VORANGEDACHT

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00:00:04: Deutschland ist Autoland.

00:00:06: Jahrzehnte lang diente die Automobilindustrie als Arbeitgeber, Wirtschaftsmotor, Identifikation und auch Status-Symbol.

00:00:15: Doch dann ist die Branche tief in die Krise gerutscht.

00:00:18: Dieselskandal, Absatzeinbruch abgehängt bei der Elektromobilität... Wie kommen Hersteller wie Volkswagen Mercedes-Benz, BMW, Audi und Porsche da wieder raus?

00:00:29: Darüber sprechen wir heute!

00:00:30: Ich bin Florian Hahn, Chefredakteur von t-online und treffe im Podcast vorangedacht Menschen die anpacken um das Land voranzubringen.

00:00:39: Mein heutiger Gast vertritt die wichtigste deutsche Wirtschaftsbranche.

00:00:44: An der Autoindustrie hängen siebenhundertsechzigtausend Jobs und fünfhundertvierzig Milliarden Euro Umsatz.

00:00:51: Sie ist auch ein gesellschaftlicher Identifikationsfaktor.

00:00:55: Die Frage ist ob es noch lange so bleibt.

00:00:58: Mein Gast kann Sie hoffentlich beantworten.

00:01:00: Herzlich willkommen, Martin Sander.

00:01:02: Vertriebsvorstand bei Volkswagen.

00:01:06: Hallo!

00:01:07: Vielen Dank.

00:01:07: Freu mich hier zu sein.

00:01:08: Ich freue mich sehr dass sie da sind und ich möchte gerne mit Ihnen darüber sprechen wie es vorangeht.

00:01:13: aber auch die Lage ist in Ihrer Branche aber mal vorangeschickt.

00:01:17: Die Frage Wie sind Sie hergekommen ins Aufnahmestudio?

00:01:21: Mit welchem Fortbewegungsmittel sind Sie gekommen?

00:01:23: Selbstverständlich mit einem Automobil.

00:01:26: Ein Zug kämen wir für Sie nicht infrage.

00:01:28: Doch zu kommt grundsätzlich auch in Frage, aber wenn ich im Auto bin kann ich nebenbei noch ein bisschen arbeiten.

00:01:32: also deshalb hat das gut gepasst.

00:01:34: Kein Stau pünktlich!

00:01:35: Also hat alles wunderbar geklappt mit dem Auto.

00:01:37: Ungewöhnlich und wahrscheinlich dann sogar erfolgreicher als mit der Bahn rechtzeitig ans Ziel zu kommen?

00:01:42: Ich bin auch schon häufig mit der Bahnenrechtzeitig an den Ziel gekommen ja...

00:01:45: Was müsste passieren, damit Sie das Auto mal stehen lassen?

00:01:48: Ich lasse das Auto oft stehen um zu Fuß zu gehen und mit dem Fahrrad zu fahren.

00:01:51: Das mache ich nämlich auch recht gerne.

00:01:53: aber ich muss gestehen... ...ich bin ein Autofan immer noch!

00:01:56: Ich fahre gerne Auto, ich fahr auch gerne lange Strecken mit dem

00:02:00: Auto.

00:02:01: Wenn ich richtig informiert bin haben sie als Auszubildender selber einen VW... Golf gefahren GTI und sich Jahrzehnte später aber diesen Wagen wieder gekauft, um dann auch da rumzuschrauben.

00:02:11: Ja das ist richtig mein erstes Auto war ein Golf.

00:02:13: Mein zweites Auto war dann Golf GTI also Traumwagen für viele junge Menschen in meiner Generation.

00:02:20: Und ja tatsächlich habe ich über die vielen vielen vielen Jahre immer mal wieder daran gedacht nochmal einen Golf GTE erste Generation zu kaufen.

00:02:27: als ich dann mal einen gefunden habe wenn ich schwach geworden hab mir tatsächlich noch einmal einen zugelegt und den fahre ich jetzt am Wochenende hin und wieder immer noch sehr gerne.

00:02:36: Und da werkeln Sie auch mal rum, wenn irgendwas nicht funktioniert?

00:02:38: Ja klar!

00:02:39: Wenn irgendetwas nicht funktioniert und was sehr selten ist dann mache ich ja dem Auto alles selber.

00:02:43: Was lernt man beim Autoschrauben, das man vielleicht im Büro nicht lernt?

00:02:46: Auf jeden Fall Geduld zu haben.

00:02:48: Es geht manchmal nicht so ganz schnell von der Hand, sondern man muss einfach mit Geduld sich den Dingen widmen und dann kriegt man alles wieder hin.

00:02:55: Bis

00:02:55: die Schraube wieder fest ist!

00:02:57: Kurz zu Ihrem Werdegang – Sie waren früher bei Audi, dann Chef von Ford Deutschland und sind seit dem ersten Juli-Vertriebschef bei VW wohlgemerkt bei der Marke Volkswagen nicht beim gesamten VW-Konzern.

00:03:09: Damit tragen sie aber Verantwortung für den Verkaufsprozess und die Umsatzziele der wichtigsten deutschen Automarke, also ein duchsvoller Karriereweg.

00:03:17: Empfinden Sie diese Verantwortung auch manchmal als Last?

00:03:21: Es ist eine große Verantwortung.

00:03:22: als Last empfinde ich das nicht, weil über die vielen Jahre gewöhnt man sich daran Verantwortung zu tragen.

00:03:28: Man gewöhnte sich daran, Dinge zu priorisieren und Dinge nach vorne zu bringen.

00:03:33: Ja es gibt natürlich eine riesengroße Verantwortung, die Dinge richtigzumachen – für viele Mitarbeiter für das Geschäft, aber wie gesagt mit der Erfahrung hat man dann auch die Tools um die richtigen Dinge zu tun.

00:03:45: Sie sind ja Diplom-Ingenieur also sie haben wirklich was Handwerk von der Pieke auf gelernt.

00:03:50: in den Vorständen von vielen Autokonzern sitzen aber heute vor allem auch Betriebswirt und Juristen.

00:03:57: Wie prägt Ihre Ausbildung ihre spezielle Tätigkeit?

00:04:01: Ja, ich habe Maschinenbau studiert.

00:04:03: Hab davor aber auch für ein paar Jahre in der Bank gearbeitet.

00:04:05: also ich hab sowohl in der betriebswirtschaftlichen Seite als auch in der Technologie ein gutes Gesamtbild und ich glaube gerade in der Automobilbranche ist es sehr hilfreich wenn man beides hat weil man auf der einen Seite weiß wie das Geschäft funktioniert betriebswirtschaftliche Rahmenbedingungen kennt, aber natürlich auch wenn man ein sehr gesundes technisch-physikalisches Weltbild hat.

00:04:26: Denn was ist heute erforderlich?

00:04:28: Es geht ja gar nicht mehr so darum, was man mal gelernt hat und welche Expertise man tatsächlich hat, sondern es geht darum, sehr schnell neue Rahmenbedienungen einschätzen zu können, sehr sehr schnell zu erkennen wo man sich auch Expertenhilfe holen muss um einen Thema tatsächlich zu durchdringen und dann rechtzeitig die richtigen Entscheidungen zutreffen.

00:04:46: Da ist die Flexibilität viel wichtiger als eine Expertise in speziell einem Gebiet.

00:04:53: Trotzdem nachgehakt bräuchte es mehr praktische Erfahrungen, wie jetzt in Ihrem Fall im Top-Management von einem großen Autokonzern wie Volkswagen?

00:05:01: Also

00:05:01: es braucht natürlich praktische Erfahrung aber ich sehe dass wir die in meinem Kollegenkreis auch haben.

00:05:06: also für mich persönlich für jemand der die Gesamtverantwortung für den Vertrieb eines großen Unternehmens weltweit übernimmt, ist es natürlich hilfreich in allen Facetten von Vertrieb und Marketing tatsächlich auch operativ gearbeitet zu haben.

00:05:20: Also tatsächlich in einer Landesgesellschaft operative Verantwortung für den Vertrieb für After Sales, für Marketing gehabt zu haben jeden Tag mit Händlern im Gespräch gewesen zu sein, mit Kunden im Gesprich zu sein.

00:05:30: Diese praktische Erfahrung ist unglaublich wichtig um dann im Bereich Topmanagement in strategischen Bereichen Dinge richtig einzuschätzen schnell einzuscherzen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

00:05:42: Dann reden wir über den Zustand der deutschen Autobranche.

00:05:45: Da kommen ja gerade mehr oder weniger vier präsente Entwicklungen zusammen, erstens die technologische Disruption durch die E-Mobilität zweitens neue Rahmenbedingungen durch hohe Energiepreise und auch gestörte Lieferketten.

00:05:58: also wenn wir beispielsweise mal an den Konflikt im persischen Golf denken.

00:06:02: drittens bricht in China gerade ein Absatzmarkt für Verbrennerautos weg.

00:06:07: Und viertens, Schrumpf der Qualitätsvorsprung deutscher Autos.

00:06:10: Früher hieß es ja bei Audi auch eine Marke aus dem VW-Konzern Vorsprung durch Technik.

00:06:15: Heute sind viele chinesische E-Autos besser als deutsche.

00:06:20: Die deutschen Autohersteller wirken ein bisschen wie einen Spitzensportler, der früher mal Weltklasse war und dann aber ein bisschen Traktion verloren hat und links um rechts ziehen auf einmal Konkurrenten vorbei.

00:06:31: Sie selbst haben kürzlich gesagt Unsicherheit in der Automobilbranche gehört zum Geschäft, Zitat sie wird wahrscheinlich nicht mehr verschwinden.

00:06:39: Wie vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern das jetzt permanent Unsicherkeit herrscht und was ändert das an Ihrer Arbeit?

00:06:46: An ihrem Tempo und an der ganzen Art und Weise wie Sie täglich im Einsatz sind mit ihren Leuten?

00:06:52: Das ist ein hochinteressanter Aspekt weil dieser Teil der Veränderung aus Zeiten wo die gesamte Automobilbranche, ich würde schon fast sagen statisch war.

00:07:04: Es war alles vorhersehbar!

00:07:06: Wir kannten unser Wettbewerbsumfeld, wir kannten unsere Kundenverhalten haben sich nicht schnell geändert... ...wir kannten Technologie mit der wir es zu tun hatten.

00:07:13: Also die Branche war wirklich extrem vorherseh bar und statisch.

00:07:18: Zu einer Zeit Heute, wo wir jeden Tag wieder neu abschätzen.

00:07:21: Was passiert irgendwo in der Welt?

00:07:22: Wo auf der Welt gibt es wieder neue gesetzliche Rahmenbedingungen die Elektromobilität vorantreiben oder auch wieder ausbremsen.

00:07:29: Neue Wettbewerber quasi täglich, die wir versuchen müssen einzuschätzen.

00:07:32: also dieser Schwenk aus der sehr großen Stabilität und Sicherheit, die ist in der Branche gab natürlich für jeden einzelnen Mitarbeiter jetzt in eine Welt, wo die Unsicherheit an der Tagesordnung ist.

00:07:47: Das ist, glaube ich für die Führungskräfte in unserer Branche, die größte Herausforderung und da erfordert es Kommunikation viel Kommunikations genau über diese Veränderungen um Mitarbeitern klar zu machen das mag wie eine Bedrohung erscheinen weil erst mal was neues ist weil etwas ist was wir so nicht kannten dass aber neue, normal in unserer Branche.

00:08:09: Da nützt es sich auch nicht darüber zu beklagen und sich die alten schönen Zeiten zurückzuwünschen sondern müssen uns einfach damit auseinandersetzen und idealerweise sogar Spaß darin finden.

00:08:19: Spaß daran finden, uns neu zu erfinden und zu verändern mit den neuen Rahmenbedingungen, neuen Wettbewerbern klarzukommen neuen Spiel, das wir heute spielen wieder erfolgt zu haben.

00:08:30: Aber wie muss ich mir das konkret vorstellen?

00:08:32: Also Sie rufen dann Ihre Leute zusammen und dann halten sie flett eine Ansprache und sagen überall Unsicherheit und das macht jetzt Spaß!

00:08:38: Vielleicht nicht ganz so aber ein Beispiel Ich nehme jede Woche einen Video auf für meine Mitarbeiter, um ganz kurz ein paar Minuten zu erklären was mich in dieser Woche beschäftigt hat.

00:08:50: Das kann mal einen Besuch in einem Markt gewesen sein und vorzustellen was in dem Markt passiert, was da unsere Herausforderungen sind wie wir damit umgehen aber auch ganz persönlich irgendwelche Dinge die ich in einer Woche erlebt habe, die ich eine Woche geleistet habe.

00:09:02: und da versuche ich natürlich rüberzubringen wie wir Dinge angehen und ich versuche rüberzubringen dass wir natürlich auch bei den Herausforderungen, die wir haben immer wieder Erfolge haben.

00:09:13: Dass wir erfolgreich sind, Dinge einzuschätzen, Entscheidungen zu treffen und Dinge voranzubringen in das Unternehmen ... Haben Sie

00:09:19: im Deilspiel für so einen Erfolg ganz konkret jetzt aus dieser Woche?

00:09:22: Worüber haben Sie gesprochen?

00:09:23: In dieser Woche habe ich noch nicht darüber gesprochen.

00:09:26: Aber

00:09:27: was mich in den letzten Wochen insbesondere umgetrieben hat ist das Thema Elektromobilität.

00:09:34: Und sie haben es in ihrer Anboderation gesagt, Elektromobilität ist Teil der Krise und die deutsche Automobilindustrie ist im Hintertreffen.

00:09:43: Das ist nicht der Fall!

00:09:44: Etwas, was ich immer wieder sehr intensiv versuche, ist uns selber aber natürlich auch unseren Kunden klarzumachen dass wir in diesem ganzen Bereich Elektromobilität tatsächlich ziemlich gut sind oder auf viele Dinge haben stolz sein können.

00:09:59: Volkswagen war im vergangenen Jahr Marktführer in Europa, in der Elektromobilität.

00:10:03: also es kann ja offensichtlich nicht so sein dass alle anderen viel besser sind wenn sich die allermeisten Kunden in europa die einen elektromobil kaufen wollen aktuell für ein volkswagen entscheiden auch in china natürlich ein extrem schwieriges marktumfeld aber die führende marke in China ist aktuell volkswagen.

00:10:22: also es gibt unglaublich viele Beispiele, um zu belegen und auch Selbstbewusstsein zu erzeugen.

00:10:31: Wir haben uns einfach darauf konzentrieren was wir tatsächlich hinbekommen wo wir gut sind, wo wir Erfolg haben oder das nicht nur galaktisch in zwei drei Jahres Horizont sondern jede Woche Und ich glaube da findet man immer wieder gute Beispiele.

00:10:44: aber will Ich nicht davon ablenken dass wir natürlich noch große Herausforderungen haben an denen wir arbeiten müssen Aber es geht darum diese Aufgaben mit Zuversicht anzugehen und zu lösen, nicht daran zu verzweifeln.

00:10:58: Dann vertiefen wir dieses Thema mal mit der Elektromobilität und sprechen über diese Herausforderungen.

00:11:03: Ich beginne mal anecdotisch – ich bin neulich in Shenzhen gewesen eine chinesische Stadt die Sie vermutlich auch kennen im Perlfluss Delta am Süden Chinas.

00:11:10: Achtzehn Millionen Einwohner etwa so genau weiß man das gar nicht!

00:11:14: Und dann steht man da im Zentrum dieser Mega-City überall die Wolkenkratzer und überall ist der Verkehr umeinander Autos, Motorroller und Ähnliches Und es ist ruhig.

00:11:25: Man hört kaum was, weil die alle elektrisch fahren.

00:11:28: und dann komme ich wieder hierher nach Deutschland und stehe mitten in Frankfurt oder Berlin und überall brauche ich der Verkehr und das stinkt!

00:11:35: Warum sind wir noch nicht so weit?

00:11:36: Warum haben wir uns überrumpeln lassen von dieser ja absehbaren Entwicklung dahin dass die Mobilität sich ins elektrische verlagert?

00:11:46: Das könnten Sie ja nicht abstreiten, dass die deutsche Automobilindustrie da einfach zu spät dran ist,

00:11:51: oder?!

00:11:52: Also zunächst mal finde ich das interessant, ihre Wahrnehmung geht mir genauso.

00:11:56: Ja man ist in der Großstadt, in einer Millionen Stadt und dann wundert sich was ist hier los?

00:11:59: Was ist hier falsch?

00:12:00: Es ist extrem leise weil die Autos alle elektrisch fahren!

00:12:04: Und dass es ein Beispiel dafür wo Elektromobilität besser ist als... Verbrennerwelt, von der wir uns weg bewegen.

00:12:13: und ich finde es immer wieder faszinierend wie wir es schaffen uns immer wieder nur darauf zu konzentrieren dass Elektroautos möglicherweise für manche Kunden ein Problem mit der Reichweite haben.

00:12:23: Ja das ist so, Markenparkkunden geben und Nutzer geben die lange Strecken mit hoher Geschwindigkeit fahren wollen.

00:12:29: da hatten Elektroauto tatsächlich möglicherweise einen Nachteil gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor.

00:12:34: Aber in so vielen anderen Bereichen haben Elektroautos ein Riesenvorteil gegenüber einem Verbrenner.

00:12:39: Vorteile, die man an jedem Tag wahrnehmen kann.

00:12:41: Viel bessere Beschleunigung und viel leiser!

00:12:44: keine Emissionen, alle Autos haben eine Standheizung.

00:12:46: Eine Standkühlung und sie sind eben auch für die Fußgänger in der Straße viel leiser.

00:12:52: also unglaublich viele Vorteile.

00:12:54: und darum bin ich komplett bei ihnen ja Elektromobilität ist die Zukunft.

00:12:58: Ich bin nicht bei Ihnen wenn Sie sagen wir haben da irgendetwas verschlafen.

00:13:01: Wir haben heute, wenn ich nur über Volkswagen rede ein breites Portfolio an Fahrzeugen jetzt vom ID Polo bis zum ID Sieben Und sind in diesem neuen Spielfeld Elektromobilität tatsächlich sehr erfolgreich, wie gesagt.

00:13:18: Und trotzdem wenn man sich die Technologien ansieht dann muss man ja neidlos feststellen dass die Chinesen an vielen Stellen weiter sind.

00:13:25: also nun mal weil sie es jetzt selber auch ansprechen das Thema Laden.

00:13:29: BYD, großer chinesischer Hersteller hat eine neue Technologie vorgestellt.

00:13:33: Eine Ladetechnik mit der Sie ein E-Auto in etwa fünf Minuten von zehn auf siebzig Prozent laden.

00:13:40: Das ist doch eigentlich ein Game Changer und soweit sind wir noch nicht.

00:13:42: oder sind Sie schon so weit bei Volkswagen?

00:13:46: Gamechanger, wenn er dann tatsächlich mal flächendeckend angeboten wird.

00:13:50: Die wollen das jetzt hier zum Land einführen?

00:13:52: Ja genau!

00:13:52: Die werden das einführen aber natürlich werden wir auch die gleiche Technologie anbieten können und wir werden damit auch die gleichen Ladezeiten die BID jetzt ankündigt in unserer nächsten Generation der Elektrofahrzeuge haben.

00:14:05: Sie bauen diese Technologie ein also die chinesische Technologie oder haben sie ein eigenes Äquivalent?

00:14:09: Wir werden eigenes Equivalent haben.

00:14:11: Wir entwickeln unsere eigenen Batterien.

00:14:13: Wir produzieren auch Batterien übrigens auch in Deutschland Und natürlich sind wir, wie wir das auch in der alten Welt der Verbrenner waren überall auf der Welt unterwegs und versuchen zu erklären welche neuen Technologien gibt es?

00:14:24: Welche neuen Materialien gibt's?

00:14:26: Woher entwickelt sich die Forschung.

00:14:28: Was wird in der nächsten Fahrzeuggeneration die richtige Kombination von Zellchemie-Geometrie sein aber natürlich auch Preis, den wir glauben unseren Kunden anbieten zu wollen.

00:14:41: Und deshalb bin ich fest überzeugt, dass wir nicht nur heute ein sehr wettbewerbsfähiges Portfolio an Produkten haben sondern auch in der Zukunft und in der nächsten Generation wieder ein sehr wetwärbsfähiges Portfolium an Produkte.

00:14:54: Aber können Sie das konkreter machen?

00:14:55: Wann kann VW ein Auto in fünf Minuten von null auf siebzig Prozent aufladen?

00:15:01: Im Labor können wir das heute schon.

00:15:03: Die Frage ist, wann wir ein Auto anbieten wollen.

00:15:07: zu welchem Preis?

00:15:08: Zu einem sehr hohen Preis.

00:15:09: für eine sehr exklusive Anzahl an Kunden werden wir das sehr bald können aber wir sind Volkswagen.

00:15:14: als Volkswagen wollen wir natürlich Fahrzeuge anbieten die für sehr viel Kunden interessant sind und natürlich auch für eine breite Kundenschicht finanziell erschwinglich sind.

00:15:23: und da wird das Thema fünf Minuten von zehn auf achtzig Prozent möglicherweise noch ein bisschen dauern.

00:15:33: Ja, so gegen Anfang des nächsten Jahrzehnts.

00:15:36: Wenn ich mich jetzt festlegen soll!

00:15:39: Ein weiteres Thema ist ja die Frage wo kann ich überhaupt dann andocken und laden?

00:15:44: Also Ladestationen.

00:15:45: Und da ist beispielsweise Tesla hingegangen und hat einfach an vielen Stellen einen norwegischen Punkten in Deutschland Tesla-Ladestationen aufgebaut.

00:15:53: Ich glaube, dreihundert weitere sollen jetzt noch mal folgen in den kommenden Monaten.

00:15:56: Wie sieht da Ihr Plan aus?

00:15:58: Also wie sorgen Sie mit dafür dass man in Deutschland jetzt mal vorankommt und nicht immer nur mit dem Finger auf den Start zeigt und sagt ja Mensch der Staat muss E-Tankstellen bauen!

00:16:08: Also aus eigener Erfahrung und ich fahre seit Jahren eigentlich nur mit dem Elektrofahrzeug auch lange strecken, Laden ist in Deutschland und in weiten Teilen Europas heute absolut kein Problem.

00:16:17: Ob ich in der Stadt laden will oder ob ich an der Autobahn laden möchte, AC-Laden, Schnellladen, DC-Laden das ist absolut kein problem.

00:16:24: es gibt genug Ladestationen und es gibt auch genug schnelle Ladestations so dass ein Elektro Fahrzeug für die aller allermeisten Kunden was das Laden angeht problemlos funktioniert.

00:16:35: Das sagen wir für Deutschland und das gilt wahrscheinlich auch für die Niederlande oder jetzt für Frankreich.

00:16:40: Wenn man Richtung Südeuropa fährt, dann wird es ja immer dünner.

00:16:44: also ich bin regelmäßig in Italien unterwegs habe überlegt Ich kaufe mir ein E-Auto und war jetzt aber echt zurückhaltend.

00:16:50: wenn ich da unterwegs bin Dann muss sich schon ganz schön suchen um eh ladestellend zu finden.

00:16:54: Was schätzen Sie ein?

00:16:55: Wie wird sich das entwickeln in den nächsten Jahren?

00:16:58: Also ja, das ist richtig.

00:16:58: Wenn man in die Ränder von Europa kommt vor allen Dingen Südeuropa, Süditalien, Südspanien da ist die Durchdringung von Ladesäulen noch etwas dünner.

00:17:07: aber die Entwicklung ist rasant und wir sehen gerade aktuell dass auch in Italien der die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sprunghaft ansteigt Mehrfahrzeugen auf der Straße ergibt sich natürlich auch der Business Case für die Betreiber von Ladesäulen.

00:17:21: Und darum wird sich auch die Dichte von Lade-Säulen in Gesamteuropa genauso entwickeln wie wir das in Deutschland und in Zentraleuropa heute schon

00:17:30: sehen.".

00:17:31: Wie ist es eigentlich zwischen den großen Autoherstellern?

00:17:34: Also wenn es jetzt um ein Thema geht, wie Laden oder Lades säulen dann haben ja eigentlich alle dasselbe Interesse, dass man das möglichst schnell ausbaut diese Infrastruktur egal ob jetzt in Deutschland.

00:17:45: Sprechen Sie dann auch beispielsweise mit italienischen Herstellern, mit einem größten französischen Konzern um sich abzustimmen und zu sagen da kooperieren wir irgendwie oder ist das wirklich nur Konkurrenz?

00:17:56: Natürlich gibt es intensive Kooperationen und Abstimmungen über die Interessenverbände.

00:18:03: wo das Thema Entwicklung von Ladeinfrastruktur aber auch Standardisierung ein Riesenthema ist.

00:18:10: Ein Thema, was wir uns auf die Fahne geschrieben haben – wo wir uns als Volkswagen sehr intensiv darum kümmern – ist auch das Thema Zuverlässigkeit der Ladevorgänge.

00:18:19: Auf der einen Seite können wir natürlich im Fahrzeug und in der Fahrzeugtechnik viel dafür tun, dass Laden auch wirklich zuverläßig funktioniert aber auch der Hersteller, der Ladeseule.

00:18:28: Aber auch der Betreiber der Ladenseule muss natürlich dafür sorgen dass auf seiner Seite die Prozesse funktionieren und darum haben wir schon mehrfach die Betreber von Ladeseulen in Europa eingeladen um gemeinsam daran zu arbeiten wie wir das Ladeerlebnis insgesamt noch besser machen und wie vor allen Dingen die Zuverlässigkeit des Ladeprozesses in Richtung hundert Prozent bewegen können.

00:18:50: Wir sind besonders großes Interesse dran weil wir natürlich einen riesengroßen Volkswagen, ID-Fahrzeugpark schon haben und damit sehr viele Kunden jeden Tag zuverlässig laden wollen.

00:19:02: Ladeerlebnis sagen Sie?

00:19:04: Ich war neulich spät abends auf einer Autobahnraststätte bin dahin gefahren mit meinem wohlgemerkt Verbrenner.

00:19:10: es ist so ein Familienbus.

00:19:12: ich bin noch nicht umgestiegen.

00:19:13: ich hoffe ich kann irgendwann umsteigen und fuhr dann an den Ladestationen vorbei.

00:19:17: Da war mir eine kaputt, die andere war glaube ich ausgefallen.

00:19:20: Da war dann so ein Familienvater.

00:19:22: der überlegte sich dann vielleicht an die dunkle Ecke zum Aufladen und die Kinder müssen irgendwie hundert Meter, zweieinhalb Meter durch den über den dunklen Parkplatz laufen zur Toilette.

00:19:31: Was meinen Sie mit Ladeerlebnis?

00:19:33: Wie lässt sich sowas noch verändern und verbessern?

00:19:35: Also zunächst mal das allerwichtigste für mich ist dass Laden zu Hundert Prozent

00:19:39: klappt.

00:19:40: Ja wenn man mit einem Elektroauto unterwegs ist hat die Batterie bis zwei Prozent runtergefahren und wir laden, dann erwartet man einfach das mal den Stecker.

00:19:48: Einsteckt vielleicht die ID-Karte an die Ladesäule hält und macht es klick-klick und das Auto lädt.

00:19:52: also das erste Thema was uns wichtig ist hundert Prozent Funktionalität des Ladens.

00:19:58: aber natürlich haben sie angesprochen dass Ladeerlebnis wie sieht es drin geringst um die ladesäulen aus?

00:20:04: Ist die überdacht oder beleuchtet?

00:20:06: Ist eine Toilette in der Nähe?

00:20:08: Das ist vielleicht nicht überall ideal Aber auch da ist die Entwicklung rasant.

00:20:13: Und ich bin sicher, wenn Sie mit einem Elektroauto unterwegs sind und mal mehr Ladestationen erfahren, dann werden Sie feststellen, die allermeisten Ladestations bieten heute auch über das reintechnische Laden hinweg eine gute Erfahrung.

00:20:27: Die sind überdacht... Da gibt es ne Beleuchtung, da gibt es Gastronomie in der unmittelbaren Umgebung und natürlich ne Toilette.

00:20:35: Also alles was man für ne Pause auf der Autobahn ganz gerne hätte!

00:20:38: Jetzt haben Sie vorhin selber noch das Stichwort Batterien gebracht.

00:20:41: Etwa siebzig Prozent oder sogar etwas mehr der Batterien für E-Autos kommen gegenwärtig aus China.

00:20:46: VW hat aber selber begonnen, ich glaube etwa zweitausendfünfundzwanzig massiv zu investieren, selber Batterien zu bauen.

00:20:52: Der frühere CEO des Volkswagenkonzerns Herbert Dies hatte sogar mal den Plan, ich glaub sechs Gigafabriken für Batterien zubauen.

00:21:00: Das ist dann aber wieder eingestampft worden.

00:21:01: dieser Plan und der gegenwertiges CEO Oliver Blume glaube ich, verhält sich jetzt anders.

00:21:07: Was können Sie mir dazu sagen selbst wenn es nicht unmittelbarer Verantwortungsbereich ist?

00:21:11: Wie geht VW mit dieser Herausforderung um dass man wirklich viel mehr Batterien braucht?

00:21:16: Also zunächst mal die Batterie ist ein so großer Bestandteil der gesamten Wertschöpfung im Auto und natürlich reichweite Ladegeschwindigkeit.

00:21:26: Es kommt alles aus der Batterie.

00:21:28: auch so wichtig für das Kunden-Erlebnis, dass wir das Thema Batterieentwicklung der Batteries aber auch Produktionen der Batterier natürlich in Haus haben wollen.

00:21:36: Darum haben wir eine Batteriefabrik in Deutschland, die jetzt ans Netz geht.

00:21:41: In Salzgitter und auch eine Batteriefabrik aus Spanien.

00:21:45: Wir arbeiten aber natürlich mit den großen Herstellern von Batterien überall auf der Welt als Zulieferer zusammen um den Gesamtbedarf an Batterien über unser gesamtes Portfolio abzudecken.

00:21:58: Sie würde sagen, das funktioniert so als weiterer Weg und da kommen sie auch nicht irgendwann in eine Engpass wenn jetzt sehr viel mehr E-Autos von VW gekauft werden.

00:22:05: Das sehen wir, da sind wir keinen Engpass weil wir haben unsere Planungen, wir haben unsere Erwartung wie sich die Elektromobilität entwickelt und keiner hat ne Glasskugel.

00:22:13: aber trotzdem haben wir in der Vergangenheit recht präzise vorhersehen können wie sich der Bedarf tatsächlich entwickelt und haben uns darauf vorbereitet und haben deshalb kein Problem die Anzahl notwendigen Anzahler an Batterien zu beschaffen.

00:22:25: Reden wir kurz über Preise, also so ein chinesisches E-Auto von BYD.

00:22:30: Beispielsweise bekommt man mittlerweile für unter zwanzigtausend Euro.

00:22:35: der ID Polo den sie vorhin auch angesprochen haben ist glaube ich der günstigste in der Ausstattungslinie.

00:22:41: Den soll es ab Juli etwa für fünfzwanzig tausend euro geben.

00:22:45: bisher liegen Sie bei VW glaube ich eher so über dreißigtaussend euro.

00:22:49: Jetzt wissen wir, die chinesische Regierung subventioniert de facto die großen Hersteller.

00:22:54: Also es ist nicht Ihre Schuld, dass da so eine große Spanne bei den Preisen besteht.

00:22:58: aber wie reagieren Sie darauf?

00:22:59: Wie versuchen sie Kunden dann doch zu erreichen für die gerade in Deutschland ja doch der Preis häufig das Ausschlaggebende ist?

00:23:07: Gut!

00:23:08: Wir kennen unsere Kunden und wir wissen ganz genau wie viel unsere Kunden bereit sind für ein Fahrzeug in welcher Klasse, dass die Größe des Fahrzeugs angeht.

00:23:17: Den Komfort, den wir anbieten, Technologie, die wir an bieten und jetzt bei der Entwicklung aus der alten Welt, Verbrennerwelt zu Elektromobilität müssen wir diese Kunden Erwartung was kriege ich für mein Geld?

00:23:30: natürlich bedienen können?

00:23:31: Und darum haben wir es mit dem ID Polo das erste Auto ab von zwanzigtausend Euro.

00:23:35: und die doch sehr erfreuliche Nachfrage nach dem ID polo zeigt uns, den richtigen Nerv getroffen haben und dass wir Preis- und Wertverhältnis, wie es Kunden von uns erwarten, offensichtlich getroffen

00:23:49: habe.

00:23:50: Und was ist dann Ihr entscheidendes Kaufargument?

00:23:54: Also das Sie einem Kunden sagen, kauf unser Volkswagenmodell in Klammern ohne dass wir sagen kaufe nicht den Chinesen?

00:24:02: Erstmal auch der ID Polo wie all unsere IDs ist zu allerersten Volkswagen also ein Fahrzeug bedienbar ist, dass extrem zuverlässig und langlebig ist.

00:24:16: Und die Erwartung, die Kunden an die Zuverläßigkeit und Solidität von Volkswagen erfüllt.

00:24:24: Und auch hinaus haben wir natürlich die Technologie.

00:24:26: wie haben die Reichweite?

00:24:27: Wir haben die Ladegeschwindigkeit, wir haben die Fahrleistungen für Elektrofahrzeuge ... üblich sind der ID Polo, wenn ich mir das Laden angucke.

00:24:38: Wenn nicht mehr die Reichweite anguccke.

00:24:40: Das Benchmark ist der beste in seiner Klasse.

00:24:42: Man kann also für Geld kein Auto kaufen, dass in dieser Klasse mehr liefert plus die ganzen Tugenden für die Volkswagen über den letzten Jahrzehnte schon berühmt war.

00:24:51: Tugendem aber auch manche Probleme.

00:24:53: Also beispielsweise Diesel-Skandal, das haftet ihn ja als Konzern schon noch an oder nicht?

00:24:59: Diesel-Thema, wie es intern genannt wird schon komplett weg.

00:25:01: Ich

00:25:01: glaube jetzt noch über zehn Jahren ist das Thema erledigt und beim Elektroauto beschäftigt uns Diesel natürlich schon gerade überhaupt nicht mehr.

00:25:08: Also sie beschäftigt's nicht in ihrer Tätigkeit?

00:25:10: Mich persönlich beschäftigt das nicht mehr.

00:25:12: nein!

00:25:14: Jetzt hat die gegenwärtige Bundesregierung eine E-Auto-Premie aufgesetzt.

00:25:18: Die gilt seit Januar und beträgt gestaffelt nach Einkommen bis zu sechstausend Euro und scheint recht gut angenommen zu werden.

00:25:26: also es gibt wohl viele Leute, die das wirklich anspricht.

00:25:29: Wie schätzen Sie das ein?

00:25:30: Erleben wir jetzt in Deutschland diesen Tipping-Point hin zur Elektromobilität, also sprich den Durchbruch wo wirklich das E-Auto massenhaft das Mittel der Wahl wird.

00:25:39: Wir sehen aktuell und ich muss wirklich sagen, wir sind fast ein bisschen überrascht über die sehr starke Nachfrage, die wir eigentlich so Anfang des Jahres nach Elektrofahrzeugen in vielen Teilen Europas vor allen Dingen aber in Deutschland sehen.

00:25:53: Und für mich gibt's da zwei Gründe, das eine ist natürlich die Prämie.

00:25:56: Die hilft natürlich gerade bei Einkommensschwächerenkunden jetzt, die Entscheidung zu treffen, neues Auto zu kaufen.

00:26:03: Aber ich glaube auch einfach dass Symbol und das Signal der Bundesregierung Elektromobilität ist uns wichtig und darum gibt es jetzt wieder.

00:26:10: die Förderung spielt schon ne Rolle auch in der Kaufentscheidung.

00:26:14: Ich sehe aber auch den Tipping Point dahingehend, dass immer mehr Menschen ein Elektroauto haben und meine Erfahrung Menschen, die das erste Mal mit einem Elektroautofahren sind ganz überwiegend sehr positiv überrascht.

00:26:26: Die allgemeine Erfahrung wie das Auto fährt, wie man damit umgeht ist ausgesprochen positiv.

00:26:31: kaum jemand der mal in einen Elektroauto gefahren ist will wieder zurück zu einem Verbrenner und das spricht sich natürlich rum.

00:26:37: Man sieht immer mehr Elektro Autos in der Nachbarschaft es wird positiv darüber gesprochen Und dass führt glaube ich zu dieser Verstärkung, die wir jetzt sehen auf der einen Seite monetär durch die Förderung aber auch das Symbol plus Immer mehr Menschen, die positiv über Elektromobilität reden.

00:26:54: Die Überzeugung das es tatsächlich funktioniert und dass es unglaublich viele Vorteile hat.

00:26:59: Und alles zusammen verstärkt sich im Moment und führt zu dieser starken Nachfrage.

00:27:03: Deshalb muss ich nachfragen als Sie hierher gefahren sind mit dem Auto ... Das

00:27:07: war ein Hybrid?

00:27:08: Ein Hybrid also der dann umschaltet.

00:27:10: okay Reden wir über Deutschland als Wirtschaftsstandort.

00:27:13: Hierzulande haben wir jahrzehntelang eine ökonomische Erfolgsgeschichte geschrieben vom Wirtschaftswunder, bei dem der Volkswagen natürlich eine große Rolle spielte in den fünftiger und sechziger Jahren bis zu den goldenen Jahren nach der Weltfinanzkrise.

00:27:27: Jetzt aber herrscht gefühlt überall Krise, die Wirtschaft schmiert ab.

00:27:31: Ich habe den Eindruck das ganze Land ja sucht sich so im Krisenblues in diesem Podcast hier.

00:27:36: da geht es darum dem etwas entgegenzusetzen zu schauen wo und wie's vorangeht.

00:27:41: Sie selbst Herr Sander haben mal gesagt Die Autoindustrie sei Jahrzehnte lang fast unnatürlich stabil gewesen.

00:27:47: Zu Beginn des Podcasts haben sie das auch so beschrieben.

00:27:50: daher jetzt Mal übertragen auf das ganze land meine frage Haben sich Generationen von Deutschen zu sehr an diese selbstverständliche Stabilität gewöhnt, die dann einfach trotzdem natürlich historisch nur eine Ausnahme war?

00:28:04: Sind wir auch deshalb so zögerlich wenn es jetzt um eklatante Veränderungen geht.

00:28:09: Ja, wir müssen schon wahrnehmen und ich in meiner Generation habe das natürlich auch selber wahrgenommen uns ging es schon sehr lange sehr gut ja und Es dauert ne Weile zu verstehen, dass sich Dinge raumbedingligen ändern und dass man sich auch selber ändern muss um den Wohlstand, den wir alle miteinander genossen haben tatsächlich in die Zukunft zu tragen.

00:28:30: Und auf all die Dinge, die um uns herum passieren einzugehen.

00:28:35: In unserer Branche – ich habe vorhin darüber gesprochen – nützt es nicht sich alte Zeiten zurück zu wünschen oder lange darüber zu lamentieren, ob Veränderungen richtig sind oder nicht.

00:28:45: Der Wettbewerb durch amerikanische Hersteller vor allen Dingen aber viele Herstelle aus China hat sich dramatisch verschärft.

00:28:52: Aber da kann ich nichts dagegen tun sondern ich muss damit leben!

00:28:56: Ich muss die notwendigen Veränderung im Unternehmen umsetzen, um wettbewebsfähig zu sein auch in diesen neuen Rahmenbedingungen erfolgreich zu sein und das erfordert anderes Vorgehen.

00:29:08: Das erfordert schwierige Entscheidungen, aber es gibt keine

00:29:12: Alternative.".

00:29:13: Aber ich habe es vorhin gesagt Es macht auch Spaß wenn man sieht dass mein Erfolg hat das man sich tatsächlich ändern kann und das ist eben ein Unternehmen das über Jahrzehnte sehr erfolgreich Verbrenner verkauft hat innerhalb von wenigen Jahren tatsächlich auch wieder Marktführer in Europa wird in der neuen Generation Elektrofahrzeugen.

00:29:29: das ist ein tolles Enschief mit eine tolle Leistung Und etwas worauf man stolz sein kann und auch Bestätigung dass wir uns ändern können und dass wir auch unter neuen Rahmenbedingungen wieder erfolgreich sein können.

00:29:39: Und das, was wir im Unternehmen sehen braucht man sicherlich in anderen Unternehmen und sicherlich auch in der Gesellschaft die Bereitschaft zur notwendigen Veränderung einzugestehen, was sich ändert, dass Änderungen des eigenen Verhaltens von den Rahmenbedienungen erforderlich sind und die anpacken und tatsächlich einen Plan zusammenstellen und diesen Plan nach vorne umzusetzen.

00:30:03: nach vorne umsetzen, anpacken Veränderungen heißt das auch.

00:30:06: wir müssen mehr arbeiten.

00:30:07: Wir müssen so viel arbeiten dass wir wettbewerbsfähig sind.

00:30:10: wenn wir weniger arbeiten dann müssen wir effizienter arbeiten sodass wir mit weniger Arbeit Produkte Dienstleistungen erstellen die wett bewerbsfähig sind weil wir stehen irgendwann mal in unserer Branche aber in jeder anderen Branche genauso in einem internationalen Wettbewerk.

00:30:24: Produkt Services aus Deutschland konkurrieren mit Produkten aus Südamerika aus China und der Kunde hat die Wahl.

00:30:32: Und wenn ich weniger arbeite, da muss sich an anderen Bereichen in meine Wertschöpfungskette dafür sorgen dass ich am Ende des Tages ein Produkt auf die Straße bringe.

00:30:42: Dass wettbewerbsfähig ist und den Kunden überzeugt sich für mein Produkt zu entscheiden.

00:30:47: Können Sie dafür einen Beispiel geben?

00:30:48: Was heißt das an einigen Stellen effizienter zu arbeiten?

00:30:51: Ja, das Beispiel kann ich geben.

00:30:54: Ich verweise wieder darauf dass wir Marktführer sind mit Elektrofahrzeugen obwohl bei uns in Deutschland wo die Elektro Fahrzeuge hergestellt werden weniger gearbeitet wird.

00:31:03: kürzere Stunden gearbeitet als in China weil wir hervorragende Produkte haben und hocheffiziente Produktionsmethoden haben und ich glaube insgesamt Produkt Marke plus den Service, den wir unsere Werkstätten anbieten.

00:31:18: Ein Gesamtpaket anbinden können.

00:31:20: das Kunden überzeugt und darauf kommt es an.

00:31:23: jetzt gibt ja auch eine gegengläufige Entwicklung oder Forderung.

00:31:26: also Gewerkschaften beispielsweise diskutieren über vier Tage Woche Work-Life Balance Lebensarbeitszeit.

00:31:32: Gleichzeitig klagen viele Arbeitgeber in Deutschland über Fachkräftemangel und lassen schon durchblicken, dass sie den Eindruck haben es muss mehr geleistet werden.

00:31:40: Bundeskanzler Friedrich Merz hat selbst gesagt die Bürger sollten mehr arbeiten.

00:31:45: wie lösen Sie diesen Widerspruch zwischen diesen beiden Erwartungshaltungen als Manager wenn sie mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umgehen?

00:31:53: Indem wir argumentieren über den Kunden ja alles was wir tun tun wir für unsere

00:32:01: Kunden Ein bisschen wie bei Amazon.

00:32:03: Da haben wir das damals gelernt, der amerikanische Konzern, der immer zuerst an den Kunden denkt.

00:32:09: Ob Amazon das macht weiß ich nicht.

00:32:10: Wir tun es auf jeden Fall weil ... Darum geht's.

00:32:13: Ich muss mich in meinen Kunden hineinversetzen und ich muss verstehen was mein Kunde von mir erwartet und wie ich es schaffe

00:32:19: dass

00:32:21: zu leisten ob es ein Produkt ist oder ein Service ist so meine Kunden tatsächlich überzeugt.

00:32:28: Wenn ich das mit den Rahmenbedingungen in Deutschland hinbekomme, mit den Arbeitszeiten und Energiekosten

00:32:33: usw.,

00:32:33: ist das gut.

00:32:34: Aber auch als Unternehmen habe ich natürlich die Alternative irgendwo anders hinzugehen wo es mir leichter fällt ein Paketservice und Produkt auf die Beine zu stellen dass wettbewerbsfähig ist.

00:32:45: so wir haben natürlich gerade als Volkswagen eine riesen Verantwortung auch Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

00:32:51: darum haben aber viele Werke in Deutschland die wir auch erhalten wollen.

00:32:54: Aber die Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen.

00:32:56: Wir müssen die Rahmen bedingungen haben, um mit in Deutschland entwickelten und produzierten Produkten weltweit wettbewerbsfähig sein zu

00:33:03: können.".

00:33:03: Und dazu gehört dann auch mal ein Abbauprogramm.

00:33:06: der Volkswagen Konzern baut bis zum Jahr- und Dreißig-Deutschland weit fünfzigtausend Stellen ab.

00:33:11: Davon allein fünfunddreißig tausend bei der Kernmarke.

00:33:13: VW ist ja schon ein massiver Einschnitt, der auf viele Beschäftigte treffen wird, deren Eltern und Großeltern möglicherweise schon bei VW gearbeitet haben.

00:33:22: Bericht da auch ein Versprechen weg?

00:33:25: Was sagen Sie einem Facharbeiter, der dann von so einer Entscheidung betroffen ist.

00:33:28: Ja vielleicht gab es in der Vergangenheit eine Erwartungshaltung das Arbeitsplätze in einer Branche bei einem Unternehmen sicher sind.

00:33:40: aber da sind wir wieder bei unserer generellen Veränderungen in unserer Branche und in der Gesellschaft.

00:33:44: die Sicherheit die wir in der vergangenheit hatten die ist so in diese Form nicht mehr dar Und wir müssen uns den Veränderungen in unserer Branche, wir müssen aber auch die Veränderung in der Technologie stellen und müssen dafür sorgen dass unser Unternehmen effizient arbeitet.

00:34:00: Und die Rahmenbedingungen schafft um wettbewerbsfähige Produkte zu haben.

00:34:05: Also das klingt logisch aus einer Manager Perspektive.

00:34:08: Aber können sie sich auch in jemand hineinversetzen der dann von so eine Entscheidung betroffen ist?

00:34:12: Das natürlich ganz anders sieht?

00:34:13: Ja, natürlich.

00:34:15: Und darum sind all die Maßnahmen, die wir umsetzen sozialverträglich – so haben wir das mit unseren Arbeitnehmern vereinbart weil wir eben die Verantwortung für unsere Mitarbeiter haben und eine Lösung finden wollen, die für uns wirtschaftlich vertretbar ist aber natürlich auch für unsere Mitarbeitern Härten vermeidet.

00:34:36: Wenn jetzt Personal abgebaut wird, in deutschen Fabriken von Volkswagen stellt sich ja die Frage was ist dann da?

00:34:42: und der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies hat beispielsweise vorgeschlagen chinesische Autos in deutschen VW-Werken zu bauen.

00:34:50: Könnten Sie so etwas vorstellen also zum Beispiel von BYD im großen Konkurrenten dann da Produkte bauen zu lassen?

00:34:56: Also da gibt es keine konkreten Planungen!

00:34:59: Ich frage noch mal nach.

00:35:00: Keine Planung, gar nicht?

00:35:01: Es gibt keine konkreten Planungen.

00:35:03: Eine andere Idee ist möglicherweise solche Werke umzurüsten und Waffen zu bauen in deutschen Industriebetrieben weil wir uns jetzt ja wieder bewaffnen müssen stärker bewaffnet müssen gegen die russische Bedrohung.

00:35:13: Gibt es da irgendwas Konkretes?

00:35:15: also Wir haben Werke.

00:35:17: Wir haben die Technologie, aber wir haben natürlich auch großes Interesse daran Perspektiven für Mitarbeiter zu schaffen wenn wir sehen das wird durch den Fahrzeugbau gewisse Kapazitäten nicht mehr brauchen.

00:35:29: Natürlich schauen wir uns sehr intensiv an in welchen Branchen Nachfrage besteht und welche Möglichkeiten.

00:35:34: wir haben eben langfristige neue Perspektive Für Mitarbeiter zu schaffen.

00:35:39: Dann habe ich zum Schluss noch ein paar, wir nennen sie Rausschmeißer-Fragen.

00:35:43: Das heißt kurze Frage und Sie dürfen auch kurz antworten.

00:35:46: Erste Frage welches Auto fahren Sie privat am häufigsten?

00:35:49: ID-III GTX.

00:35:51: Was ist der wichtigste Grundsatz für eine Führungskraft?

00:35:54: Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit.

00:35:56: was macht Ihnen Mut wenn Sie an die deutsche Autobranche denken?

00:36:00: Wir haben in den letzten Jahren unglaublich viel Veränderungen hinbekommen.

00:36:05: macht mir Mut, dass wir auch die notwendigen Veränderungen in der Zukunft hinbekommen werden.

00:36:09: Was würden Sie einem Maschinenbaustudenten raten?

00:36:12: Soll er noch in die deutsche Autoindustrie einsteigen oder lieber gleich nach China gehen?

00:36:17: Ich glaube da gibt es viele Perspektiven in Deutschland.

00:36:19: Zumal die deutsche Automobilindustrie eine internationale Automobil-Industrie ist.

00:36:24: Wir haben Riesengeschäft in China.

00:36:26: also herzlich willkommen auch in Deutschland!

00:36:28: Also man

00:36:28: könnte hier einsteigend und dann mit VW nach China geht... Auch das

00:36:31: ist möglich.

00:36:32: Wenn Sie sich selbst mit einem VW-Modell vergleichen würden, welches Modell wäre das?

00:36:36: ID.DRIG.TX.

00:36:37: Den kennen wir jetzt!

00:36:38: Ich glaube den muss ich mir genauer angucken.

00:36:39: Ja

00:36:39: bitte!

00:36:41: Kann man bei unseren Händlern Probe fahren.

00:36:43: Muss ich wohl mal machen.

00:36:44: Herzlichen Dank für das Gespräch.

00:36:45: Martin Sander, Vertriebschef bei VW Danke für den Blick hinter die Kulissen der Automobilindustrie und ihre Ideen, Ihre Branche voranzubringen.

00:36:53: Vielen Dank.

00:36:53: Danke Ihnen

00:36:59: Liebe Hörerinnen und Hörern, wenn Sie aus diesem Gespräch etwas für sich mitgenommen haben dann erzählen sie davon doch den Menschen aus ihrem Umfeld die sich auch gerne mit konstruktiven Ideen beschäftigen.

00:37:09: Und lieber machen statt meckern!

00:37:11: Den voran denken.

00:37:12: Podcast können Sie weiter empfehlen und auf Plattform wie Spotify oder Apple-Podcasts abonnieren und bewerten.

00:37:18: Außerdem freuen wir uns über Nachrichten an podcasts at tminusonline.de.

00:37:24: Damit verabschiede ich mich bis zur nächsten Folge.

00:37:26: Tschüss und bleiben Sie uns gewogen.

Über diesen Podcast

Der Podcast, der Mut macht. Florian Harms, Chefredakteur von t-online, spricht mit Mutmachern über Lösungen für die allgegenwärtigen Probleme. Mit Menschen, die Krisen bewältigen wollen, statt diese zu beklagen: Vordenker aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kultur und Sport. Was treibt sie an? Wie sehen ihre Lösungen aus? Was lässt sich daraus lernen? Inspirierende Gespräche mit neuen Perspektiven. Klar, klug – vorangedacht.

Zum Auftakt am 21. Mai 2026: Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier spricht über den bundesweiten Ehrentag, notwendige Reformen und die Pläne nach seiner Amtszeit.

Fragen, Anregungen und Kritik gerne an: podcasts@t-online.de

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Moderation: Florian Harms
Redaktion & Produktion: Viola Koegst, Christin Brauer, Michaela Fischer, Nadine Schmidt, Nicolas Lindken, Axel Krüger, Arno Wölk

von und mit Florian Harms trifft Mutmacher

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