00:00:04: Dieses Transkript wurde automatisch erstellt und nicht redaktionell geprüft +++ Die deutsche Wirtschaft stagniert, nicht erst seit Monaten sondern seit Jahren.
00:00:08: Konzerne streichen Arbeitsplätze, Firmen schlittern in die Pleite, erfolgsverwöhnte Unternehmen bangen um ihr Geschäft.
00:00:15: In Umfragen nennen Wähler die Wirtschaftslage derzeit als das wichtigste Thema.
00:00:20: Die Bundesregierung will mit Reformen für den Aufschwung sorgen tut sich aber schwer und natürlich müssen sich auch viele Betriebe neu aufstellen.
00:00:29: In den Debatten und auch in vielen Medien wird meist über Industriekonzerne wie zum Beispiel Volkswagen gesprochen.
00:00:36: Doch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sind Mittelständler, rund neunzig Prozent der deutschen Firmen sind Familienunternehmen – sie stellen mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze!
00:00:46: Die Entscheidungen dieser Betriebe beeinflussen maßgeblich ob-und-wie die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung kommt.
00:00:53: Ein Thema also, wie gemacht für diesen Podcast.
00:00:56: Mein Name ist Florian Harms und ich spreche bei Vorangedacht mit Menschen die Probleme anpacken und lösen wollen statt sich nur besied zu beklagen.
00:01:04: Mein heutiger Gast führt den Lebensmittel-Großhändler Rülko im Hamm in Westfalen in vierter Generation.
00:01:10: vor allem ist sie Präsidentin des Verbandes Die Familienunternehmer und gilt als meinungsstarke Vertreterin der deutschen Wirtschaft.
00:01:18: herzlich willkommen Marie-Christine Ostermann.
00:01:23: Schön, dass Sie hier sind.
00:01:24: Danke!
00:01:25: Sie führen das Unternehmen Ulco ein Lebensmittel-Großhändler der beliefert Großküchen und Kantinen.
00:01:31: Was kochen sie selbst gerne?
00:01:33: Kochen Sie auch mal?
00:01:34: Ich koche tatsächlich gerne wenn ich zu Hause bin aber es sind meistens einfache Mahlzeiten die recht schnell gehen Nudeln mit Tomatensoße oder ich mache mir eine Pizza selber aus dem Tiefkühl?
00:01:47: Ja ne, ich nehme Teig und beleg den dann selber.
00:01:50: jetzt beispielsweise Ja, ich koche schon.
00:01:53: Also es ist Erholung abschalten und natürlich auch einfach ein bisschen runterkommen das Essen genießen.
00:02:00: Das mag ich schon.
00:02:01: Bisschen
00:02:01: reflektieren in der Zeit was man so erlebt hat?
00:02:03: Ja und einfach zur Ruhe kommen.
00:02:06: Ich werde da einfach ruhig bei und komme runter und das ist mir so wichtig!
00:02:10: Sie führen ein Unternehmen und sind dann auch noch Präsidentin eines wirklich wichtigen Verbandes.
00:02:15: wie viel Zeit verbringen sie auf jeder der beiden Baustellen?
00:02:19: Also es ist so im Durchschnitt, würde ich sagen, Hälfte.
00:02:22: Das eigene Unternehmen, die andere Hälfe verbannt.
00:02:25: aber es gibt dann manchmal auch Phasen wo der Verband schon sehr viel Zeit beansprucht und noch mehr Zeit und deswegen bin ich sehr dankbar dass Ich unser Unternehmen auch nicht komplett alleine führe sondern ein sehr gutes Mitarbeiter-Team habe das mich da unterstützt und dass das operative Geschäft dann managt.
00:02:41: wenn ich zum Beispiel in Berlin bin
00:02:44: Wir reden da gleich noch drüber sowohl über Unternehmen als auch über die Arbeit.
00:02:47: ja das Verbandes Vorausgeschickt, sie gelten als Person.
00:02:50: Die klar ihre Meinung öffentlich äußert, polarisiert?
00:02:54: Ist das eine Beschreibung mit der Sie sich anfreunden können oder die man Ihnen eher anhäftet?
00:03:00: Das ist schon so.
00:03:02: Ich als Person aber auch unser Wirtschaftsverband.
00:03:04: Die Familienunternehmer stehen für klare Positionen.
00:03:07: Wir sagen wie es in der Realität ist und in der Wirtschaft ... was die Arbeitsplätze betrifft, die Mitarbeitenden.
00:03:15: Uns ist wichtig Klartext zu sprechen damit gute Lösungen für das Land gefunden werden, für die Reformen und die Zukunft wie wir hier vorankommen.
00:03:23: Wird zu wenig Klartex gesprochen?
00:03:24: Gegenwärtig in den Debatten oder der Politik überhaupt in der Gesellschaft?
00:03:29: Ich finde teilweise schon gerade im Bereich der Politik.
00:03:34: da wird viel angekündigt und viel Schönes oft gesagt dann sind aber zu wenige Ergebnisse Die String braucht, um aus dieser Wirtschaftskrise rauszukommen.
00:03:45: Deswegen finde ich es wichtig, Dinge klar zu sagen aber auch das was man sich vorgenommen hat dann wirklich umzusetzen.
00:03:53: Das ist wichtig!
00:03:54: Es wird ja auch können wir Klartext reden gegenwärtig dem Bundeskanzler stark vorgeworfen dass er im Wahlkampf Dinge versprochen hat die er jetzt eben nicht schnell genug einlösen kann.
00:04:02: möglicherweise auch gar nicht nur seine Schuld weil einfach das System so isbis ist oder weil er einen Koalitionspartner hat.
00:04:08: Aber ich habe schon den Eindruck, dass das dann auch zum Vertrauensverlust beiträgt.
00:04:13: Der viele Menschen trifft wenn sie auf die Politik schauen.
00:04:15: Beobachten Sie das auch im Verwand der Familienunternehmer?
00:04:18: Ja, das beobachten wir auch auf jeden Fall.
00:04:20: da gab es ja sehr viel Hoffnung vor über einem Jahr als diese Bundesregierung gewählt worden ist.
00:04:26: Und so viele Ankündigungen, dass jetzt Investitionen kommen und Wirtschaftswendern vieles besser wird Richtung Wachstum- und Reform.
00:04:34: Da ist natürlich zu wenig gekommen bisher.
00:04:38: Natürlich ist uns allen klar, dass es eine Regierungskoalition mit unterschiedlichen Ansichten ist Auch nicht so einfach ist, einen gemeinsamen Nenner zu finden.
00:04:47: Aber angesichts der Tatsache dass dieses Land ja seit über zwei Jahrzehnten auf wichtige Reformen wartet die auch nicht weiter verschoben werden können weil es so dringend ist bestehen natürlich die Erwartungshaltung von den Menschen die vor so vielen Problemen stehen vor so viel Kostensteigerungen.
00:05:01: auch das jetzt.
00:05:02: Probleme gelöst werden jetzt im land und noch ist die Chance da und das erwarten wir weiterhin von dieser bundesregierung dass sie endlich die probleme anpackt und löst.
00:05:10: Weil Sie das jetzt ansprechen.
00:05:12: Das heißt ja, dass wir hierzulande eigentlich viel zu lang einfach nur weitergemacht haben und allfällige Probleme nicht gelöst haben.
00:05:19: Würden Sie dazustimmen?
00:05:21: Ja, das ist absolut richtig.
00:05:23: Nun war die wirtschaftliche Lage in Deutschland ja auch lange sehr gut.
00:05:27: Also, Jahrzehnt bis Zwei-Tausend-Zwanzig war das goldene Jahrzehn.
00:05:31: Auch die Politik hatte viel Geld zur Verfügung viele Steuereinnahmen Sozialversicherungsbeiträge und da war der Druck denke ich nicht hoch genug wirklich unbequeme Reformen umzusetzen.
00:05:42: aber jetzt stehen wir wirklich vor der demografischen Entwicklung immer weniger jüngere Menschen die arbeiten können soziale Sicherungssysteme die nicht mehr finanziert werden können massiv steigende Arbeitskosten, beispielsweise Menschen die aber dringend mehr Netto vom Brutto brauchen um ihre eigenen Rechnungen bezahlen zu können.
00:05:58: Zu wenig Wohnraum ein Schulsystem was reformiert werden muss also so viele Alltagsherausforderung die jetzt wirklich gelöst werden müssen damit es nicht noch schlimmer wird sondern endlich wieder besser.
00:06:09: und danach sehen sich die Menschen.
00:06:11: das fordern wir natürlich auch als Verband auch für unsere Mitarbeitenden.
00:06:16: Aber trotzdem noch mal nachgehakt, weil sie aus der Wirtschaft kommen.
00:06:18: Sie haben sicherlich auch mit vielen anderen in der Wirtschaft zu tun.
00:06:21: In diesen goldenen Jahren hat man das nicht kommen sehen was da auf uns zurollt?
00:06:25: Weil entdenkt in der wirtschaft ja nicht von heute auf morgen sondern hat auch eine mittelfrist Planung und denkt strategisch so was wie den demografischen wandel konnte man ja voraussehen sowas wie chinas erstarken konnte man voraussägen.
00:06:38: also hat da vielleicht auch die wirtschaft nicht rechtzeitig gesagt oh wir müssen etwas dringender.
00:06:46: Wir als Wirtschaftsverband haben das immer gefordert und klar gesagt auch in den Krisen, die damals schon ... Da waren zum Beispiel die Staatsschuldenkrise.
00:06:54: Da haben wir mit Blick auf gesamt ... Europa auch gesagt, wir brauchen hier strukturelle Reformen.
00:07:00: Keine Rettungspakete keine Bailouts nicht alle Probleme mit Geld zuschütten sondern die Probleme strukturell angehen so dass wir in der Zukunft gewappnet sind Resilienz sind gut aufgestellt sind sowie das Unternehmen private Unternehmen Familienunternehmen tun.
00:07:16: aber auch jeder Mensch guckt ja wo er bleibt trägt Verantwortung fürs eigene Leben für die eigenen Finanzen und versucht sich bestmöglich aufzustellen haben wir schon immer gefordert auch vom Staat.
00:07:29: Mit Blick auf die letzten zwanzig Jahre sehe ich schon, dass gerade die Bundeskanzlerin Merkel damals sicher das auch gesehen hat aber nicht genügend angepackt hat.
00:07:40: es wurde weiter viel Geld verteilt auch viele Steuern eingenommen von den Unternehmen, von den Arbeitenden.
00:07:47: Viel umverteilt aber die Strukturen sind bisher unverändert nicht wettbewerbsfähig für die Zukunft, nicht zukunftsfit, nicht zukunftsfähig.
00:07:55: und da müssen wir jetzt ran.
00:07:57: Aber dann mal konkret gefragt weil Sie das gerade auch ansprachen mit den Rettungspaketen also nach der Finanzkrise zwei tausend sieben acht Sie haben es grade gesagt kamen ja die anderen Krisen also sprich die Euro-Krise Griechenland-Krise, dann hat man große Rettungspakete geschnürt in nächtelangen Sitzungen da in Brüssel und hat zum Beispiel Griechland gerettet.
00:08:17: Hat andere Staaten stabilisiert?
00:08:20: Würden Sie aus heutiger Perspektive sagen das war falsch?
00:08:22: Man hätte lieber an anderer Stelle mehr Geld aufgewandt um zum Beispiel Deutschlands Infrastruktur fit zu machen früher zu digitalisieren europaweit neue Energienetze zu etablieren.
00:08:35: also wäre das ein richtiger Weg gewesen.
00:08:37: Damals unser Punkt war immer es ist wichtig, dass Risiko und Haftung in einer Hand bleibt.
00:08:41: Das heißt wenn jemand Fehler macht kann man diese Fehler nicht einfach auf den Steuerzahler abwälzen.
00:08:46: Und was wir damals schon in dieser Staatsschulden- und Eurokrise erreichen konnten, waren dass Bailouts dann an strikte Bedingungen geknüpft waren.
00:08:54: Dass schon Reformen umgesetzt werden müssen, um Steuergeld Rettungspakete zu erhalten.
00:09:00: Und Griechenland steht heute beispielsweise viel besser da als damals.
00:09:04: Da bin ich auch sehr froh, dass wir gerade dieses Das mit durchsetzen konnten das schon Entscheidungs- und Haftung irgendwo weiter zusammen hängt und man nicht einfach konsequenzlos jetzt nur Geld bekommt und die Fehler damit zugeschüttet werden, aber nicht geändert werden.
00:09:19: Aber trotzdem ist es zu wenig an strukturellen Reformen insgesamt gewesen.
00:09:25: wenn wir jetzt nach Frankreich gucken das massiv verschuldet.
00:09:28: auch Italien beispielsweise, also alle Länder in Europa und auch Deutschland nimmt gerade gigantische Schulden auf oder hat sie aufgenommen.
00:09:38: Und das folgen aber zu wenig strukturelle Reformen weil so viel Geld, so viele Rettungspakete ja auch den Druck nehmen.
00:09:44: es ist ja immer unbequem grade auch als Politiker gegenüber Wählern unbequemere Formen umzusetzen, durchsetzen zu müssen.
00:09:51: Deswegen werden die immer gerne von Politikern auf die lange Bahn schon.
00:09:53: Es ist
00:09:54: ja erklärter Wille der Bundesregierung neben dem Geld was man jetzt ins Militär steckt eben die Infrastruktur endlich aufzumöbeln und eben auch die Digitalisierung voranzubringen Die Energiewende doch noch zu schaffen.
00:10:06: da wird schon viel investiert.
00:10:07: sagen Sie das es auch falsch investiertes Geld?
00:10:09: Ja
00:10:09: bisher wurde sehr viel zu wenig investiert.
00:10:12: also die die Schulden für Verteidigung finden wir in Ordnung das können wir nachvollziehen, weil da müssen wir wirklich massiv aufrüsten.
00:10:20: Auch leider mit Blick auf Russland ist es also genau richtig.
00:10:24: aber es wurden ja auch viele Milliarden aufgenommen für dieses sogenannte Sondervermögen.
00:10:28: Das ist kein Vermögen sondern Schulden sind für die Infrastruktur und hier passiert ja ein verschiebe Bahnhof.
00:10:33: Die Konsequenz ist dass jetzt im Kern Bundeshaushalt dass Investitionen nicht getätigt werden.
00:10:39: Aber eigentlich Alltagsgeschäft sind von der Politik, das investiert wird in Infrastruktur beispielsweise und da wird viel weniger investiert.
00:10:49: Und stattdessen wird es nur noch über das Sondervermögen dann investiert aber auch dazu wenig.
00:10:56: Es wird verschoben.
00:10:58: Zulangs müsste schneller passieren.
00:11:01: Und natürlich auch in Verbindung mit Reform, dass Bürokratie gesenkt wird, das Genehmigungsverfahren schneller gehen, der Staat effizientere Strukturen schafft es auch Unternehmen nicht so viel Kraftzeit und Geld vergeuden müssen mit Bürokratei.
00:11:14: Wobei da ja schon was passiert?
00:11:15: Also Carsten Rittberger ...
00:11:17: Das ist ein Lichtblick, ein Hoffnungsschimmer...
00:11:20: Ist verantwortlich dafür den Staat zu modernisieren.
00:11:23: Sie sagen, er macht das gut!
00:11:25: Was konkret macht er gut?
00:11:27: Ich finde, er ist sehr nah an der Wirtschaft.
00:11:29: Er
00:11:32: war früher Vorstandsvorsitzender von dem Saturnenkonzern und Mediamarkt.
00:11:36: Richtig!
00:11:37: Und er hat da gute Ansätze und Ideen und will auch wirklich was verändern die staatlichen Strukturen digitalisieren und auch deutlich effizienter und moderner machen.
00:11:49: Und ich traue ihm auch zu, hier habe ich das Vertrauen dass der das auch schafft.
00:11:53: aber natürlich ist es auch eher nicht alleine sondern da hängen ja auch es hängen alle Bundesländer daran die mitziehen müssen.
00:11:59: dann sind Das ganze System hängt ja mittag dran.
00:12:03: das alles zu reformieren zum modernisieren dauert auch das ist uns auch klar.
00:12:06: Aber bei ihnen haben wir das vertraut
00:12:09: gerne konkretmachen und noch besser verstehen.
00:12:11: Ich hatte den Minister Wildberger vor einiger Zeit Wir haben ans Antritt im Interview getroffen und da hat er schon recht klar gesagt, also er will die Berichtspflichten zum Beispiel reduzieren.
00:12:21: Also dass man als Unternehmer was sie wahrscheinlich als Unternehmerin auch machen eben sehr viele Schritte dokumentieren muss, die dann irgendwo stehen falls man mal nachfragt oder falls der Datenschutz das erfordert oder falls das Lieferkettengesetz irgendwo überprüft werden muss, dass das Unternehmen das so gemacht hat wie es den Regeln entspricht.
00:12:38: Ist das schon etwas passiert?
00:12:38: Also müssen Sie jetzt weniger dokumentieren, weniger Berichte schreiben oder ist das immer noch viel früher?
00:12:43: Ja, doch da ist einiges schon passiert.
00:12:46: Allerdings auch von Brüssel aus aber auch mit durch Deutschland auch durchgesetzt bei der Lieferkettengesetzgebung die es entschärft worden oder auch Nachhaltigkeitsberichterstattung ist auch entscherft worden und das ist unglaublich wichtig gerade für die mittelständischen Unternehmen weil diese Gesetze waren eigentlich angelegt für Großkonzerne Die eigene Rechtsabteilungen haben die Zehntausende von Mitarbeitenden haben Aber nicht für ein Unternehmen wie Mainz
00:13:10: z.B.,
00:13:11: mit zweihundertfünfzig Mitarbeitenden, zwanzigtausend Produkten im Sortiment, die teilweise auch von weltweit her eben kommen und da jede Lieferkette von Schritt eins bis zum Ende bis zur Entsorgung komplett nachzuweisen bei zwanzigtausend Produkte weil so einem in Relation kleinen Unternehmen ... Das ist unmöglich!
00:13:31: Also
00:13:31: nur um das noch mal zu verstehen... Vielleicht eine bestimmte Limonade vertreiben und da ist ein bestimmter Fruchtstoff drin.
00:13:38: Dann müssen Sie zeigen, wo der herkommt?
00:13:40: Nämlich irgendwo aus Asien oder
00:13:42: so?
00:13:42: Das war ursprünglich eben mal die Idee mit wichtigen Zielen Umweltschutz und auch Sicherung von Sozialstandards, von Mitarbeitenden weltweit was sehr nachvollziehbar ist.
00:13:53: aber dann sollten alle Unternehmen verpflichtet werden komplett den gesamten Weg eines Produktes von der Ernte über die Herstellung, Vertrieb bis zur Entsorgung wirklich alles lückenlos nachweisen.
00:14:08: dass
00:14:09: da keine Menschenrechte verletzt
00:14:10: werden?
00:14:10: Ja, genau.
00:14:10: Dass keine Menschenrechtes verletzten werden und Umweltstandards eingehalten werden.
00:14:15: Ist ja eigentlich gut!
00:14:17: Es ist
00:14:18: vom Ziel her richtig.
00:14:20: Es gäbe auch Möglichkeiten, dass man das Praktikabel für Mittelständler erreichen könnte durch Zertifizierung.
00:14:27: Man könnte weltweit Unternehmen zertifiziert sein.
00:14:30: Dann kommt dann unangekündigt ein Auditor der die Unternehmen kontrolliert und eben nachschaut, dass alle Standards eingehalten sind.
00:14:38: Aber so war es vorgesehen, das jedes Unternehmen verpflichtet ist, selbst alleine zu organisieren und nachzuweisen weltweit bei allen Produkten.
00:14:47: Und wenn man zwanzigtausend Produkte hat wie wir und nur zwehundertfünfzig Mitarbeitende dann ist es nicht zu schaffen.
00:14:54: Es geht nicht.
00:14:55: Klingt ein bisschen typisch Deutsch ehrlich gesagt also so penibel, perfektionistisch.
00:14:59: Wir wollen alles ganz genau machen.
00:15:03: Ja, es ist so das ... Da wirst du
00:15:04: nicht mit Regen biokratieren.
00:15:06: Zweiundzwanzig Prozent der Arbeitszeit in Deutschland wird nur für Bürokratie verwendet?
00:15:10: Zwei
00:15:10: und zwanzig prozent bei Ihnen auch im Unternehmen?
00:15:12: Ja genau!
00:15:14: Es gibt
00:15:14: ja aber auch Lösungen.
00:15:15: wir hatten hier im Podcast Simon Jänik.
00:15:17: Das ist ein Start-up Investor der quasi eine Nachhaltigkeitsplattform gebaut hat eine digitale Plattform wo man Lieferketten abbilden und kontrollieren kann Und vieles dann quasi auslagert und sagt okay so und so und So kann ich das kontrollieren.
00:15:29: Hilft Digitalisierung bei solchen Prozessen?
00:15:31: Ja, total auch.
00:15:32: Auch bei der Lieferkettengesetzgebung hilft das absolut auch.
00:15:36: Das ist richtig aber es wäre trotzdem wichtig.
00:15:38: die Politik neigt dazu immer noch mehr Bürokratie obendrauf zu setzen.
00:15:41: Noch mehr Dokumentationspflichten, noch mehr Beweise und Nachweisen, dass es eben alles Zeit- und Energie, die dann nicht in die Wertschöpfung fließt.
00:15:48: Und dieses Land befindet sich in einer Wachstumskrise.
00:15:51: im Prinzip schon seit Jahrzehnteinzehn wachsen wir nicht mehr als Land.
00:15:56: Wir nehmen aber massiv Schulden auf, haben Kostensteigerungen und es wird kaum noch investiert.
00:16:01: Und wir müssten wieder wachsen können – das heißt, wir brauchen weniger Bürokratie damit wir unsere ganze Kraft und Zeit wirklich in die Wertschöpfung, in Investitionen, in Innovation stecken können.
00:16:12: Da müssen wir hin!
00:16:13: Und da ist Herr Wildberger ja auf jeden Fall einen Lichtblick.
00:16:17: Und überhaupt die Politiker müssen weg von dieser Denke immer noch mehr neue Gesetze zu schaffen, sondern stattdessen zum Beispiel Gesetzen mit Sunset-Klauseln zu versehen.
00:16:26: Das bedeutet dass sie nach einer bestimmten Zeit enden das man dann überprüft ob es überhaupt sinnvoll sind die Gesetzer und wenn nicht dann schafft man sie wieder ab.
00:16:35: Also man muss sie überprüfen?
00:16:36: Genau und das soll ja auch kommen, auch durch ihn Praxis-Checks dass wirklich in der Praxis im Alltag geschaut wird ob diese Gesetze praktikabel sind, ob man sie überhaupt anwenden kann und ob Sie auch die Ziele erfüllen.
00:16:49: Ich hatte mal ein einschneidendes Erlebnis.
00:16:51: darf ich kurz zum besten geben.
00:16:52: Das war noch in der Zeit.
00:16:53: von Frau Merkel bin ich ins Kanzleramt eingeladen worden.
00:16:56: Die wollten zeigen wie sie gegen Bürokratie kämpfen Und die haben dann die Bürokratebremse oder so ähnlich hieß das eingeführt.
00:17:03: Immer wenn man ein neues Gesetz macht, sollten mindestens eins eher zwei raus.
00:17:09: Das hat vorne und hinten nicht funktioniert.
00:17:11: Es ist das Gegenteil eingetreten, die haben das gar nicht geschafft.
00:17:13: Die haben zum Teil längere Gesetze geschrieben in denen mehr drin stand nur damit man es unterbringen kann noch was man alles auch noch regeln will.
00:17:21: also es wurde noch komplexer.
00:17:23: Ja, das ist absurd oder auch was das Ziel ist.
00:17:26: Was Herr Wildberg ja auch erreichen will, dass man digitale Daten einmal vorliegen hat beim Staat und dann sind die da für immer und können sie von allen, die sie brauchen benutzt werden.
00:17:36: Also ich zum Beispiel musste bis vor kurzem – jetzt Gott sei Dank nicht mehr!
00:17:39: – meine Mitarbeitenden bitten, wenn die Kinder haben mussten die noch mal die Geburtsurkunden ihrer Kinder alle einreichen für die Pflegeversicherung.
00:17:49: Das sind alles Daten, die dem Staat vorliegen und das war für die Unternehmen schon sehr bürokratisch an diese Daten wieder dranzukommen.
00:17:55: Die Mitarbeiter fanden es doof, dass sie diese Infos mit einem Arbeitgeber teilen mussten und es ist so sinnlos weil der Staat hat die Daten ja sowieso.
00:18:02: also warum wieder da Zeit verschwenden für Bürokratie?
00:18:05: Da wird jetzt auch von Herrn Wildberger an dieser sogenannten Deutschland-App gearbeitet.
00:18:08: So eine Art Wallet, die man auf dem Smartphone hat wo man alle Daten ablegen und kontrollieren kann.
00:18:16: der Behörde möchte das zugeglich machen.
00:18:18: Richtig, richtig!
00:18:19: Das muss dann aber auch funktionieren.
00:18:21: Bei Krankschreibungen ist es nach wie vor in Deutschland bei uns so, dass es doppelt läuft jetzt digital und trotzdem gibt's immer noch physische Belege weil das digitale oft nicht reibungslos funktioniert.
00:18:33: also das jetzt gerade doppelt gemoppt, da muss jetzt auch das Ziel sein, dass das digital wirklich auch reibungslos klappt, dass wir uns wieder auf Wertschöpfung und auf Wachstum und Innovation konzentrieren können.
00:18:46: Wachstum und Innovation, blicken wir dabei mal noch einmal rund um den Globus.
00:18:50: Denn die Schwierigkeiten, die die deutsche Wirtschaft hat sind ja nicht nur ausgemacht, sondern es sind auch viele Krisenfolgen, die uns jetzt unmittelbar treffen wie beispielsweise Donald Trumps Zollpolitik, Chinas Protektionismus, gestörte Lieferketten haben wir angesprochen, die verteuerte Energieversorgung wegen der Kriege in der Ukraine und am persischen Golf.
00:19:10: Wo bereitet Ihnen die aktuelle Weltlage die meisten Sorgen?
00:19:13: Was hat denn Unmittelbasten die meisten Auswirkungen auf die Unternehmen in ihrem Verband?
00:19:19: Es sind so viele Sorgen, die es da gibt.
00:19:23: Jetzt ganz akut sind natürlich die Energiekosten, die sehr hoch sind jetzt auch durch die Krise in der Ost.
00:19:31: Die Spritpreise, die explodieren aber natürlich auch die Zölle, die Trump erlassen hat ist auch ein großes Problem.
00:19:41: dann ... Der ganze Konflikt mit Russland natürlich auch.
00:19:45: Also an jeder Ecke überall gibt's geopolitische Krisen und deswegen ist uns so wichtig, gerade die deutsche und europäische Politik zu ermutigen sich auf Wettbewerbsfähigkeit zu konzentrieren, auf die strukturellen Reformen, die ich angesprochen habe damit unser Land resilienter wird.
00:20:03: Weil dann ist man viel besser gegen andere Krisen, Land an sich oder auch ganz Europa wettbewerbsfähig aufgestellt ist von den Kostenstrukturen beispielsweise für die Unternehmen.
00:20:19: Interessant, würden Sie zustimmen wenn ich die These aufstelle dass in den guten Jahren die sie vorhin angesprochen haben insbesondere unter der Kanzlerin Merkel sich Deutschland und die Bundesregierung stark international engagiert hat also zum Beispiel stark geholfen hat die Euro-Krise?