druck der schlechten Umfragewerte für die Parteien Waldebakel für CDU und SPD in Sachsen-Anhalt hört sich das schon wieder anders an.
00:31:23: Es wird darüber gesprochen, dieses Paket aufzuschnüren und nochmal neu zu sprechen.
00:31:27: Da kann man ja schon den Eindruck gewinnen, naja so richtig kriegen wir es mit dem Reformieren hierzulande nicht hin.
00:31:32: oder wie geht's Ihnen?
00:31:33: Also man kann zumindest den Eindrück gewinnen dass wir nicht gut im kommunizieren sind.
00:31:37: um den Menschen wirklich mal auch klar zu machen Dass wir Reform brauchen, wie die Reform aussehen können und was sie bedeuten, braucht sicher eine andere Kommunikation.
00:31:46: Da reicht auch nicht den Leuten zu sagen, wir müssen endlich mal die Rente mit dreiundsechzig abschaffen, die schon heute gar keine Rente mehr ist.
00:31:54: Sie heißt
00:31:54: eben so oder nicht?
00:31:55: Ja,
00:31:56: heute sind es vierundsechtzig Jahre und vier Monate.
00:31:59: Aber das meine ich genau mit Kommunikationsin und mir.
00:32:02: Es ist vielleicht klar aber vielen Menschen da draußen ist es nicht wirklich klar, was es damit gemeint.
00:32:06: Und die haben einfach nur das Gefühl gerade die Emotionen ... Wir nehmen hier gerade jemand meine Lebensplanung weg.
00:32:11: Und deswegen wäre für mich eigentlich der viel wichtigere und sinnvollere Weg, diese Reform anders zu erklären und auch gleich die Situation von Menschen mitzudenken – zu sagen gut wir brauchen auch wenn wir diese frühere Möglichkeit in Rente zu gehen.
00:32:26: und vielleicht sukzessive zurückbauen wollen, brauchen wir für Übergangsfristen.
00:32:31: Wir haben Menschen, die ihre Lebensplanung anders gemacht.
00:32:33: Aber es soll ja Übergangsfristen geben?
00:32:35: Ja
00:32:35: jetzt schon!
00:32:36: Das war ein langer Weg.
00:32:37: Am Anfang hieß es nur, das wird abgeschafft und eins zu eins umgesetzt.
00:32:40: Jetzt sind wir gerade soweit, dass darüber diskutiert wird, ach so, klar, wir können ja Üergangsfrsten einführen.
00:32:45: Man hätte sich da einiges an Wut und Umwegen ersparen können, wenn man auch das gleich mitkommuniziert hätte.
00:32:51: Das ist für mich ein ganz wichtiges Thema, aber auch politische Parteien, die Regierungen auseinandersetzen müssen.
00:32:59: Wie werden solche Vorschläge kommuniziert und bewertet?
00:33:03: Und das andere ist auch was ich mir einfach sehr wünschen würde.
00:33:06: Wozu wir auch im Deutschen Gewerkschaftsbund in der eigenen Rentenkommission des CGB gearbeitet haben wie kann man sozialgesicherte Übergänge in die Rente gut gestalten?
00:33:14: also wie können wir auch die Menschen unterstützen, die heute schon nicht die Regel altersgrenze erreichen.
00:33:19: Also wie können die besseren Zugriff bekommen auf Reha-Maßnahmen dazu führen, dass die Menschen länger im Arbeitsleben bleiben können und auch länger gesund am Arbeitsplatz bleiben können.
00:33:31: Länger Spaß haben an der Arbeit, länger auch die ganze Frage der Sinnstiftung dort für sich nutzen und genießen können.
00:33:38: ein Stück weit aber darum geht es eben viel zu wenig in meinen Augen in der öffentlichen Debatte und da könnten und sollten wir als Sozialverband ein bisschen Gegengewicht schaffen.
00:33:48: Bleiben wir noch mal kurz beim ersten Punkt die Kommunikation.
00:33:51: Das ist ja relativ leicht.
00:33:52: dahin gesagt, Politik muss besser erklärt werden.
00:33:54: auch jetzt nach dem AfD-Wahltriumf in Sachsen-Anhalt hat man dann von Bundeskanzler Friedrich Merz gehört dass er seine Politik besser erklären möchte.
00:34:03: In meinen Augen und in meinen Ohren vor allem klingt das immer so ein bisschen wohlfeil.
00:34:08: naja wir müssen halt besser erklären.
00:34:10: Steckt da nicht mehr dahinter?
00:34:12: Ist das nicht auch so, dass möglicherweise die Lebenswelten von jenen die entscheiden auf der einen Seite und denen, die von den Entscheidungen betroffen sind auf der anderen Seite soweit auseinanderklaffen, dass man kaum noch eine gemeinsame Sprache findet.
00:34:25: Also die Kommunikation ist ein Punkt der andere.
00:34:28: Da bin ich völlig bei Ihnen.
00:34:29: Es ist auch, dass die Lebensweltens unterschiedlich sind.
00:34:32: Wir können ein anderes Beispiel nehmen.
00:34:33: Die Verpflichtung zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag, da habe ich mich wirklich auch intensiv gefragt was genau war die Vorstellung?
00:34:42: derer, die diesen Entwurf vorgelegt
00:34:44: haben.
00:34:47: Dass man sich sofort bei einer Ärztin, einem Arzt vorstellen muss eine Arbeitsunfähigkeitsbescheidigung braucht im Krankheitsfall.
00:34:53: Bisher konnte man drei Tage auch zu Hause bleiben und sich auskurieren.
00:34:58: Wenn jetzt alle zur Ärzte zum Arzt gehen müssen für eine Krankschreibung ab dem ersten Tag ... Meine Befürchtung, die sofort kommt ist ja klar.
00:35:06: Dann bleiben viele mal eine ganze Woche zu Hause weil wegen einem Tag oder zwei zum Arzt gehen.
00:35:12: naja dann kann ich vielleicht auch gleich ein paar Tage mehr mich krank schreiben lassen weil da bin ich garantiert wieder fit danach.
00:35:18: also Ich habe mich da wirklich intensiv gefragt was steckt dafür ein Misstrauen dahinter?
00:35:23: und Ist es nicht eher an Betrieben an Firmen an Unternehmen Lösungen und Möglichkeiten zu finden dass eben die Menschen weniger dass sie sich verantwortlich fühlen für ihren Job.
00:35:34: Weil ich hab um mich herum auch ganz viele bei mir in der Arbeit, die auch dann lieber mal sagen ... Mensch, ich hab zwar heute ein bisschen Halskratzen, aber ich bleib einfach zu Hause, um niemand anzustecken.
00:35:44: Bei unseren Jobs geht es eben auch mal.
00:35:45: Aber ich will schon heute noch was fertig machen, weil ich weiß, das ist für euch wichtig.
00:35:50: auch da wieder überhaupt nicht zu tragen kommt und es zeigt, dass wir wirklich in unterschiedlichen Lebenswelten zu Hause sind.
00:35:56: Dass ja ganz viele Menschen schon ein hohes Verantwortungsgefühl haben und sich eben auch an ihrem Arbeitsplatz gerne einbringen.
00:36:02: und das mehr zu stärken und die Gesundheit am und im Arbeitsplatz und mit der Arbeit zu stärkern – auch das könnte ja mal einen Ansatz sein, der nicht von Misstrauen lebt sondern von was Positiven.
00:36:13: Ich habe den Eindruck, dass es sehr stark aus der persönlichen Perspektive jeweils geprägt.
00:36:18: Also welche Erfahrung macht man selber in seinem Leben am Arbeitsplatz?
00:36:21: und das was man dort insbesondere von Kanzler Merz gehört ist die Aufforderung, dass wir alle mehr arbeiten müssen.
00:36:27: also wir müssen irgendwie mithalten mit den Chinesen und die Amerikaner usw.
00:36:30: Und wir müssen hier in Deutschland einfach wieder einen richtigen Leistungsmodus reinkommen.
00:36:34: deshalb soll man eben nicht schon bei einem kleinen Husten oder einem Hals kratzen wie ich's heute hab sofort blau machen.
00:36:40: Können Sie das nachvollziehen, dass das wirklich ein ernsthaftes politisches Anliegen ist?
00:36:44: Oder sagen sie, dass es einfach nur misstrauen den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber.
00:36:49: Also ich will gar nicht in Abrede stellen, dass dann anliegende hintersteckt aber die Art wie diesem Anliegent begegnet wird finde ich problematisch weil mit Misstrauen zu begegnen... Das bringt nichts, das haben wir alle schon in unserem Leben oft genug erfahren.
00:37:01: Wenn wir nur noch mehr kontrollieren und Menschen mehr misstrauen dann führt es bei denen die ohnehin das System nicht gut finden dazu dass sie's noch mehr ablehnen.
00:37:09: Und die anderen die ohne hin schon pflichtbewusst sind die werden auch weiterhin bleiben.
00:37:12: also für mich ist immer die frage wie kann man so einem anliegen eben auch begegnen indem zum beispiel des thema Arbeitsplatzgesundheit, Prävention hat ich vorhin schon gesagt.
00:37:24: Zugang zu Reha-Möglichkeiten den Menschen Verantwortung übergeben?
00:37:28: wie kann man durch solche Möglichkeiten wirklich auch das Bewusstsein stärken?
00:37:32: Das ist natürlich ein etwas mühsamerer Weg wie einfach eine Regel zu verschärfen.
00:37:36: aber ich finde dieser mühsamen Weg lohnt sich.
00:37:39: Müsamer Weg lohnt sich.
00:37:40: Das bringt mich noch zuletzt zu dem Punkt Ehrenamt, denn sie engagieren sicher sehr stark für das Ehrenamt in der Gesellschaft.
00:37:47: Das passt gut zu diesem Podcast, den.
00:37:49: die erste Folge des Podcasts haben wir im Schloss Bellevue aufgenommen mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und er hat da ausführlich gesprochen über seinen Engagement für das ehrenamt.
00:38:01: Jetzt ist es aber so dass sich nur ein Teil der Bevölkerung ehrenamentlich engagiert für andere engagiert.
00:38:06: Warum isst aus ihrer Sicht Engagement für andere ohne Bezahlung so entscheidend für unsere Bevölkerung.
00:38:14: Also, für mich gibt es mehrere Punkte.
00:38:15: Ich finde erstmal gut dass wir viele Menschen haben die sich engagieren.
00:38:18: ich engagiere mich beispielsweise ehrenamtlich im Sport im Deutschen Olympischen Sportbund und das ist für mich natürlich ein absolutes Herzensthema mich im Sport einzubringen Und ich hab noch ein paar andere kleinere Ehrenämter, aber das Große ist eben für mich wirklich mein Engagement im und für den Sport.
00:38:34: Was wir damit bewegen können ... Wir alle, die uns ehrenamtlich engagieren, auch die im VdK-angagierten Ehrenamtlichen haben damit die Möglichkeit selbst zu gestalten.
00:38:44: Sie haben die Möglichkeiten verbannt eine Organisation zu prägen, sie haben die Möglichkeit, selbst Angebote zu schaffen mitzubestimmen.
00:38:50: Das ist ja ne ganz demokratische und schöne Möglichkeit um Gesellschaft zu gestalten.
00:38:56: Auf der einen Seite gibt es immer Leute, die sagen, das Ehrenamt sollte nicht dem Staat alle Aufgaben abnehmen.
00:39:02: Das ist sie vielleicht etwas negativere Auslegung, die positive ist, Ehrenamten unsere Möglichkeit um wirklich selbst zu prägen wie unsere Gesellschaft aussehen soll, wie bunt sie sein soll, beweglich sie sein sollen, wie kulturell sie sein darf wo sich Kunst ausleben kann.
00:39:17: All das sind Bereiche wo sich ehrenamtliche einbringen können.
00:39:20: also es ist auf der einen seite viel Gestaltung.
00:39:23: auf der anderen Seite kriegen wir natürlich auch viele Geschenkt an Begegnungen.
00:39:28: Erfolgen, also wenn beispielsweise ein Kumpel von mir der Fußballtrainer ist für seine Jungs und andere Jugendliche die dort trainieren.
00:39:38: Mir dann wieder erzählt dass sie am Wochenende das erste Mal in der Saison gewonnen haben und sich Papa und die Jungs darüber freuen und da irgendwie gemeinsam einen Spaß haben, einen Erfolg haben oder eben auch mal eine Nählage verarbeiten müssen Dann freue ich mich auch immer drüber Dass meine Patenkinder und ihr Vater da so begeistert Von ihren Spieltagen sprechen einfach alle zusammen toll finden.
00:39:59: Also auch da kriegen wir einfach extrem viel geschenkt in meinen Augen an gemeinsame Erfahrungen und gemeinsam
00:40:05: Lernen.".
00:40:05: Das kann ja eine sehr schöne Erfahrung sein, wie Sie es gerade beschreiben – rund neunzwanzig Millionen Menschen in Deutschland!
00:40:11: Erleben das auch, weil sie sich ehrenamtlich engagieren.
00:40:14: Heißt ja aber auch rund zwei Drittel tun das nicht?
00:40:17: Wie stehen Sie zu der Forderung dass es eine Pflichtzeit für alle Erwachsene geben sollte im Laufe des Lebens wo man wirklich vom Staat verpflichtet wird sich in irgendeine Art und Weise ehrenamtlich einzubringen?
00:40:29: Also erstmal würde ich's versuchen durch... Anreize durch bessere Möglichkeiten, durch Tage wie es der Bundespräsident dieses Jahr zum Tag des Grundgesetzes erstmals gemacht hat da und den Tag des Ehrenamts auszurufen.
00:40:41: Wo Personen eben auch wirklich speziell angesprochen werden und auch Organisationen ihre Türen aufmachen um zu sagen schau dir das Ehrenamt hier bei uns an.
00:40:50: also ich finde erstmal schon gut einen positiven Anreiz zu schaffen weil die Verpflichtung zum Ehrenabend In Deutschland können wir alle schon genau sagen, wie die nächste Diskussion ist.
00:41:00: Was gibt es für Ausnahme-Tatbestände?
00:41:02: Wer muss dann mitmachen und wer nicht?
00:41:04: Die Diskussion würde in meinen Augen sehr viel kaputt machen.
00:41:06: Deswegen würde ich's erst mal gut finden, wenn wir deutlich mehr strukturell ändern würden als zum Beispiel mehr Praktika in Schulen.
00:41:13: Ich glaube, dass das ein guter Ansatzpunkt sein kann, dass sich Jugendliche schon unterschiedliche Bereiche anschauen, soziale ökologische ... kulturelle ganz unterschiedliche Bereiche kennenlernen durch Praktika, indem eben wirklich auch in der Ausbildung im Studium.
00:41:28: Das Thema Ehrenamt, eine Rolle spielt in die Betriebe eben vielleicht auch mal nicht nur den Betriebsausflug mit.
00:41:34: Wir gehen im Biergarten oder was sagt man in Berlin?
00:41:36: Wo geht man dahin?
00:41:37: Keine Ahnung.
00:41:39: In die Kneipe auf der Spree oder so.
00:41:42: Sondern dass man vielleicht auch damals sagt wir machen mal gemeinsam eine Aktion wo wir uns engagieren.
00:41:47: also ich würde erst einmal solche strukturellen Ideen und Themen vorantreiben bevor ich daraus in Pflicht meinen würde.
00:41:54: Dann bleibt mir eigentlich zum Schluss nur noch Kurze Frage mit der Bitte um eine kurze Antwort.
00:41:58: Was müsste geschehen, damit?
00:42:00: Sie sagen so?
00:42:02: Jetzt ist Deutschland wirklich ein gerechtes Land!
00:42:05: Es müssen alle ihren Beitrag leisten, ohne dass es immer darum geht wie kann ich weniger machen?
00:42:10: Sondern ich würde gut finden wenn wir uns alle die Frage stellen wo kann ich meinen Beitrag leisten.
00:42:13: Durch meine Steuern durch mein Engagement durch meine Arbeitsleistung?
00:42:18: das wäre für mich ein hohes Maß an Gerechtigkeit und wir brauchen dafür wirklich gute Rahmenbedingungen die eben zum Beispiel auch bedeuten gerechte Besteuerungen die sehr viel mehr haben sollten eben auch mehr geben.
00:42:30: eine funktionierende Gemeinschaft bedeutet das höre ich jetzt raus aus ihren Worten dass man sich gegenseitig auffängt.
00:42:35: Das gilt für die Bundespolitik, aber sicherlich auch für alle Bürgerinnen und Bürgern am Alltag.
00:42:40: Eine solidarische Gesellschaft wenn sie gelingen soll braucht funktionierende Organisationen wie den Sozialverband VDK.
00:42:47: Warum das wichtig ist hat dessen Chefin hier heute erklärt.
00:42:50: Verena Bentele herzlichen Dank für ihre Zeit und die Erläuterung!
00:42:54: Danke für die Einladung und alles Gute und Viehmut allen.
00:42:57: Das wünsche ich auch, liebe Hörerinnen und Hörern.
00:42:59: Ihnen allen viel Mut!
00:43:00: Hoffentlich hat diese Folge sie inspiriert – und ihnen Mut gemacht, denn das soll der vorangedacht Podcast tun.
00:43:06: Wie immer freue ich mich über ein Like, ein Abonnement oder einen Kommentar.
00:43:10: Und vielleicht haben Sie ja auch ein inspirierendes Beispiel aus Ihrem Umfeld bei dem Menschen sich gegenseitig unterstützen.
00:43:16: Teilen Sie das dann gerne mit uns?
00:43:18: Mein Team und mich erreichen Sie per E-Mail an podcasts at t minus online.de.
00:43:24: Redaktion und Produktion dieser Folge lagen bei Viola Küchst, Michaela Fischer, Arno Wölk und Nadine Schmidt.
00:43:31: Mein Name ist Florian Harms.
00:43:32: bis zur nächsten Vorangedachtfolge sage ich Tschüss und bleiben Sie uns gewogen!