TK-Chef Jens Baas über Zwei-Klassen-Medizin, teure Kassen und echte Reformen
Deutschland leistet sich eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas, doch die Ergebnisse sind nur mittelmäßig. Die gesetzlichen Krankenkassen stehen finanziell unter Druck, Beiträge steigen, Rücklagen sind aufgebraucht. Gleichzeitig wächst der Eindruck, dass Patienten immer häufiger durch ein überlastetes und unübersichtliches System irren.
Wie lässt sich das ändern? Darüber spricht t-online-Chefredakteur Florian Harms mit Jens Baas, dem Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse. Er erklärt, warum das Gesundheitssystem nicht an einem einzigen Fehler krankt, sondern an jahrelangen Versäumnissen, falschen Anreizen und mächtigen Interessen.
Baas spricht über die Rolle der Pharmaindustrie, hohe Medikamentenpreise und die Frage, warum lebenswichtige Therapien nicht wie Luxusprodukte behandelt werden sollten. Außerdem erklärt er, warum er selbst privat versichert ist – obwohl er die größte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands führt – und was das über die Zwei-Klassen-Medizin verrät.
Außerdem geht es um digitale Patientenakten, Künstliche Intelligenz in Krankenkassen, überlastete Arztpraxen und die Frage, ob Patienten künftig stärker durch das System gesteuert werden sollten. Wie viel Freiheit ist sinnvoll? Wo beginnt Bevormundung? Und was müsste passieren, damit das Gesundheitssystem nicht nur kurzfristig stabilisiert, sondern wirklich besser wird?
Redaktion und Schnitt: Viola Koegst
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