00:00:04: In Deutschland hat sich etwas verschoben.
00:00:07: Eine Mehrheit der Bevölkerung glaubt nicht mehr daran, dass es die Kinder einmal besser haben werden als die Elterngenerationen und nicht einmal die Hälfte der Bürger hegt positive Erwartungen für die Zukunft – das sind die Ergebnisse von Umfragen!
00:00:22: Mein heutiger Gast bei Vorangedacht will sich damit nicht abfinden und hat sich das Thema Zuversicht auf die Fahne geschrieben.
00:00:29: Als Bundestagsabgeordneter hat er eine parteiübergreifende Initiative mit dem Namen wird gut gegründet.
00:00:37: Das passt sehr gut zu diesem Podcast, in dem ich mit Menschen über Ideen spreche die das Land voran bringen um es aus dem Krisenmodus herauszuziehen.
00:00:46: Ich bin Florian Harms Chefredakteur von t-online und begrüße sehr herzlich meinen heutigen Gast Lars Castellucci.
00:00:54: Vielen Dank für die Einladung!
00:00:55: Ich freue mich sehr dass Sie hier sind.
00:00:57: Sie sitzen seit dreizehn Jahren für die SPD im Deutschen Bundestag.
00:01:01: Damals lag Ihre Partei, als sie ins Parlament gekommen sind noch bei fast sechsundzwanzig Prozent der Stimmen.
00:01:07: heute erreichen...
00:01:07: Auch schon schlecht!
00:01:08: ...auch schon schlecht.
00:01:09: Heute trotzdem ist sie noch nicht mal mehr bei der Hälfte.
00:01:12: Reiten Sie auf einem sterbenen Pferd?
00:01:14: Also die SPDs schon vor großen Herausforderungen?
00:01:17: das ist gar keine Frage.
00:01:19: also da fällt es schwer an.
00:01:21: dieses wird gut wirklich zu glauben.
00:01:23: aber so dahinter sehen wir eine Idee gleicher Würde von Gerechtigkeitsvorstellungen, auch von Frieden.
00:01:31: Man traut sich auf kaum mehr diesen Begriff heute überhaupt zu nennen bei all dem was los ist und das stirbt ja nicht aus.
00:01:37: deswegen denke ich wird die SPD auch wieder die Kurve kriegen.
00:01:40: Jetzt haben sie einige Werte gerade benannt waren dass auch die Werte deren Wegen Sie in nineteen-neinzig glaube ich im Alter von siebzehn Jahren in die SPD eingetreten sind.
00:01:49: Und erkennen Sie diese Werte heute in der Partei noch wider?
00:01:52: Ja also die Partei ist immer das was man auch draußen macht.
00:01:55: Ich wollte Als ich bin eingetreten, wie heute ein Like gesetzt in den sozialen Medien.
00:02:02: Ich habe nicht gedacht, dass ich mich da engagieren kann oder dass das irgendwie funktionieren könnte oder überhaupt gefragt wäre.
00:02:08: und als es dann aber losging war die Frage für wen engagiere ich mich eigentlich?
00:02:13: Und da hab' ich schon eine starke Spürt.
00:02:17: Ich möchte mich wendern für Leute einsetzen, die sonst ... vielleicht überhört werden könnten, die nicht in einer eigenen Stimme haben.
00:02:23: Also eher die Schwachen als die Starken und sage aber gleich dazu, die starken finde ich aber wunderbar ja?
00:02:28: Ich habe gar nichts gegen Starke, die halten das ganze Land am Laufen Aber die haben dann doch vielleicht mehr Möglichkeiten sich gehört zu verschaffen als viele andere, die wir die Tendenz haben zu übersehen Die auch gar nicht mehr zu den Wahlen gehen was auch wieder ein kleines Problem der SPD ist dass man viel versucht zu machen für Menschen, die eigentlich kein Kopf dafür haben es aufgegeben haben oder nie gelernt.
00:02:48: Darüber wollen wir gleich noch sprechen.
00:02:50: Vorher nochmal eine biografische Frage, Sie stammen aus Wiesloch in der Nähe von Heidelberg im Norden Baden-Württembergs.
00:02:57: Ich bin auch Baden Württemberger das liegt also schon mal nahe.
00:03:00: aber jetzt mal gefragt woher kommt der Nachname Castellucci?
00:03:03: Ja da kommt natürlich nicht aus Wießloch wie es noch liegt übrigens in der Kurpfalz.
00:03:07: dass ist uns sehr wichtig in dem Fleckchen da oben im Nord.
00:03:10: Da muss ich mich korrigieren
00:03:12: und Der Name kommt von meinem Vater, der in Italien geboren worden ist.
00:03:17: Südlich von Rom eigentlich ziemlich genau zwischen Rom und Neapel Und meine Mutter irgendwann in den fünftiger Jahren in Varatze in Ligurien an der so damals deutsches Reiseziel Blumenreviera kennengelernt hat als sie eigentlich ihre glaube ich ihre erste Auslandsreise gemacht hat.
00:03:35: und ja dann wollte sie nicht nach Italien und er wollte auch nicht nach Deutschland.
00:03:39: aber irgendwas musste man ja entscheiden und so ist es dann gekommen.
00:03:43: Sind Sie gelegentlich in Ligurien?
00:03:44: Ich frage deshalb, weil ich keinen schöneren Flecken auf dieser Erde kenne als Ligorien.
00:03:48: Ja da würde ich sogar zustimmen, also Wasser und Meer die Verbindung...
00:03:52: Mare Emonti!
00:03:54: Wir sind auch mal mit der Fähre gefahren von nach Sizilien und dann aber wieder von Sizilin Richtung Ligourien und ich habe gemerkt so beeindruckend die Felsformationen da im Süden sind.
00:04:06: wenn ich dann nach Norden fahre und alles ist grün schachteln sich so übereinander mit ihren Kirchtürmen und man ahnt, das sind die kleinen Plätze.
00:04:14: Und da ist die Bar ... Das ist schon auch mein Favorit!
00:04:17: Ja, das muss ich auf jeden Fall sagen.
00:04:18: Und ja tatsächlich vor zwei Wochen waren wir dort.
00:04:20: Ach, wie schön!
00:04:21: Mit meiner Mutter im Gepäck, mit eighty-eight im Gipäck.
00:04:24: Um das nochmal noch mal ... Sie sagt da selber so komische Formulierung aber nachvollziehbar um das noch einmal zu sehen.
00:04:34: Die Ehe hat ja gar nicht funktioniert.
00:04:35: insofern war ich gar nicht so, also ging was nicht auf Dauer wusste nicht so sicher, will sie da überhaupt noch mal hin?
00:04:42: Oder ist es irgendwie Traumatherapie oder was machen wir da genau.
00:04:45: Aber nein, wenn der Sohn fragt ob man zusammen in Urlaub fährt dann sagt man glaub ich auch mit Mitte Achtzig, wenn's noch geht auch gerne ja dass man Zeit miteinander verbringen kann und dann haben auch ein Teil der Familie dort besucht und das ist also ein wesentlicher Teil meines Lebens diese Italien-Liebe die mein Vater mir da eingepflanzt hat.
00:05:00: Mein Italienisch ist leider noch nicht gut genug als dass wir diesen Podcast auf italienisch führen könnten.
00:05:04: Ja aber meins auch nicht.
00:05:05: Gut okay dann sind wir schon zwei.
00:05:07: Sie sind Professor für Nachhaltiges Management an der Hochschule der Wirtschaft für Management in Mannheim, derzeit dort beurlaubt.
00:05:14: Kurz und knapp – was macht nachhaltiges management für sie aus?
00:05:18: Ja die Kernfrage von Nachhaltigkeit ist ja das Überleben zu sichern und wir haben alle die Debatten vor Augen und jetzt stehen wir in diesen Tagen auch überall wieder über sehr heiße Temperaturen Klimawandel was da alles von den ökologischen Ressourcen bedroht ist.
00:05:35: Was weniger bekannt ist, dass das ja zu der Nachhaltigkeit aber auch der soziale Aspekt und am Ende der Mensch dazugehört.
00:05:41: Ich sage, wenn der Mensch immer nur als Verursacher angesprochen wird nachdem du bist böse, du lebst falsch und deswegen haben wir diesen... ganzen Schlamassel und müssen jetzt ganz viel machen.
00:05:51: Das motiviert ja sehr wenig, man muss beachten dass es auch niemand anderen gibt als den Menschen der das vielleicht wieder umdrehen kann noch umdringen kann.
00:06:00: also eine Frage wie gewinnen wir eigentlich dafür?
00:06:03: Also sozusagen diese Nachhaltigen diesen durchhaltbaren Weg einzuschreiten und das fasse ich unter soziale Nachhaltigkeit und damit habe ich mich in der Hauptsache an dieser Hochschule befasst.
00:06:16: Das passt dann sehr gut zu Ihrem gegenwärtigen Anliegen.
00:06:18: Sie haben ein Projekt gestartet, das heißt wird gut und im Aufruf zu diesem Projekt schreiben sie ich zitiere es ist die Krankheit unserer Zeit dass wir uns den Fortschritt gar nicht mehr vorstellen können.
00:06:30: Das wiederum lähmt uns so, dass wir vergessen, den Fortschritt eine Richtung geben können.
00:06:35: Sie diagnostizieren also bei den Bürgern eine Art Gefühl der Aussichtslosigkeit Trägheit Schicksalsergebenheit.
00:06:42: Woher rührt dieses Gefühl ihrer Ansicht nach?
00:06:44: Am
00:06:45: schlimmsten ist das sogar die Jugend davon krass erfasst ist.
00:06:48: Unsere jungen Menschen gehören zu den pessimistischsten auf der ganzen Welt, wenn gefragt wird, glaubst du... Also auch den Handlungsexpekt, glaubst du, dass du selbst was bei der Veränderung, bei den Problemen unserer Zeit tun kannst?
00:07:01: Eine große Hilflosigkeit und Verunsicherung, die da zum Ausdruck kommt.
00:07:07: Und wir sind nicht alleine auf dem Planeten damit mit dieser Stimmung.
00:07:11: Es gibt da unendlich viele Gründe ... Man muss nur die Nachrichten anschauen, wo mir ganz viele Menschen sagen, sie schauen schon gar keine mehr!
00:07:19: Nur das ist leider auch nicht die Lösung, weil da draußen ein Turb natürlich Alles weiter und alles in Echtzeit, von allen Enden der Welt.
00:07:27: Was natürlich zu einer permanenten Überforderung über Wältigung führen kann.
00:07:33: Das müssen wir sozusagen der Technik, die uns das ja auch ermöglicht überhaupt erst mal hinterherkommen.
00:07:39: Ich glaube aber auch, dass wir als ein reiches Land – ich sage das jetzt mal so und man muss einem Sozialdemokraten nicht erklären, dass von diesem Reichtum nicht alle profitieren schon gar nicht gerecht oder gleichermaßen.
00:07:50: Aber also als ein doch wohlhabendes Land vielleicht nochmal besondere Schwierigkeiten haben uns dieses Besser die Zukunft, die besser werden soll vorzustellen.
00:08:02: Und ja, das ist glaube ich für unterschiedliche Menschen etwas anderes.
00:08:08: Also mein, für meinen Vater von dem wir gerade geredet haben, für den war besser immer ein besseres Auto.
00:08:12: ja also der wollte dann irgendwann in BMW fahren und am liebsten auch einen Siebener und das hat er sich dann auch erarbeitet.
00:08:19: Und als ich dann aus den USA vom Studium kam, wollte er mir den Alten auch geben und dann habe ich gesagt ne da muss man noch Blei hinterher schütten damit das überhaupt fahren darf.
00:08:27: Das mache jetzt nicht mehr.
00:08:28: außerdem frisst mir das als Student die Haare vorm Kopf und ich muss auch parken in Heidelberg und es geht eigentlich eh nicht.
00:08:33: also da war ein bisschen enttäuscht aber hat's natürlich auch eingesehen und ich hab jetzt mittlerweile eine Car Sharing-Frivatinitiative mit meinen Nachbarn die ihr zweites kleines winziges Auto nur zum Getränkekisten einmal die Woche holen brauchen.
00:08:49: Wir haben einen Chat und da schreibe ich rein, der ist Auto morgens frei.
00:08:52: Ja, kannst du haben?
00:08:53: Und so weiter.
00:08:53: dann haben wir das jetzt irgendwie auch versicherungsrechtlich und so weiter geregelt.
00:08:55: also Ich habe gar kein eigenes Auto mehr.
00:08:57: es nicht mein Traum ein größeres auto zu fahren aber ich würde's auch Leuten lassen deren Traum Das is ja die so.
00:09:07: idealerweise ist es dann eins was Nicht immer nur im weg rum steht und die umwelt verpestet sondern eines was vielleicht auch ein bisschen so ist dass ... tragnachhaltiger ist als das, was heute vielfach unterwegs ist.
00:09:19: Da sind wir bei insbesondere was ehemobilität angeht ja auf gar keinem so schlechten Weg auch wenn man darüber wenig reden.
00:09:26: also es gibt sehr unterschiedliche Zukunftsvorstellungen.
00:09:29: die Menschen haben wenn's um ihr eigenes ein gutes Leben, dass es sich wünschen geht.
00:09:33: Darüber müssen wir wieder ins Gespräch kommen und das wäre auch ein Rezept, um aus dieser blöden Vergangenheitszenen-Sucht rauszukommen.
00:09:40: Diese Nostalgie geht mir schon ziemlich auf den Keks, weil mir nie jemand genau sagen kann, wann's besser sein soll.
00:09:46: Natürlich irgendwas war auch mal besser ... Aber die Hüftopys gehen heute doch schneller und zuverlässiger als noch vor zwanzig Jahren und da will ja niemand hin zurück.
00:09:56: Das ist wohl wahr!
00:09:57: Ich erinnere mich an meine Zeit in einem Operationssaal in Dresden.
00:10:01: Als Zivildienstleister war ich bei vielen dieser Hüft-OPs dabei.
00:10:04: Die finden heute anders statt als damals, aber das führt jetzt auf ein Nebengleis.
00:10:07: Ich würde gerne noch mal zu dieser Problembeschreibung hinzu eine Zahl einer Allensbach Umfrage zur Folge findet fast die Hälfte der dreißig bis neunfünfzigjährigen Menschen in Deutschland werde zu viel gejammert.
00:10:20: Aber wenn man die Probleme nicht benennt, kann man sie auch schlecht lösen.
00:10:23: Also wo hört aus Ihrer Sicht die berechtigte Kritik auf und beginnt das Jammern?
00:10:29: Wo würden Sie da den Trendstrich ziehen?
00:10:31: Erstens mag ich mein Land und meine Landsleute einfach weil ich hier herkomme lieber als alle anderen auch und die sind so wie sie sind.
00:10:41: Und ich finde auch dass was man als German Angst zum Beispiel im Ausland beschreibt Eigentlich hat auch positive Seiten.
00:10:47: Bei uns waren die Leute sehr früh und sehr, also ich denke an Fridays for Future ist sehr stark engagiert wenn es um die Bekämpfung des Klimawandels geht.
00:10:55: Die Anti-Atombewegungen, Friedensbewegung das sind große Bewegungen.
00:10:59: die kommen ja nicht weil Leute einfach denken ach ich wie schön ist es hier und so erhoffentlich bleibt alles so und dann wieder in den Garten gehen und grillen sondern weil sie was problematisieren und aber auch zur Handlung kommen.
00:11:11: dass eigentlich eine gute Eigenschaft eines Volkes.
00:11:14: Nur jetzt hat sich das ja festgefressen.
00:11:17: Also ich sage mal aus Süddeutschland, die Leute kommen auf Elektro-Bikes mir entgegen, die so viel kosten wie früher ein kleiner Gebrauchtwagen und waren es dritte Mal im Urlaub um die Jahreszeit über die wir gerade sprechen und haben schlechte Laune.
00:11:33: Und ich denke, es gibt eine Milliarde Gründe, schlechte laune zu haben Und ich bin auch in die Politik gegangen, weil mich Dinge genervt haben und nicht die ändern wollte.
00:11:42: Aber bitte irgendwann muss man feststellen wenn man ständig Digging In The Dirt beschreibt immer sich weiter reingräbt ja dann kommt man irgendwann nicht mehr raus.
00:11:50: Aber
00:11:50: woran liegt das?
00:11:51: Sie haben vorhin gesagt so viele Krisen in der Welt aber was gibt es da noch dass ausgerechnet wir hierzulande den so gut geht eigentlich so schlecht drauf sind?
00:11:58: Ja darf ich's mal umdrehen?
00:11:59: also ich merke wenn ich Veranstaltung mache Ich habe zum Beispiel mal eine gemacht einfach eingeladen auf dem Plakatstand Stell dir vor ist wird gut Und man ermutigt die Leute ein bisschen.
00:12:09: Dann ist da fast eine Sehnsucht im Saal, dass es mal endlich einer macht.
00:12:13: und das bin jetzt ja nicht ich alleine sondern ganz viele... Es gibt Leute, die entwickeln neue Podcast-Formate.
00:12:19: Also auch nicht nur einer oder zwei.
00:12:22: Es gibt Menschen, die schreiben plötzlich andere Bücher, die nicht nur so wie ich aus den neunziger und zweitausender Jahren immer auch langweilig fand.
00:12:30: Zweihundert Seiten, Hundertneinzig davon Analyse Und dann wurde noch das bedingungslose Grundeinkommen als Lösung für alles vorgeschlagen und es war dann eigentlich Rohrkrepierer.
00:12:38: Also jetzt wird das intellektuelle Potenzial stärker darauf gerichtet, wie kommen wir aus dieser Stimmungslage auch wieder raus?
00:12:46: Das macht umgekehrt Mut dass es geht!
00:12:49: Es fehlt eigentlich... Einfach nur ist leicht gesagt, aber es fehlt an einem Signal.
00:12:54: Die Menschen warten regelrecht darauf dass man das jetzt mal wieder gut ist.
00:12:59: Aber dazu muss man ihnen auch ein Vorbild geben und zeigen.
00:13:03: erstens wir wollen nicht gute Laune verbreiten weil wir denken es doch alle so toll mögt uns endlich mal wieder stichwort schlechte Umfrageergebnisse sondern nein wir sehen die Probleme aber Entschuldigung packt gemeinsam mit uns an dann kanns was werden.
00:13:16: Damit sind wir bei Ihrer Initiative nochmal.
00:13:19: Sie heißt, wird gut und sie werben darin für mehr Hoffnung und Zuversicht.
00:13:24: Sie gehören ja der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag an und Sie haben aber jetzt gemeinsam mit Abgeordneten anderer Fraktionen also beispielsweise CDU und CSU die Regierung gegenwärtig stellen diese Initiative gegründet.
00:13:38: Jetzt kann man ja auch einfach sagen warum machen Sie nicht einfach bessere Politik?
00:13:41: Sie sitzen doch an den Hebeln, an den Schalthebeln an denen Sie die Möglichkeiten hätten!
00:13:45: Warum braucht es so eine Initiative?
00:13:47: Ja, das ist ne gute Frage.
00:13:48: Die Grünen sind übrigens auch dabei.
00:13:49: Es sind also was man ... die demokratischen Fraktionen unseres Parlaments ...
00:13:55: Also die AfD ist nicht dabei?
00:13:56: Die
00:13:56: AfD ist da nicht dabei!
00:13:57: Die FDP...
00:13:58: Die Linke
00:13:59: nicht?!
00:13:59: Die Linkels nicht dabei weil die CDU immer so eine Tendenz hat, die Linken am Rand und die Rechten am Rand irgendwie gleich blöd zu finden.
00:14:07: darüber müssen wir aber irgendwie auch noch mal reden.
00:14:10: Und die FDP war schon an Bord, aber ist eben aus dem Parlament geflogen und ich krieg es nicht organisiert Leute heran zu ziehen wenn wir überhaupt mal gucken wo wir eine Lücke im Terminkalender haben wenn sie dann nicht greifbar sind.
00:14:21: Also wenn man sich nicht im Plenum einfach mal neben dran setzen kann und irgendwie den nächsten Schritte in der Gespräche kommen.
00:14:26: Also SPD CDU CSU Die Grünen?
00:14:28: Genau!
00:14:28: Und warum machen Sie nicht einfach bessere Politik?
00:14:30: Warum
00:14:30: machen wir nicht einfach besser Politik?
00:14:33: Das... das ist jetzt Gute Frage, also ich mache das selber bei Veranstaltungen.
00:14:40: Ich sage es stellen wir uns mal vor morgen sind alle Ausländer die bei uns im Land nix verloren haben außer Landes gebracht.
00:14:49: Die Bahn ist wieder pünktlich und alle Brücken sind renoviert.
00:14:53: Es wäre ja schonmal viel.
00:14:57: Ist dann die Stimmung im Land anders?
00:14:59: Und meine These ist die ist dann nicht viel anders Weil sozusagen tiefer drin etwas nicht stimmt.
00:15:06: Es ist wirklich eine große Orientierungslosigkeit.
00:15:09: Und jetzt schaue ich natürlich auf den Kanzler auch, weil also auf die Politik und die Regierung... Ich habe schon auf den letzten Kanzlers geschaut, ich habe viel mit ihm drüber gesprochen ...und warum liefern wir nicht diese Orientierung?
00:15:20: Also gibt es diese eine Blutschweiß- und Tränenrede wo man mal Tacherläs redet und dann aber auch wieder Perspektiven aufzeigt.
00:15:27: Und ehrlicherweise merke ich bei Herrn Merz sogar dass er auf der Suche ist leider mit Lauter Begriffen, die so Politiker sprechst sind.
00:15:34: Wohlstandssicherheit, Wachstum und so ist ja alles nicht schlecht aber das berührt die Menschen nicht.
00:15:39: Und ich bin sicher dass wir die Menschen nur berühren können wenn wir auf unterschiedliche ressourcen gesellschaftlichen Ressourcen zurückgreifen.
00:15:47: Das habe ich mir auch nicht ausgedacht.
00:15:49: Ich hab wirklich es versucht mit vielen zu reden viel zu lesen.
00:15:53: Die amerikanische Rechtsphilosophie in Martha Nassbaum hat geschrieben Dass es eben Kirchen- und Religionsgemeinschaften braucht.
00:16:01: Ziemlich ein Ausfall, vielleicht bis auf den Parts der Neuen.
00:16:04: Weil sie so arg mit sich selber beschäftigt sind.
00:16:06: aber eigentlich sind das die Maschinen... Der Engel fürchtet euch nicht!
00:16:12: Die den Menschen richtig Mut geben sollen, ihn zur Seite stehen, Ermutigungen bringen sollen.
00:16:18: Aber wir brauchen Kunst und Kultur weil da die Menschen anders erreichen Wissenschaft natürlich, die auch lernen muss dann Deutsch zu sprechen.
00:16:28: Auch wenn sie sehr komplizierte Sachen erforschen.
00:16:31: und wir brauchen die Wirtschaft.
00:16:33: Investitionsentscheidungen erfordern jeden Tag eine gewisse Portion Zuversicht das dabei was da rauskommt.
00:16:39: also bitte nicht immer nur vertäufeln auch wenn Sie mich gerade ja diese quasi Erpressungsversuche der Pharmaindustrie jetzt wenn wir sparen müssen im Gesundheitsbereich die machen sich auch schon wieder verrückt ... totale Widerstände auf der anderen Seite.
00:16:53: Ja, da haben wir hier einen Konflikt.
00:16:55: aber eigentlich ist Wirtschaft ja super!
00:16:57: Wir brauchen euch, wir müssen euch sogar helfen... ... dass wir in Europa wieder lokomotive werden.
00:17:01: Wir brauchen alle gesellschaftlichen Bereiche und das kann man aus meiner Sicht heute nicht mehr als Partei versammeln.
00:17:09: also neben Willy Brandt ist er Gras gelaufen und der Böll, die Uralten erinnern sich noch.
00:17:14: ich weise es ja auch nur von Bildern.
00:17:17: Kulturinitiative so Heute fühlen sich die Leute Einfach nur vor den Karren gespannt, wenn man sie da fragt.
00:17:22: Und die haben sogar ein gutes Gefühl.
00:17:24: Die Kultur schaffen.
00:17:26: Ja, weil die werden eine Woche vor der Wahl wieder angerufen, ob sie mit auf irgendeine blöde Anzeige gehen.
00:17:31: Aber zwischendrin will niemand wissen ... Wie stellst du dir unser Land vor?
00:17:35: Was sollen wir verändern, dass die ernsthaft angesprochen werden und nicht immer nur als jemand, der einem Stimm vielleicht noch mal bringt.
00:17:42: Die längst verloren gegangen sind...
00:17:43: Also sie wollen die Kulturschaffenden, Unternehmer, Wissenschaft einbinden, deren Know-how an den Tisch holen.
00:17:50: Das ist bislang eben nicht der Fall, wenn beispielsweise die Bundestagsfraktionen untereinander gesetzt sind.
00:17:56: Ich glaube das klappt nicht einmal, wenn die Regierung das macht!
00:17:59: Weil die Regierung im dauernden Konflikt mit ... allen sein muss, wenn sie jetzt Reformen machen will.
00:18:07: Dann ist wieder draußen zu kommunizieren ja, wenn ihr doch da dagegen seid warum helft er ihnen denn dann dort?
00:18:12: Deswegen muss es was Neues geben und das neue ist dass wir die Demokraten zusammengeführt haben und ehrlicherweise ist das etwas was es auch braucht weil wir streiten wie die Kesselflicker und den Menschen ist der Streit auch zu viel und die haben ein gutes Gespür dafür wo Sie merken dass es gar nicht um irgendwelche Sachen geht sondern sich jemand profilieren will oder Abseitaktische Streite da nur geführt werden.
00:18:32: Aber Streit ist ja nötig, so.
00:18:35: und jetzt aber der Punkt man kann in der Sache viel streiten, aber man kann trotzdem ein Gefühl der Verbundenheit haben als Demokraten die sich gegenseitig zugestehen nach dem besten Weg für unser Land zu suchen.
00:18:48: also wenn man dieses Gefühl vielleicht auch nicht gegenüber jedem dass ich das so manche habe ich vielleicht doch aufm Kieker und denke nichts Gutes im Sinn.
00:18:56: Aber wenn wir nur mit diesem Misstrauen und den Unterstellungen unterwegs sind, dann können unser Land nicht nach vorne bringen.
00:19:01: Wir müssen sozusagen diese Gemeinschaft der Demokratie wieder stärken.
00:19:05: in jedem Gemeinderat, der noch funktioniert gibt es die Sitzung mit Argumenten und Wiederwarten.
00:19:11: anschließend gibt's die Nachsitzung wo man sich nochmal trifft und ausspricht und manchmal werden die wichtigen Dinge bei der Nachsetzung gesprochen.
00:19:17: das brauchen wir auf Bundesebene.
00:19:19: Machen wir es mal konkret, weil ich habe noch ein Zitat gefunden.
00:19:22: Sie sagen Beteiligungsformate, Formate des gemeinsamen Tuns und der Erprobung der eigenen Selbstwirksamkeit müsse man eigentlich etablieren.
00:19:30: Das klingt immer noch relativ abstrakt.
00:19:32: also wie konkret stellen sie sich das vor wenn sie jetzt sagen Wissenschaftler, Kulturschaffende Unternehmer alle mit an einen Tisch?
00:19:39: Wie fühlt sich das an?
00:19:40: Wie funktioniert sowas dass alle dann wirklich gehört werden und sich mit ihrem ganzen Know-how einbringen können?
00:19:46: nicht nur für den Fototermin.
00:19:49: Im Kern geht es um Beziehungen.
00:19:51: Wir müssen das Land wieder ein Stück weit zusammenführen und das geht natürlich nur über Aktion, etwas gemeinsam tun und da diejenigen einbinden, die es jeweils dafür braucht.
00:20:02: Und im Gespräch kann der erste Schritt sein dass man überhaupt mal darüber redet wie sieht man die aktuelle Situation Was muss getan werden?
00:20:11: Und dabei rauskommt aus diesen Bubbles, wie wir das heute nennen.
00:20:14: Also irgendjemand hat kürzlich auch gerade diese Berliner Veranstaltung kritisiert also die hier am laufenden Band stattfinden mit gefühlt immer irgendwie den gleichen Leuten und dass ist was Wahres auf der anderen Seite.
00:20:26: Die Alternative wäre wahrscheinlich wirklich mittlerweile Hausbesuche zu machen abends um Menschen direkt in der Datsche oder in der Hochhaussiedlung zu erreichen oder auf dem Tempelhof erfällt, um überhaupt mal andere Leute wieder heranzukommen.
00:20:39: Wahnsinnig gewachsen.
00:20:41: Die Sehnsucht, die ich habe, dass das ganze Land darüber spricht wie wir uns eine gute Zukunft vorstellen.
00:20:46: Also sozusagen Zukunftsgespräche geführt werden.
00:20:49: und zwar sagt mir dann jemand vom CVJM gristlicher Verein junger Menschen war bei mir im Büro ja da würden wir mitmachen hab ich gesagt gut dann nimm aber die Kleintierzüchter bitte dazu.
00:20:58: also versuch sofort irgendwie über deinen eigenen Tellerrand mal den Horizont eins weiter zu ziehen und jemandem dazuzuholen was dir vielleicht möglicherweise sogar anstrengend findest.
00:21:09: was dann da alles gesagt wird.
00:21:11: Ganz andere Sichtweisen, wo man erst mal nix miteinander anfangen kann.
00:21:14: Die Sophie Schönberger ist eine Rechtswissenschaftlerin.
00:21:16: die hat ein Buch über die Zumutung Demokratie geschrieben und sie hat darin geschrieben dass Sie die Krise unserer Demokratie als eine Krise der Gemeinschaft interpretiert das wir verlernt haben einander auszuhalten.
00:21:29: Jeder ist auf seinen eigenen Umlaufbahnen unterwegs.
00:21:31: Und sobald nur die kleinste Schwierigkeit aufkommt, da verlässt man irgendwie die Sache lieber und zieht sich dann wieder weiter zurück.
00:21:38: Die Pandemie hat als Brandbeschleuniger gewirkt.
00:21:41: Das finde ich eine gute Analyse.
00:21:42: Deswegen ist der erste Schritt für diese initiative Formate zu finden aber auch einzubinden, die Menschen zusammenführen.
00:21:50: Das kann ja aber sehr kompliziert sein.
00:21:52: Also wenn wir jetzt einfach mal den Fall nehmen, man sitzt bei einem Familientreffen zusammen und da ist dann vielleicht der Onkel dabei und er gibt dann allerlei Parolen von sich irgendwelche Stereotypen so dass man sich am liebsten vorscharm unter dem Tisch verkröchtet und man kann eigentlich gar nicht mit dem reden.
00:22:08: anderes Beispiel Im Bundestag gibt es die Brandmauer, wo die CDU CSU ganz klar sagt mit der AfD machen wir nichts und zwar gar nix.
00:22:16: Dann hört man aber Kommunalpolitiker auch aus der CDU, die sagen natürlich machen wir an manchen Stellen was mit denen zusammen.
00:22:23: das geht gar nicht mehr anders weil die Mehrheitsverhältnisse mittlerweile so sind.
00:22:26: und wenn es pragmatisch ist und es hilft dann dem örtlichen Kindergarten klar machen wir das dann.
00:22:30: und dann Bustekuchen mit Brandmauern.
00:22:33: wie spricht man?
00:22:35: Oder wie kommt man ins Gespräch mit Leuten, die ganz anders denken?
00:22:39: Die vielleicht sogar auch ja vielleicht nicht denselben Wissenstand haben oder sogar aus dem Internet irgendwelche Verschwörungstheorien wiederkeuen.
00:22:47: Ja also das ist am Ende die Aufgabe!
00:22:49: Also ich bin auch montags demonstrieren denn bei mir in den Orten manchmal hinterher gerannt und habe gesagt so bleiben sie doch mal da an der Ecke drei Minuten stehen und wir sagen sie mir mal drei Sachen.
00:22:58: Diskutieren
00:22:59: Sie auch mit AfD-Politikern im Parlament?
00:23:01: Nein das mache ich nicht.
00:23:02: Warum nicht?
00:23:02: Weil die so hetzerische Reden halten alle weil die alle zumindest stützen und applaudieren, wenn hezerische Reden gehalten werden.
00:23:11: Weil sie aus meiner Sicht das Grundgesetz nicht anerkennen in seinem ersten Satz – und die gleiche würde aller Menschen missachten!
00:23:17: Ich ertrage es fast körperlich nicht.
00:23:19: wie hier keine Gelegenheit ausgelassen wird Gruppen gegeneinander zu stellen pauschal zu diffamieren und Menschen wirklich ihr Menschsein abzusprechen.
00:23:31: so lang dass der Fall ist Da springe ich nicht über diesen Stand.
00:23:34: Das ist völlig gegen meine Art.
00:23:36: übrigens und das macht auch die Diskussionskultur im Deutschen Bundestag ein Stück weit kaputt, weil nicht mal auf den Gängen grüßen sich die Leute so automatisch.
00:23:44: was könnte einer von denen sein?
00:23:46: Ja, das ist wirklich schlecht!
00:23:47: Also das ist Ihre persönliche Brandbauer.
00:23:49: Aber meine Haltung habe ich damit klargemacht, ja.
00:23:50: Gut aber das ist ihre persönliche brandbauer.
00:23:52: sozusagen wo jemand nicht bereit ist auf dem Fundament der freitlich-demokratischen Grundordnung zu stehen oder sich zumindest so gebärdet dass er das nicht akzeptiert sagen Sie mit denen redig nichts.
00:24:02: So ist es!
00:24:02: Aber das ist nicht das gleiche wie AfD Anhänger.
00:24:05: Da hab' ich's dir jetzt so verstanden?
00:24:06: Mit denen würden sie
00:24:07: reden?!
00:24:07: AfD bekämpfen, aber um die Wählerinnen und Wähler der AfD kämpfen...
00:24:10: Wie machen Sie das?
00:24:11: Ja also nicht erfolgreich wie wir ja jetzt die letzten Jahre gesehen haben.
00:24:17: Analyse ist die, dass sie sozusagen die Beschäftigung immer nur mit denen und in Abgrenzung zu denen.
00:24:23: Also auch dieser Begriff der Brandmauer uns da ja jetzt nicht besonders hilft.
00:24:27: Wir brauchen diese Brandmau.
00:24:28: ich will also die heißt im Kern das wir mit denen nicht verhandeln über Dinge durch den Deutschen Bundestag kommen Sie einbeziehen in die demokratischen Prozesse, weil wir sehen dass sie mit jeder Gelegenheit die Sie haben versuchen demokratische Prozesses zu diskreditieren lächerlich zu machen und am Ende wenn sie die Chance hätten möglicherweise sogar abzuschaffen.
00:24:46: Also die Grenze muss aus meiner Sicht schon klar gezogen werden aber vor Ort müssen wir das Gespräch suchen auch wenn es anstrengend ist.
00:24:56: Das führt aus meiner sich kein Weg dran vorbei und das am besten aufsuchend auch mal nur zuhören.
00:25:05: Sie haben dieses Beispiel von in der Familie, das ist auch mal schwierig sein kann.
00:25:08: man findet in den Familien manchmal aber auch so ganz begabte Leute die vielleicht ein bisschen resoluter sind als andere und auch nicht durch zu viele Kommunikationslehrgänge oder Streitschlichterkurse verseucht Die einfach sagen, Onkel Heinz jetzt ist aber auch mal gut.
00:25:25: Jetzt können wir wieder über was anderes reden.
00:25:28: Das is menschlich ja?
00:25:29: Dass man mal sagt.
00:25:29: so jetzt also mitten in der Pandemie wenn die Leute sich von Impfen bedroht fühlen und es auferzwungen finden und gleichzeitig alles das ganze Leben total schwierig dass man dann nicht mit zwei drei klug gewählten Sätzen zu einer Lösung kommt ist doch klar.
00:25:46: aber wir müssen doch deswegen nicht die Verbindungen untereinander komplett aufgehen.
00:25:50: We agree to disagree!
00:25:52: Ja Lass mal gut sein.
00:25:55: Und man kann auch versuchen, ganz komplizierte Gespräche zu führen.
00:25:58: Also der Rüdiger Schuchte ist der Präsident der Diokonie in Deutschland.
00:26:01: mit dem hat mich kürzlich getroffen.
00:26:02: Der hat mir erzählt von einigen Veranstaltungen des Formats Verständigungsorte.
00:26:08: das ist also berührend gewesen und teilweise denkt man Wahnsinn.
00:26:13: also moderiert und mit Veranstaltung Konzepten.
00:26:16: er hat mir gesagt ja gefühlt irgendwie achtzig Prozent AfD auf viele Menschen im Raum.
00:26:21: Natürlich werden da wechselseitig Sachen gesagt, die man eigentlich nicht hören will.
00:26:25: Das sagen aber auch über das, was die Diakonie erzählt.
00:26:30: Erst mal aushalten und von dort aus gucken, ob man sich wieder aufeinander zubewegen kann.
00:26:35: Aber dass es dann überhaupt stattgefunden hat ist schon mal großartig.
00:26:39: Ich kann jetzt, weil ich von Zukunftsgesprächen ... etwas gesagt habe.
00:26:43: Wir können ja nicht rausgehen und sagen, wir treffen uns und jetzt so wie stellst du dir eine gute Zukunft vor?
00:26:47: Und dann Knopf drücken und dann funktioniert das sofort!
00:26:50: Die Menschen sind an unterschiedlichen Punkten und ich finde so in Formaten wie diese Verständigungsorte.
00:26:55: da wo das so gebraucht wird und wo es Sinn macht muss man diese Sachen machen dort wo man sagt wir stellen einfach mal Bierbänke vor die Tür und die Leute in diesem Wohnblock die sich leider nicht mehr die nicht mehr geübt sind sich vorzustellen wenn sie da einziehen und sich nicht mehr kennen, aber bevor sie sich die ganze Zeit ärgern, da riecht's komisch.
00:27:13: Da ist es zu lange laut und da fahren jetzt plötzlich Kinderspielsachen im Hausflur rum, wo Sie nix verloren haben
00:27:19: usw.,
00:27:20: da so Streit bevor sowas passiert man ärgert sich ohne sich zu kennen.
00:27:24: Wir bänke vor die Tür wir lernen uns mal kennen jeder bringt was mit dann muss man gar kein Thema drüber setzen sondern da zählt an die Begegnung.
00:27:31: ich glaube dieses ist eigentlich eine Arbeit die Menschen zusammenzuführen.
00:27:35: also wir haben bei diesem wird gut das wir Fett hervorgehoben.
00:27:40: Weil also die Menschen sind auch nicht alleine zur Hoffnung so gut in der Lage, sondern sie brauchen eigentlich andere Menschen.
00:27:47: und deswegen wenn wir mehr Zuversicht und mehr Hoffnungen im Land haben wollen dann ist der erste Schritt die Menschen wieder mehr zusammenzuführen.
00:27:56: Machen wir es noch konkreter?
00:27:57: Was haben Sie da für Vorstellungen gehört, wenn Sie solche Veranstaltungen organisiert haben oder wenn Sie im Zuge der Initiative wirdgut mit anderen gesprochen haben?
00:28:05: Also Was sind das für Vorstellungen einer guten Zukunft in Deutschland?
00:28:36: loslegen und sagen, was ist denn los?
00:28:38: Ist hier irgendwas besonders schlimm oder ... Was treibt sie um zu
00:28:41: hören?".
00:28:41: Dann sagten wir die Frau, die an der ersten Tür aufmacht.
00:28:44: Ach Gott Sie sind das!
00:28:46: Ja nee, das habe ich gar nicht mitbekommen.
00:28:49: Schauen Sie mal, die Fahrräder von meinen Kindern liegen immer ohne dass sie angekettet sind vor der Tür.
00:28:54: Da ist noch nie irgendetwas passiert.
00:28:56: Wir haben ja eigentlich eine wunderbare Nachbarschaft und ich kann mir das gar nicht erklären.
00:28:59: aber ich höre mich einmal um Und dann gehe ich um die Haustür raus und außen rum zur zweiten Doppelhaushälfte.
00:29:05: Da steht ein Mann, der schon sichtlich erzirrend ist, weil er mitbekommen hat, dass ich da unterwegs bin.
00:29:11: Man traut sich hier gar nicht mehr aus dem Haus.
00:29:13: Meine Kinder, wenn sie den Weg gehen zum Bahnhof, dass sie da nicht belästigt werden ... Wenn ich bei meiner Arbeit aus dem Fenster gucke, sehe ich nur Ausländer.
00:29:20: Ihr ruiniert das ganze Land.
00:29:24: Mein Problem ist, die reden nett mich auseinander.
00:29:29: Und das wäre mal gut und auch nicht, ohne soll sich nichts streiten darüber wer jetzt recht hat.
00:29:34: Aber wenn Menschen miteinander reden, hat es die Chance dass man auch mal andere Perspektiven
00:29:40: hört.
00:29:41: Warum reden dem Menschen nicht mehr miteinander?
00:29:43: Stirn sie nur noch in ihres Smartphones?
00:29:45: oder was ist
00:29:45: das Problem?
00:29:45: Ja die sind aber auch überlastet bringt doch mal also muss alles unter einen Hut bringen und das ist auch so eine Ideologie geworden und es überlastet.
00:29:54: Und das Leben ist auch kompliziert, ständig muss man sich für alles oder gegen alles entscheiden, immer irgendwo klicken...
00:30:00: Also eine Sprachlosigkeit, die hindert uns daran, eine bessere Zukunft zu entwickeln?
00:30:04: Ja nicht mal in den Familien, also wer ist ja alles erforscht!
00:30:07: Nicht mal in die Familien.
00:30:08: Wenn ich jetzt, wenn ich irgendwo gefragt bin wie sind sie eigentlich zur Politik gekommen?
00:30:11: da erzähle ich von einem Abendessen bei einem Schulkameraden, wo wir Nachmittags gespielt oder Hausaufgaben gemacht haben.
00:30:17: Die Eltern nach Hause gekommen sind dann schwarzen Tee gekocht wurde Käse und Salami auf dem Tisch gestellt war Und miteinander geredet wurde.
00:30:28: Wo bitte findet das eigentlich in Deutschland statt?
00:30:30: Ehrlicherweise immer weniger.
00:30:32: wenn die überhaupt zusammensitzen Dann ist die Frage wird da noch gesprochen?
00:30:35: nein auch immer weniger.
00:30:36: Wir wissen dass es wirklich Ein Riesenverlust.
00:30:39: nur, was hilft das?
00:30:40: Dann müssen wir es organisieren.
00:30:41: Wenn das von selbst nicht stattfindet.
00:30:43: Ich möchte gerne wirklich einen bundesweiten Nachbarschaftstag, den gibt es aber auch schon, aber nicht dass er wirklich bundesweit stattfindete.
00:30:50: und bei diesem Nachbarschachtstag wenn ich ihn bei mir in Wiesnlore der Höllgasse machen würde dann würden einige sagen ach toll dass wir uns mal wieder sehen und dann müssten wir wissen Das ist jetzt zwar schön, aber das ist nicht das was wir beabsichtigen.
00:31:05: Sondern ehrlicherweise wohnen im Haus neben dran Im ersten Stock links Leute die wissen wir auch den Namen nicht.
00:31:11: Die sind dahin gezogen und es eigentlich die Kunst die da dazu zu bekommen.
00:31:15: Okay, dann kommen die dazu und dann wird sich ausgetauscht.
00:31:18: Vielleicht erst mal ein bisschen Smalltalk?
00:31:20: Dann wird es vielleicht etwas intensiver... Was hören Sie denn so an?
00:31:24: Pläne, Ideen, Vorstellungen davon wie sich dieses Land entwickeln
00:31:28: soll?
00:31:28: Ja wenig!
00:31:29: Das ist ja.
00:31:30: die Frage haben sie gerade eben gestellt.
00:31:32: aber ich spüre Resonanz wenn ich Themen reingebe bei Veranstaltungen.
00:31:35: Welche geben Sie denn?
00:31:36: Ich gebe zum Beispiel rein einen Land in dem wir gerne alt werden und dann passieren unglaubliche Sachen.
00:31:44: das ist wie wenn man der irgendwie den Elefanten angesprochen hätte, der eigentlich im Raum ist.
00:31:49: In einem ... Man kann ja sagen Gott sei Dank, ich hab von meiner Mutter erzählt die mit achtundachtzig noch mal mit uns nach Italien gefahren ist.
00:31:56: Für mich macht die das mit acht und neunzig auch noch, also ich wünsch es ihr so fit ist sie bisher aber uns fehlen da die Vorbilder Die Leute, für meine Mutter ist das alles nicht einfach, die ist alleine.
00:32:07: Ihr Sohn ist die ganze Zeit in Berlin Aber viele haben überhaupt gar niemanden oder sind zerstritten oder misstrauisch, weil sie schlecht hören.
00:32:16: Oder Sie sitzen in Ihrem Bunker, den Sie irgendwann mal mit der Familie da gebaut haben irgendwo auf einem Berg.
00:32:21: Energetische Katastrophe.
00:32:22: deswegen will's heute niemand abkaufen.
00:32:24: Wenn man es verkaufen würde kann man sich aber von dem Geld gar keine Eigentumswohnungen in der Innenstadt leisten die barrierefrei wäre.
00:32:30: außerdem sind diese barrieren Wohnungen in dieser Innenstadt nicht gebaut worden so dass man sie auch so nicht kaufen könnte.
00:32:37: Kann ich mir das alles leisten?
00:32:38: werde ich noch gebraucht so ganz menschlich bin ich noch eingebunden.
00:32:41: guckt noch jemand nach mir?
00:32:43: Wer schneidet die Hecke?
00:32:44: Also das Land ist irgendwie auf einem Weg in eine krasse Alterung.
00:32:48: Das hat viele wunderbare ... Erst mal ist es eine gute Nachricht, weil so Gegenteil von Altwerden ist sie umsterben.
00:32:56: Der demografische Wandel ist eigentlich
00:32:59: eine gute Nachricht und uns fehlen die positiven Bilder dazu.
00:33:02: Weil alle sehen sich am Ende im Altenheim, von denen Sie Vorstellungen haben.
00:33:07: Die möcherweise den Altenheimen auch nicht ganz gerecht werden.
00:33:11: aber Selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden, das machen können wozu man in der Lage ist.
00:33:17: Das ist natürlich das was wir alle wollen.
00:33:20: und wenn man aber selber sozusagen nicht positiv ist wie das eigene Leben so weitergeht es wird auch wenig besprochen.
00:33:27: ja also dann wie soll man denn dann zuversichtlich sein für das ganze Land?
00:33:32: Und wenn das ganze land nicht zuversichtig ist wie soll's seine Aufgaben lösen?
00:33:37: Ja deswegen nochmal da ist die Kunst jetzt überhaupt wieder ins Gespräch zu kommen, darüber wie eine gute Zukunft aussehen könnte.
00:33:47: und ja da müssen wir über die Wirtschaft reden.
00:33:51: Aber bleiben wir nochmal kurz bei diesem Beispiel mit dem Altwerden weil das glaube ich viele Menschen wirklich umtreibt.
00:33:55: Sie hören sich dann nachdem sie das Thema reingegeben haben so die Vorstellungen an.
00:34:00: was passiert dann?
00:34:01: Kommen da Ergebnisse heraus?
00:34:03: nehmen sie das mit in den Bundestag zu anderen Politikern.
00:34:05: Was was geschieht da?
00:34:07: Ja ist eigentlich noch besser Weil meistens sind wir dann an einem Punkt, wo ich sage, wartet bitte nicht auf die Politiker.
00:34:13: Vorhin haben sie ja gefragt warum machte nicht einfach die Regierung jetzt eine bessere Politik oder warum löst die nicht einfach unsere Probleme?
00:34:19: Ja weil das eine naive Vorstellung ist, weil in dem Moment wo wir ein Problem lösen, haben wir wahrscheinlich drei dazu geschaffen und zwei sind noch ohne dass wir was gemacht haben von außen dazugekommen.
00:34:28: es ist ein permanentes Weiterwelten.
00:34:30: In dieser Situation sind aber drei Frauen in Neidenstein, einem kleinen Ort in meinem Wahlkreis zusammengesessen und haben festgestellt also wahrscheinlich überleben wir ja unsere Männer.
00:34:42: Wie geht es dann?
00:34:43: Wenn wir dann ins Krankenhaus müssen und die Politiker sorgen dafür dass wir danach drei Tagen wieder rausmüssen oder sogar nach anderthalb aber zu Hause geht's dann auch noch nicht.
00:34:51: und außerdem du hast so einen großen Garten da um dich rum.
00:34:56: Das kriegen wir älter nicht hin, aber wir wollen da wohnen bleiben und uns weiter treffen können.
00:35:01: Die haben jetzt ein Verein gegründet.
00:35:03: schon eine Zeit ist der Alt wo man Punkte sammeln kann wenn man jemandem bei irgendwas unterstützt.
00:35:07: in dieser Art sammelt man Anrechtspunkte und wenn man sie braucht kann man sie einlösen.
00:35:13: Und das stellen Sie sich mal vor...
00:35:13: Bei wem einlösend?
00:35:15: Ja bei diesen Mitgliedern dieses Vereins.
00:35:16: Jetzt passen wir auf dass ein Drittel der Bevölkerung ist in diesem Verein Mitglied geworden.
00:35:20: In diesem Ort
00:35:21: ja.
00:35:22: Also eigentlich können Sie die auch mal hier einladen.
00:35:24: Das ist eine tolle Initiative und wenn man dann weiter guckt, dann sieht man in dem anderen Ort heißt es dann Bürgerstiftung.
00:35:30: Die haben's nicht ganz so groß aufgezogen ist aber ein ganz ähnliches Format.
00:35:33: zwei Orte weiter sind sie auch schon am Tüfteln wie sich so diese Nachbarschaftshilfe gegenseitig helfen.
00:35:40: Solidarität Zusammenhalt wie man das konkret machen kann Und das ist ja das Tolle.
00:35:48: Wir müssen immer noch die Rentenreform machen, diskutieren wir gerade, wir müssen auch die Gesundheitsreformen machen und diskutieren – wir müssen die Rahmenbedingungen schaffen, auch für solches Engagement, dass es wirksam werden kann.
00:35:57: Aber bitte nicht darauf warten!
00:35:58: Sondern auch wieder die Eigenkräfte.
00:36:01: Wissen Sie, dieser Vertrauensverlust in Politik hat?
00:36:04: Der ist ein Verlust an Selbstvertrauen, wenn Menschen nicht mehr das Gefühl haben sie können selber etwas beitragen und bewegen in diesem Land.
00:36:12: Und deswegen sind solche Initiativen das ist wunderbar, weil es gibt Menschen die Einsicht ja wenn ich mit anderen zusammenkomme muss ich mich nicht mit allem zusammen beeinstimmen was gesagt wird oder ich muss nicht dem sein ganzes Leben gut finden.
00:36:28: aber wir können gemeinsam was bewegen.
00:36:31: und wer blöd wenn er das unterlassen würde
00:36:34: können Politiker von dieser Art und Weise des Umgangs miteinander etwas lernen.
00:36:38: Wir reden ja jetzt seit wirklich vielen Monaten über große Reformen, dann haben sie wieder gedauert und gedauernt.
00:36:44: Jetzt könnte es so kommen dass wirklich eine Rentenreform auch eine große Renten reform angebahnt wird.
00:36:51: Es gibt aber auch gleichzeitig die Debatte über die Steuerreform, über die Gesundheitsreform das Bürgergeld was bald anders heißt also das was Sie gerade beschrieben haben.
00:37:00: Das heißt man hat Interesse am Gegenüber man stellt nicht sofort seine eigene Meinung gegen die Meinung des anderen, sondern hört sich die Anderen erst mal an und dann kommt vielleicht zu einer gemeinsamen Lösung.
00:37:10: Wenn ich jetzt so die Diskussionen über die großen Reformfelder gehört habe in den vergangenen Monaten hatte ich genau das Gegenteil als Eindruck.
00:37:18: CDU sagt dies SPD hält sofort erbittert dagegen und umgekehrt genauso.
00:37:23: also was können politisch Handelnde von so einer konstruktiven Kultur lernen die sie gerade beschrieben haben?
00:37:28: Ja, und Sie haben vorhin ja auch gefragt.
00:37:30: also was macht ihr eigentlich?
00:37:32: Oder wofür braucht es euch wenn Ihr da jetzt auch überparteilich in einer neuen Formation unterwegs seid.
00:37:37: Und ich glaube das Signal überhaupt wir sind in der Lage als Demokraten auch miteinander etwas zu bewegen und zwar nicht immer gegen die anderen sondern weil wir selber Ideen haben und weil wir das nach vorne bringen wollen und weil wirklich berührt, dass jetzt wir hier in so einer Lage sind wo alle tendenziell eine schlechte Laune haben weil wir da was dran verändern wollen.
00:38:00: Weil wir wieder neu anpacken wollen aber es wird auch um ne andere Art von Politik gehen müssen.
00:38:05: also der Ball ist ja nicht einfach ins Feld der Zivilgesellschaft oder der beteiligten Gruppen gekickt.
00:38:11: die Sachen nur die brauchen wir auch.
00:38:12: aber wir müssen natürlich auch etwas machen und ich glaube eine Sache die wir versuchen müssten wäre manchmal in den Debatten von den Positionen runterzugehen und wieder schauen, was eigentlich die Ziele sind, die wir gemeinsam erreichen wollen.
00:38:29: Und ehrlicherweise das geht den Menschen ja auch in wenn sie uns beobachten komplett verloren.
00:38:34: Die wissen nicht genau worüber streiten die da?
00:38:36: Genau zwar über einen Haufen Sachen aber nicht was dabei herauskommen soll.
00:38:40: jetzt ist aber die erste Aufgabe aus meiner Sicht Tatsächlich kriegen wir die Wirtschaft wieder flott.
00:38:46: Können wir vielleicht in Europa wenigstens gegenüber den anderen Weltregionen wieder Lokomotive werden?
00:38:52: Und was ist dafür zu tun, wenn dann jeder mit so?
00:38:56: jetzt würden wir der CDU unterstellen ja ihr kommt immer mit dem gleichen Käse müssen halt den Gürtel enger schnallen und mehr arbeiten und die Arbeitslosen sind faul usw.
00:39:03: Das war das mal wo wir schon sagen wer tragen es nicht?
00:39:06: seit den achtziger Jahren immer die gleichen Parolen und es stimmt aber gar nicht oder jedenfalls ist es nicht die einzige Lösung.
00:39:12: Aber die halten uns natürlich die gleichen Sachen vor.
00:39:15: Was weiß ich, immer schützt der Kündigungsschutz, das schützt aber die, die zu wenig arbeiten wollen und was dann eben in unsere Richtung ist.
00:39:23: Und davon mal einen Schritt zurücktreten, zu schauen so aber wenn wir gemeinsam das Ziel haben auf was können wir uns denn einigen?
00:39:30: Da bin ich ganz sicher, dass hat etwas mit Zeit zu tun, wenn man sich die Zeit nehmen würde, wie ist die Lage analysiert, was sind die Vorschläge die uns von außen aus der Wissenschaft, aus den beteiligten Verbänden gesagt werden.
00:39:45: Worauf können wir uns einigen?
00:39:46: Dass dann auch viel darunter ist, worauf man sich einigen kann.
00:39:49: Ich würde sagen, die Rentenreformkommission, die da jetzt getagt hat ... Weiß nicht, ob es eins zu eins umsetzbar wird oder wird, aber das wird einen Schub bringen.
00:40:00: Weil die Politik quasi diese Lösungsfindung ja ausgelagert hat eben wie sie gerade beschrieben haben eher an Experten.
00:40:07: Noch viel besser!
00:40:08: die Experten haben mit den Politikern geredet.
00:40:10: Stimmt, das saßen ja Politiker in der Kommission.
00:40:12: Sehr versierte Kolleginnen und Kollegen ... Ich hab gerade mit Annika Klose unsere Vertretung sprechen können.
00:40:19: Einhundertfünfzig Stunden allein Sitzungszeit.
00:40:21: Da hat sie noch keine Seite gelesen gehabt und es war viel zu lesen.
00:40:25: also weil die sich richtig reingefressen haben aber weil die auch wahrscheinlich mal jeder über einen Schatten gesprungen ist oder neu zugehört hat.
00:40:33: Aber wir können ja jetzt nicht für jedes große Problem erst mal eine Kommission gründen, die dann monatelang tagt.
00:40:38: Also wir können vor allem erst heute anfangen.
00:40:41: wieder, wenn man sagt uns ist die Zeit schon davon gelaufen und jetzt sind wir genervt weil das seit Ewigkeiten nicht funktioniert.
00:40:49: Das bringt nichts!
00:40:50: Wir können nur ab morgen was machen und wenn es eine Kommission braucht dann gründen wir halt ne Kommission.
00:40:54: Sehr spannend Herr Castellucci.
00:40:56: könnt ihr mich noch stunden mit ihnen unterhalten?
00:40:58: Weil sie sich auch noch für ganz andere Themen engagieren für Menschenrechte beispielsweise.
00:41:01: ich glaube Sie reisen bald nach Libyen Religion und vieles mehr.
00:41:05: aber Eines machen wir noch, weil immer am Ende dieses Podcasts gibt es die kurze Gelegenheit auf kurze Fragen kurz zu antworten.
00:41:13: Ich habe Ihnen ein paar Fragen mitgebracht.
00:41:15: Haben Sie einen Vorbild?
00:41:17: Wer ist für Sie ein echter Mutmacher oder eine echte Mutmacherin?
00:41:21: Ich finde die Frage schwer aber ich komme im politischen Bereich immer wieder auf Johannes Rau.
00:41:27: Ein großer Mutmager!
00:41:28: Den hab' ich auch als ein Brückenbauer.
00:41:32: Es kommt darauf an wohin wir wollen und nicht woher jemand kommt.
00:41:36: Es hat viele gute Initiativen und hat die Menschen geliebt.
00:41:40: Und das haben die Menschen auch gespürt.
00:41:43: Was tun Sie selbst, um im politischen Alltag Stress zwischendurch mal Kraft zu tanken?
00:41:48: Ja also ich versuche mal... Also keine Politik natürlich dann zu machen.
00:41:54: Das kann sein dass ich meine Rosen zurückschneide.
00:41:57: Aber hoffentlich ist es auch, dass ich mal auf den Berg steige und die Probleme versuche von oben zu betrachten, dann sind die meistens ein bisschen kleiner wie wenn man direkt davor steht.
00:42:06: Ein Berg in Ligurien?
00:42:07: Berg in ligerien aber es kann auch ein bisschen nördlicher sein.
00:42:10: Bitte vervollständigen Sie den Satz Die
00:42:15: SPD sollte wieder eine Vision von einem guten Leben entwickeln und die Menschen motivieren an den gemeinsamen Zielen mitzuarbeiten.
00:42:25: Wenn ich jetzt so zugehört habe, dann hab' ich den Eindruck da gibt es tolles intellektuelles Potential in Ihrer Partei.
00:42:30: Denn Sie haben an vielen Stellen aufgezeigt wo so eine Vision herkommen kann.
00:42:35: Herr Castellucci ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit und diese Diskussion!
00:42:38: Der Dank geht zurück.
00:42:39: Vielen Dank
00:42:45: Liebe Hörerinnen und Hörern, wenn Ihnen diese Folge gefallen hat dann bewerten und abonnieren Sie den vorangedacht Podcast gern auf Spotify, Apple-Podcasts, Prodigy oder allen anderen Podcasts Plattformen.
00:42:58: Sie können uns auch eine Nachricht schicken mir und meinem Team an die E-Mail Adresse podcasts at t minus online.de.
00:43:06: Mein Name ist Florian Harms und die Produktion übernahm Viola Köks, Michaela Fischer Nadine Schmidt, Christine Brauer und Nikolas Lindgen.
00:43:14: Damit verabschiede ich mich bis zur nächsten Folge und sage tschüss und bleiben Sie uns gewogen.